#16

RE: Ölaustritt bei Faltern am Spannbrett; - wer weis Rat?

in Präparieren von Schmetterlingen 26.10.2013 19:27
von Heinz | 2.596 Beiträge | 12844 Punkte

Liebe Fettgeplagte,
nun, auch ich habe fallweise Probleme mit Fettaustritt bei Faltern - diese liegen aber höchstens im einstelligen Hundertstelpromillebereich.
Cossus cossus ist eigentlich der einzige Kandidat und ein kleinwenig auch Neoris huttoni.

Wenn ich eure Beiträge so lese, dann komme ich auf die absurde Idee, dass das Problem event. am Tötungsmittel liegen könnte.
Ich töte ausschließlich mit der Ammoniakspritze (Salmiakgeist 3-fach = Ammoniaklösung 25 %) und kenne das Verölungsproblem eigentlich nur am Rande.

Nette Grüße und alles Gute
Heinz


Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand!


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#17

RE: Ölaustritt bei Faltern am Spannbrett; - wer weis Rat?

in Präparieren von Schmetterlingen 31.10.2013 02:33
von Schwärmerliebhaber | 62 Beiträge | 379 Punkte

Hallo Benjamin, danke für deine Schilderung der Vorgehensweise. Du hast zwei grundsätzliche Probleme. Da ist das Chloroform zur Beförderung in den Falterhimmel - nutze stattdessen ein Tötungsglas mit Essigessenz. Die Essenz aber unbedingt reichlich auf einen Wattebausch träufeln und ein kleines Gatter darüber positionieren, sodass der Falter nicht direkt damit in Berührung kommt. Auch keinesfalls mit der Spritze injizieren! Der Tod tritt dann relativ sanft ein und es erfolgt auch kein wildes Herumgeflattere. Die Essigdämpfe haben vor allem den Vorteil, dass sie durch die Tracheen mit der Atmung tief in den Körper gelangen und dort keimtötend wirken. Dein zweiter Schnitzer ist das Einfrieren in frischem Zustand. Du weißt doch, dass Wasser beim Durchfrieren scharfe und spitze Eiskristalle bildet - es ist so, als ob du den Falter mit Millionen winziger Nadeln durchlöcherst. Die Eiskristalle zerstören im Prinzip jegliche Zellstruktur und nach dem Auftauen ist nurmehr Falterbrei im Inneren vorhanden. Warum sammelst du nicht nur so viele Falter, wie auch auf einmal präpariert werden können? Es geht doch nicht um Masse! Ich selbst präpariere pro Tag maximal 2 Falter. Und das ist für mich das rechte Maß. Liebe Grüße



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#18

RE: Ölaustritt bei Faltern am Spannbrett; - wer weis Rat?

in Präparieren von Schmetterlingen 04.11.2013 12:27
von Schwärmerliebhaber | 62 Beiträge | 379 Punkte

Nochmals einige Gedanken zum Thema der fettigen/öligen Falter, da dieses Thema auch in anderen Foren rege diskutiert zu werden scheint. Wie Heinz schon richtig vermutete, könnte der Schlüssel für die beschriebenen und teilweise heftigen Verölungsprobleme die Art und Weise der Tötung sein; wahrscheinlich aber nicht nur. Beim Stöbern in alten Quellen um das Jahr 1900 wurde zu dieser Problematik auch angeführt, dass eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit zu hoher Temperatur die Falteröle zum Fließen anregen. Die öligen/fettigen Substanzen haben nämlich das Bestreben der Vereinigung mit Feuchtigkeit. Dies erklärt auch, weshalb die Verölung erst dann eintritt, wenn der Falter durchgetrocknet ist. Wenn diese Annahme stimmt, so dürfte bei einem Falter in einem absolut dichten Kasten mit einer entsprechend großen Menge aktivem Trocknungsmittel darin, keine Verölung eintreten. Dies ist in der Praxis allerdings kaum dauerhaft umsetzbar, da der Falter früher oder später doch einmal wieder der feuchteren Umgebungsluft ausgesetzt werden wird. Aber es wäre ein erster Ansatz für geplagte Sammler, das leidige Problem zumindest soweit in den Griff zu bekommen, dass es erträglich wird und man sich damit arrangiert. Denn jeden Falter zu entölen, kann auch zu einer Lebensaufgabe werden. Die beste Lösung wäre natürlich, das Falterfett vor dem eigentlichen Präparieren zu entfernen, doch stießen Sammler bei dieser Vorgehensweise auf ein anderes Problem - die Falter ließen sich nicht mehr oder nur mit sehr viel Aufwand spannen. Das Fett ist also durchaus wichtig für ein erfolgreiches Präparieren. Das im Falter enthaltene Fett/Öl könnte allerdings inaktiv gemacht werden - durch Verseifung. Hierzu müsste sich einmal ein versierter Chemiker zu Wort melden, welche Zusammensetzung das Falterfett aufweist und ob es möglich wäre, durch eine Injektion einer Natriumhydroxid-Lösung eine Verseifung zu erreichen. Das Falterfett würde dann in seine Bestandteile (Glyzerin und Salz) zerfallen und nicht mehr fließen. Zumindest rein theoretisch. Der Falter könnte dann durch ein simples Wasserbad vom Glyzerin und Salz befreit werden. Liebe Grüße



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#19

RE: Ölaustritt bei Faltern am Spannbrett; - wer weis Rat?

in Präparieren von Schmetterlingen 04.11.2013 19:42
von Heiko70 | 1.877 Beiträge | 15240 Punkte

Also Ronny,

so kraß ist es nun mit dem Ölen oder Verfetten auch nicht, denke ich. Es gibt Arten, da kannst es nicht vermeiden, andere Ölen gar nicht. C. cossus und C. vinula sind so Kandidaten, da kommt nun mal das Öl, irgendwann, auch A. caja ist sehr gefährdet.
Man muß ja nicht jedes Jahr jeden Falter in ein Benzinbad geben.
Und was das Wasserbad zur Reinigung der Chemikalien angeht, da ist mir ein anständiges Benzinbad schon lieber.

Grüße, Heiko


Leben ist etwas Seltenes, die meisten Menschen existieren nur. (Oscar Wilde)


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#20

RE: Ölaustritt bei Faltern am Spannbrett; - wer weis Rat?

in Präparieren von Schmetterlingen 07.11.2013 20:40
von Schwärmerliebhaber | 62 Beiträge | 379 Punkte

Hallo Heiko, sicher hast du schon Recht, dass man in Bezug auf das Ölen die Kirche im Dorf lassen soll. Es ist nur so, dass ich im Netz etliche derartige Problematiken lesen konnte und mir dann so meine Gedanken mache, weshalb es bei manchen Sammlern zu solch argen Verölungsproblemen kommt während andere dieses Problem nicht oder nur am Rande kennen. Mir selbst ist bisher nur ein Taubenschwänzchen ansatzweise verölt - und auch nur deshalb, weil ich beim Präparieren nicht aufgepasst hatte und der Falter unter der Lampe zu heiß geworden ist. Dann ist das Fett an der Nadelstelle herausgequollen. Mit reinem Benzin ist das schnell behoben, doch ist es vielleicht interessant für Sammler von besonders empfindlichen Faltern, ob es eine Alternative zum Benzinbad gibt und sich durch das angedachte Verseifen des Falterfettes (falls möglich) die Problematik umgehen lässt. Liebe Grüße



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#21

RE: Ölaustritt bei Faltern am Spannbrett; - wer weis Rat?

in Präparieren von Schmetterlingen 17.02.2017 19:47
von David27 | 94 Beiträge | 1447 Punkte

Hallo Zusammen,
ich habe das jetzt auch mal bei meinem Cossus cossus Männchen vom Licht versucht...er sah einfach nur schrecklich aus. Aber seht selbst den Unterschied:

Vorher:


Nachher (Das "Halsband war nur als schatten zu erkennen"):




Ich habe dafür Wundbenzin aus der Apotheke verwendet. Jedoch wird das wohl auf Dauer zu teuer ... weshalb ich mir Waschbenzin zulegen werde...

LG,
David


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#22

RE: Ölaustritt bei Faltern am Spannbrett; - wer weis Rat?

in Präparieren von Schmetterlingen 19.02.2017 18:08
von Ovid | 210 Beiträge | 1480 Punkte

Hallo David,

das ist schon ein definitiv sichtbares Ergebnis.
Ich frage mich aber, ob da nicht noch mehr zu holen wäre....!
Er sieht immer noch etwas ölig aus.

LG, Ovid


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#23

RE: Ölaustritt bei Faltern am Spannbrett; - wer weis Rat?

in Präparieren von Schmetterlingen 19.03.2017 04:59
von crazy collector | 848 Beiträge | 13977 Punkte

Hallo David,

mit Waschbenzin hat man ebenfalls gute Resultate und es ist natürlich deutlich günstiger. Gibts z.B. im Baumarkt.

Wie lange hattest du den Falter eingelegt ? Bei der Größe kann man den gut 48 Stunden einlegen.


Schwäbische Grüße, Andy
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#24

RE: Ölaustritt bei Faltern am Spannbrett; - wer weis Rat?

in Präparieren von Schmetterlingen 19.03.2017 14:37
von David27 | 94 Beiträge | 1447 Punkte

Hallo Andy,
ich weiß es nicht genau, schätze aber ca 1,5 Tage war der bedeckt...wobei dann das Benzin auch nicht alles bedeckt hat da es dann schön etwas verdunstet ist.

LG,
David


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#25

RE: Ölaustritt bei Faltern am Spannbrett; - wer weis Rat?

in Präparieren von Schmetterlingen 26.03.2017 04:46
von crazy collector | 848 Beiträge | 13977 Punkte

Immer komplett verdecken und wichtig, ein Gefäß mit Verschluss zu nehmen
um Verdunstung und Geruch zu vermeiden. Vorallem in Räumen.


Schwäbische Grüße, Andy
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