#1

Überwinterung von Bärenspinnern - Zwischenbilanzen

in Zucht von Schmetterlingen 02.03.2013 17:28
von Steffen1978 (gelöscht)
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Hallo zusammen!
Den schönen Tag wollte ich nutzen um meine überwinternden A. caja mal wieder unter die Lupe zu nehmen. Ich habe dabei einige Beobachtungen gemacht, die ich gern mit Euch besprechen würde.... (Sicherlich habe ich ne ganze Menge falsch gemacht - es ist meine erste Überwinterung)
Zunächst zur Haltung der Tiere:
Das Faunarium (= durchsichtige Plastikbox mit luftdurchlässigem Deckel, Abmessung ca. 30x20x20 cm³) ist 3 cm mit Terrarienhumus befüllt, auf welchem eine 3 cm dicke Schicht mit Moos angewachsen ist. Auf dem Moos liegt trockenes Laub sowie gelegentlich Futtergaben (Löwenzahn, Brombeer, ein Winterapfel). Es steht im Kartoffelkeller, in welchem die Temperaturen auch bei -20° Aussentemperatur nie unter 4 Grad fallen. Dafür wird es aber auch nie wärmer als 8-9 Grad. Der Keller ist feucht (in etwa Aussenfeuchte) und bis auf ein sehr kleines Fenster relativ dunkel.
Die erste Beobachtung: Alle 48 A. caja Raupen (L2/L3) sind ausschließlich auf der Lichtseite des Faunariums gewesen, also dort, wo über das Kellerfenster ein wenig Licht aufs Faunarium fällt. Alle haben sich im Moos "versteckt", jedoch so, dass sie vom Licht erfasst werden.
Ich habe nun heute das Faunarium an diesem sonnigen Tag auf die Terrasse gebracht um bei gutem Licht mal nach den Tieren zu sehen. Binnen 10 Minuten sind einige Raupen die Wand des Faunariums nach oben geklettert und haben sich "gesonnt". Ich habe dies zum Anlass genommen, das Faunarium ein wenig zu säubern und neues Futter zu reichen.
Von den 48 Raupen wurden 17 aktiv (sind gewandert bzw. haben sich eingerollt wenn sie gestört wurden) wohingegen 31 keinerlei Reaktion zeigten. Nachdem mein einziges "Lehrbuch" der Koch ist, habe ich die regungslosen Raupen in lauwarmen Wasser gebadet, jedoch ohne jegliche Reaktion - es scheint, als wären sie alle vertrocknet. Dies konnte ich durch Öffnen einer Raupe auch definitiv feststellen...
Die 17 Überlebenden sind gleichzeitig die größten der 48 "Überwinterer", sprich, die L2-Überwinterer sind allesamt eingegangen, ebenso die kleineren L3-Tiere. Lediglich eine relativ große L3 ist unter den Opfern meines Überwinterungsversuchs...
Ich sollte dazu sagen, dass ich sehr wenig und selten zusätzliche Feuchtigkeit ins Faunarium eingebracht habe, da ich Schimmelbildung vermeiden wollte ... Vermutlich hätte ich doch etwas häufiger sprühen sollen...

Habt Ihr Hinweise, wie ich es das nächste Mal besser machen kann? Gerne würde ich auch Eure Überwinterungs-Zwischenbilanz hören... Soweit ich es im Chat bereits vernommen habe, haben manche Mitglieder aktuell sehr gute Überwinterungsergebnisse/Zwischenbilanzen bei Bärenspinnern erzielt - lasst mal Eure Geheimnisse hören ;-)
Danke und viele Grüße,
Steffen


Fallen ist weder gefährlich noch eine Schande. Liegenbleiben ist beides.
(Konrad Adenauer)
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#2

RE: Überwinterung von Bärenspinnern - Zwischenbilanzen

in Zucht von Schmetterlingen 02.03.2013 18:18
von klow | 1.239 Beiträge | 4460 Punkte

Hallo steffen,

Ich glaueb das lag nicht an die feuchtigkeit.
Selber finde ich caja's einfach schwer zu uberwintern
Alle caja's waren bald tot und alle wegerichbeere unter selben umstanden lebten noch.
Ich glaube das die kleinen irgendwie zu wenig futter haben denn vertrocknet sind die laichen
aber ich habe diese vertrocknete laichen schon gesehen bei der normale zucht.
Velleicht ist es auch das die raupen zu klein sind wenn sie anfangen zu uberwintern oder
caja's haben es gern sehr feucht. zumindest feuchter wie normal.

Grus jens


Grusse jens
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Meine zuchte im moment
http://insektenfreunde.xobor.de/t824f46-...Tigermotte.html
http://insektenfreunde.xobor.de/t792f46-...rphofalter.html

Tips sind immer wilkommen
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#3

RE: Überwinterung von Bärenspinnern - Zwischenbilanzen

in Zucht von Schmetterlingen 02.03.2013 18:26
von hall | 1.057 Beiträge | 7240 Punkte

Hallo Steffen,

soweit ich meine Überwinterungsbilanz von Bärenraupen der letzten Jahre betrachte kann ich nur dazu sagen - es ist immer eine Glückssache. Entweder man hat ein Trockenheitsproblem oder ein Schimmelproblem. Wobei ich feststellen konnte daß die Trockenheit eher das größere Problem darstellt. Es gibt natürlich Ausnahmen: Arctia konewkai aus Sardinien habe ich "übersommert" d. h. die Raupen stellten im Juni bei L4 das Fressen ein und wurden im Juli-August staubtrocken gehallten. Nach einem kräftigen Bad faßen alle Raupen im September weiter ohne einen einzigen Ausfall.
Schimmel kann man mit peinlicher Sauberkeit ganz gut begegnen. Meiner Meinung nach ist es entscheidend daß die Raupen an milderen Tagen im Winter immer etwas zum knabbern haben. Brombbeerblätter werden von vielen Arten gerne abgenommen. Voraussetzung ist natürlich daß im Überwinterungsquartier die Temperatur einen Bereich von ca. 4 bis 12 Grad erreicht. Ich habe meine Raupen auf dem Dachboden bzw. im kalten Treppenhaus. In einem Kühlschrank ist eine konstante Temperatur natürlich nicht ideal.
Meine aktuellen Überwinterer - H. dejeanii und E. quadripunctaria - haben bis heute nur minimale Ausfälle.Ich hoffe daß es so bleibt. Sobald es wieder frisches Futter gibt werde ich die Raupen solange baden bis sie wieder fressen. Das ist meiner Meinung nach die größte Schwierigkei beim Überwintern. Manche Raupen weigern sich beharrlich ans wieder Futter zu gehen.

Werner



zuletzt bearbeitet 02.03.2013 18:28 | nach oben springen

#4

RE: Überwinterung von Bärenspinnern - Zwischenbilanzen

in Zucht von Schmetterlingen 11.03.2013 13:41
von Steffen1978 (gelöscht)
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Hallo zusammen!
Vielen Dank für Eure Hinweise und Erfahrungsberichte. In den sehr milden und sonnigen Tagen der letzten Woche konnte ich wieder eine starke "Aktivität" meiner überwinternden Raupen von A. caja beobachten. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Raupen zwar aus ihren Verstecken im Moos kommen, gern ein zwei Wassertröpfchen trinken, ein wenig Sonne tanken und über jegliches frische Futter (Löwenzahn, Brombeerblätter, div. niedrige junge Pflanzen) klettern, aber fressen wollen sie es nicht. Interessanterweise knabbern aber 3 oder 4 Tierchen an Apfelscheiben...
Das Bad im lauwarmen Wasser habe ich noch nicht durchgeführt, denn ich denke, das kann noch ein paar Tage/Wochen warten, sofern es dann nötig sein sollte.
Anbei ein aktuelles Bild:
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Gruß
Steffen



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#5

RE: Überwinterung von Bärenspinnern - Zwischenbilanzen

in Zucht von Schmetterlingen 12.04.2013 18:55
von Steffen1978 (gelöscht)
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Hallo zusammen!
Nach nem Monat wollte ich mal wieder den Stand der Dinge mit meinen caja Überwinterern schildern.
Als es vor etwa einem Monat kurzzeitig warm wurde konnte ich 17 Raupen beobachten (L3), die Aktivität zeigten. Ich hab seit dem immer wieder mal Futter und Feuchtigkeit eingebracht, aber die sehr kalten letzten Wochen haben die Raupen "in den Winterschlaf" zurückgeschickt. Heute war ein richtig warmer Tag und ich entdeckte 13 noch lebende Raupen (4 also tot), die alle in L4 gegangen sind. Nachdem ich frisches Futter gereicht habe, sind 3 sofort dran gegangen, die anderen haben zumindest Wassertröpfchen genommen.
Wollen wir hoffen, dass die Temperatur nun endlich der Jahreszeit entsprechend bleibt und die Tiere das Futter wieder nehmen. Fotos folgen in den kommenden Tagen.
Viele Grüße
Steffen



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#6

RE: Überwinterung von Bärenspinnern - Zwischenbilanzen

in Zucht von Schmetterlingen 20.04.2013 15:27
von Steffen1978 (gelöscht)
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Hallo zusammen!
Nun ein vorerst letzter kurzer Beitrag in diesem Thema, denn die Überwinterung meiner A. caja Raupen ist abgeschlossen :-)
Alle 13 Raupen fressen den gegebenen Löwenzahn und entwickeln sich wunderbar (wenn sie nicht gerade von einer Kamera gestört werden). Die Raupen haben das Futter problemlos wieder angenommen, die Mehrzahl allerdings erst nachdem sie 3-4 Tage immer wieder mit lauwarmen Wasser besprüht wurden. Gebadet habe ich sie nicht mehr. Hier noch ein aktuelles Bild:



Viele Grüße
Steffen



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#7

RE: Überwinterung von Bärenspinnern - Zwischenbilanzen

in Zucht von Schmetterlingen 11.05.2013 12:12
von Steffen1978 (gelöscht)
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Hallo zusammen.
Zwar freue ich mich, dass die caja Überwinterung fürs erste ganz gut gelungen ist, doch werde ich die Tiere beim nächsten mal wohl besser draussen weiter ziehen. Der Blick auf den Kalender sagt mir, dass die nachfolgende (kurz vor der Verpuppung stehende) caja Truppe viel zu schnell gewachsen ist, obwohl sie nach der Überwinterung in einem unbeheizten Raum gehalten wurden. Offenbar fehlen die natürlichen Fresspausen (Regentage, kühle Tage, deutlich Absenkung der Temperatur über Nacht) so sehr, dass die Raupen bei der Haltung im Haus locker 4-6 Wochen schneller sind als in der Natur. Man lernt nie aus :-)
Für Lockversuche im Freiland wirds wohl dieses Jahr zu früh sein, denn wenn jetzt nichts mehr daneben geht rechne ich in 4 Wochen mit dem Schlupf der Falter, aber es muss ja nicht alles immer sofort und zu 100% funktionieren.
Viele Grüße
Steffen


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#8

RE: Überwinterung von Bärenspinnern - Zwischenbilanzen

in Zucht von Schmetterlingen 11.05.2013 13:17
von hall | 1.057 Beiträge | 7240 Punkte

Hallo zusammen.

ich habe von ca. 40 überwinternden Hypophoraia dejeani 35 Raupen gut über den Winter bekommen. Die Probleme begannen erst nachdem ich die Raupen langsam ans Warme gewöhnt habe. Trotz mehrmaligem Baden gingen sie nur lustlos ans Futter. Sie knabberten nur zaghaft an frischem Löwenzahn. Auch andere Pflanzen wie Spitzwegerich, Labkraut, Brennessel, Taubnessel wurden verschmäht. Auch Brombeere, die noch im Herbst gerne gefressen wurde, ist nicht beachtet worden. Nach und nach vertrocknete alle Raupen und nur ein kläglicher Rest von 4 Stück leben noch. Auch die werden wahrscheinlich vorzeitig sterben.

Viele Grüße ein frustrierter
Werner


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#9

RE: Überwinterung von Bärenspinnern - Zwischenbilanzen

in Zucht von Schmetterlingen 11.05.2013 15:00
von Steffen1978 (gelöscht)
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Hallo Werner,
Am 2.3.2013 schriebst Du zu diesem Thema:
"soweit ich meine Überwinterungsbilanz von Bärenraupen der letzten Jahre betrachte kann ich nur dazu sagen - es ist immer eine Glückssache. ... Meine aktuellen Überwinterer - H. dejeanii und E. quadripunctaria - haben bis heute nur minimale Ausfälle.Ich hoffe daß es so bleibt. Sobald es wieder frisches Futter gibt werde ich die Raupen solange baden bis sie wieder fressen. Das ist meiner Meinung nach die größte Schwierigkei beim Überwintern. Manche Raupen weigern sich beharrlich ans wieder Futter zu gehen. "
Für Deine Fähigkeiten als Züchter bist Du ja in letzter Zeit ohnehin viel gelobt worden, darum danke ich Dir, dass Du diesen Beitrag zum mißglückten "wieder ans Futter bringen" hier trotzdem postest, obwohl bzw. gerade weil das Glück in diesem Falle nicht auf Deiner Seite war.

Was lerne ich daraus? Ganz einfach:
1) Egal wie viel Erfahrung da ist, manchmal geht eine Zucht/Überwinterung einfach daneben.
2) Egal wie lange (und erfolgreich) jemand züchtet, wenns daneben geht ist man halt frustriert.

Viele Grüße
Steffen


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#10

RE: Überwinterung von Bärenspinnern - Zwischenbilanzen

in Zucht von Schmetterlingen 04.07.2013 21:29
von Steffen1978 (gelöscht)
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Noch ein update zur Überwinterung von A. caja...
Meine 13 Überwinterer gaben 12 Kokons, eine Raupe ist offenbar unmittelbar vor dem Einspinnen verstorben (vermutlich wieder nicht feucht genug). Der erste Falter schlüpfte vor 7 Tagen, in den letzten 3 Tagen folgten 8 weitere. Ich werde heute und morgen mal Lockversuche probieren (ist vielleicht noch ein klein wenig früh im Jahr, aber probieren kann man ja mal)... Die anderen Tiere haben ja noch die Chance eine Inzuchtgeneration in die Welt zu setzen...
Viele Grüße
Steffen


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#11

RE: Überwinterung von Bärenspinnern - Zwischenbilanzen

in Zucht von Schmetterlingen 05.07.2013 17:56
von Gelöschtes Mitglied
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Hi Steffen,

also ich denke, dass du durchaus Chancen haben dürftest, ein Freilandweibchen anzulocken. Erstens gibt es ja den Klimawandel, und zweitens ist mir erst heute ein Weichen von C. dominula entkommen, deren Flugzeit sich mit jener von A. caja deckt.
Bellmann gibt ebenfalls einen Flugzeitraum von Juli bis Mitte August an. Wer weis,....

Also ich würd es versuchen...

LG
Michael


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