#1

Nachts am Köder: Welche Käferart?

in Bestimmen von Käfern 28.04.2014 17:23
von TOX 2001 | 473 Beiträge | 2715 Punkte

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Hallo Käferspezialisten,

Meine Versuche Nachtfalter zu ködern waren nicht erfolgreich. Außer zahlreicher Käfer (immer dieselbe Art) fand sich kaum was an den Köderstellen ein.

Köder: Rotwein-Zucker-Bier-Gemisch (stark riechend und fürchterlich klebrig).
Auftrag: Dicke Baumstämme, mit einem Malerpinsel satt vollgekleistert.
Ort: Auwald, Waldrand mit Pappelbeständen.
Wetter: Klar, warm, trocken, kein oder nur leichter Wind.
Zeit: Mitte August (Bilder aufgenommen am 16.08.2012 nachts um 2.10 Uhr).

Um welche Käferart handelt es sich hier?







Ich hatte diese Frage früher schon mal in einem anderen Forum gestellt, die Käfer konnten aber wegen der relativ schlechten Bildqualität (sorry, bessere Bilder habe ich leider nicht) nicht eindeutig bestimmt werden.


Besten Dank und viele Grüße - TOX 2001
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zuletzt bearbeitet 28.04.2014 17:41 | nach oben springen

#2

RE: Nachts am Köder: Welche Käferart?

in Bestimmen von Käfern 28.04.2014 19:59
von steffen1978 | 1.154 Beiträge | 28744 Punkte

Hi Tox,
Hast Du noch in Erinnerung wie groß die Käfer waren? Also ohne große Ahnung zu haben (was Dir in meinem Fall bekannt sein dürfte), vermute ich mal, das es eine Laufkäferart ist.... Vielleicht wirst du hier fündig: http://www.kerbtier.de/cgi-bin/deFSearch.cgi?Fam=Carabidae

Nebenbei vielleicht noch eine Frage: Du schreibst das Bild entstand gegen 2:10 Uhr. Hast Du die Bäume davor auch abgesucht? Also Tiere wie M. maura, C. nupta und viele andere am Köder saugende Tiere kommen bei mir relativ früh. M. maura habe ich noch nie deutlich nach Mitternacht gesehen, C. nupta schon mal, aber bei weitem nicht in der Anzahl, die gegen 23 Uhr am Köder zu finden sind. Bei C. fulminea habe ich Tiere zwischen Mitternacht und 1 Uhr am Köder oder auch an der Lampe gehabt, aber da ist Mitte August evtl. schon bissi spät...
Ideales Köderwetter ist (nach meiner Erfahrung) konstanter Wind (durchaus nicht zu schwach) aus einer Richtung, am besten den ganzen Tag lang. Dann ist es sinnvoll, den Baum auf der dem Wind abgewandten Seite einzustreichen (alles andere macht es strömungsmechanisch einfach weniger intensiv). Als bestes Köderwetter habe ich (jeder mach seine eigenen Erfahrungen) schwüle und leicht verregnete, etwas windige Nächte erlebt. Der Mond ist egal (das ist das schöne am Ködern!). Ich konnte keinen Unterschied zwischen Vollmond und Neumondnächten feststellen.
Na ja, eigentlich gings um die Käfer, aber vielleicht regt es ja eine Diskussion zum Ködern an.
Gruß
Steff^^


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#3

RE: Nachts am Köder: Welche Käferart?

in Bestimmen von Käfern 30.04.2014 04:06
von TOX 2001 | 473 Beiträge | 2715 Punkte

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Hi,

die Käfer haben eine Länge von etwa 2,5 cm (vom Kopf bis Ende des Hinterteils, Füße und Fühler nicht mit eingerechnet).
Vielleicht sind sie auch ein Bißchen größer. So, aus der Erinnerung heraus, kann ich das nicht mehr sicher sagen.
Auf dem mittleren Bilder ist rechts ein Ohrwurm zu sehen, der als Maßstab dienen könnte.

Die Angaben über die Art des Köders, die Witterung, die Zeit und den Ort habe ich gemacht, weil sie für die Bestimmung
eventuell wichtig sein könnten.

Viele Grüße - TOX 2001
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zuletzt bearbeitet 30.04.2014 04:24 | nach oben springen

#4

RE: Nachts am Köder: Welche Käferart?

in Bestimmen von Käfern 30.04.2014 17:28
von crazy collector | 921 Beiträge | 21088 Punkte

Ich wage einfach mal die Behauptung, es könnte sich um Platynus assimilis handeln, jedoch ohne Gewährleistung !

Ohne ein wirklich besseres Bild ist hier eine genaue Bestimmung so gut wie nicht möglich.


Schwäbische Grüße, Andy
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#5

RE: Nachts am Köder: Welche Käferart?

in Bestimmen von Käfern 01.05.2014 01:51
von Ovid | 212 Beiträge | 1490 Punkte

Hallo Tox,

in Anbetracht der Tatsache, dass - wie Du natürlich selbst weißt- die Käfer die größte Ordnung aus der Klasse der Insekten stellen, ist eine Bestimmung anhand von Deinen leider wirklich sehr unscharfen Fotos vermutlich auch für einen Fachmann sehr schwierig.

In Betracht kommt nach meiner Ansicht der Blaps mortisaga (Linnaeus 1758), der große Totenkäfer aus der Familie der Tenebrionidae (Schwarzkäfer).

Es handelt sich hierbei um einen in ganz Europa (jedoch mit zunehmend steigenden Hygienestandards immer seltener) vorkommenden, nachtaktiven Käfer mit 2-3 cm Länge.
Im Gegensatz zum deutlich kleineren Platynus (Limodromus) assimilis (bis 13 mm Gesamtlänge) mit seinen tiefgerillten Deckflügeln, weist der flugunfähige Blaps mortisaga eine nur leicht gerillte und unregelmäßig gepunktete Flügelstruktur auf, die aus einiger Entfernung stumpfglänzend erscheint. Diesen leichten Glanz lassen auch Dein zweites und drittes Foto vermuten.

Ebenfalls gegen den Limodromus assimilis spricht, dass er sich ausschließlich von Insekten ernährt und somit den angebotenen Köder vermutlich verschmähen würde.

Der Blaps mortisaga ist ein Omnivore, der nachts auf Nahrungssuche geht und sich von organischen Abfällen, verfaulenden Pflanzenteilen, altem Holz, Baumschwämmen, toten Insekten, Aas und Exkrementen ernährt. Er bevorzugt als einzige Art seiner Gattung eine feuchte Umgebung.
Er sondert bei Gefahr ein stinkendes Sekret ab und hat nahezu keinerlei natürliche Feinde.

Ich hoffe, dass Du mit diesem Bestimmungsversuch eine zufriedenstellende Antwort auf Deine Frage erhalten hast.

Viele Grüße,
Tatjana


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