#1

Faunenverfälschung

in Hybriden, Aberrationen & Gynander 04.07.2014 17:08
von Heiko70 | 1.946 Beiträge | 16164 Punkte

Hallo liebe Leute,

ich habe hier mal ein Beispiel zum Thema Faunenverfälschung. Bei zu leichtfertiger Handhabung ausländischer Falter kann sowas passieren. Ich hatte ein Smerinthus planus Weibchen auf meinem Balkon "ausgesetzt", soll heißen ausgebunden, nur mal um zu sehen, ob der einheimische Smerinthus ocellata von alleine auf das lockende Weibchen "fliegt".
Was soll ich sagen, nur eine Nacht mußte ich warten und heute hatte ich eine astreine Hybridpaarung, die von selbst im Freiland zustande kam.
Aus genau diesem Grunde sollte man sich schon ganz genau überlegen, ob man nicht heimische Falter freilässt.
Bei Tropentieren ist ja im Winter Schluß, aber bei Tieren wie z.B. S. planus, die aus Japan stammen und sehr ähnliche Klimaverhältnisse haben wie wir, kann das eine Urpopulation schon genetisch beeinflussen.

Ich jedenfalls bin gespannt auf die Hybride. Wahrscheinlich werden es wieder jede Menge Eier, wer also welche will, soll sich bei mir melden. Bitte per PN oder E-Mail.



Beste Grüße, Heiko


Leben ist etwas Seltenes, die meisten Menschen existieren nur. (Oscar Wilde)


zuletzt bearbeitet 04.07.2014 17:09 | nach oben springen

#2

RE: Faunenverfälschung

in Hybriden, Aberrationen & Gynander 04.07.2014 17:52
von hall | 1.060 Beiträge | 7255 Punkte

Die Frage ist ob diese Hybriden in der Natur auch fortpflanzungsfähig sind.
Bis sich eine ausländische Art bei uns ansiedelt müssen doch viele Faktoren passen damit eine Art auch auf Dauer bodenständig wird. Ich habe schon einige male versucht Antheraea yamamai in der Umgebung Innsbrucks anzusiedeln. Ich setzte viele Eier, Raupen, Kokons und auch Falter aus der Südsteiermark in einem passenden südseitigen Eichenwald aus. Das Ergebnis im nächsten Jahr war gleich null. Wahrscheinlich machte mir der Föhn einen Strich durch die Rechnung. Dieser warme Wind treibt die Temperaturen auch im Februar/März auf bis zu 20 Grad hinauf. Er bläst oft einige Tage und das genügt offensichtlich daß aus den überwinternden Eier die Räupchen schlüpfen. Da die Eiche erst Ende April austreibt verhungern die Räupchen.

Werner



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