#1

Am Fuße der Pyrenäen

in Reise-, und Exkursionsberichte, Erzählungen 12.06.2015 21:13
von Manfred | 787 Beiträge | 32437 Punkte

Liebe Mitglieder,

auf unsere Spanienreise mit sammeln und fotografieren haben wir uns lange gefreut. Endlich war es soweit und die Reise begann. Das Ziel war, wie sooft Katalonien, am Fuße der Pyrenäen.
Wir wohnten im gleichen Haus wie letztes Jahr, ohne Internet. Zum telefonieren mussten wir einige Meter laufen, so hatten wir Ruhe, denn es konnte uns keiner erreichen.

In diesem Jahr wollten wir uns besonders mit Raupen suchen und klopfen beschäftigen. Wir waren daher schon drei Wochen früher als im letzten Jahr in dieser Region. Aber es kam alles anders als wir uns das vorgestellt hatten, denn die Natur war auch drei Wochen früher, die Spanier meinten sogar sechs Wochen, das halte ich aber für übertrieben. Es gab keinen Winter, dafür ein sehr warmes und trockenes Frühjahr. Da wir bereits in der Vergangenheit zur gleichen Zeit dort waren und sehr viele Raupen gefunden haben, glaubten wir an ähnliche Funde, doch das war nicht so. Raupen der Catocalen waren alle nicht mehr da, es flog bereits am 01.06. C. promissa und am 04.06. C. mariana. In Süd-Frankreich fanden wir am 30. Mai auf der Hinreise ein nicht mehr frisches Männchen von A. caja. Die Natur war wirklich weiter als wir das aus anderen Exkursionen kannten. Somit mussten wir kurzerhand umdenken und unsere Pläne ändern. Nun wurde doch der Köder gestrichen, mit Erfolg. Der Leuchtabend in den höheren Kiefernwäldern, wo viele A. isabellae fliegen, wurde abgesagt, denn wenn die Raupen der Catocalen nicht mehr da sind, sind die Isabellen auch weg, eine Erfahrung aus vergangen Jahren.
Geleuchtet wurde am Abend meist bis ein oder zwei Uhr. Am Morgen wurde um ca. 8 Uhr gefrühstückt, dann Bestimmung der nicht bekannten Arten aus der Nacht. Danach fotografieren, dokumentieren und Raupen versorgen. Schon war die Sonne so hoch, dass es Zeit wurde für Tagfalter, hier waren wir manchmal zu spät, denn das fotografieren wurde mit jeder Stunde schwieriger, weil der Wind nicht unser Freund war. Zum späten Mittag, meist zwischen zwei und drei Uhr wurde der Grill angezündet, nach dem Essen präpariert. Dann wurde es auch wieder Zeit zum Köder streichen. Danach noch ein Gläschen Wein und der nächste Leuchtabend konnte beginnen.
Beobachtet und aufgezeichnet haben wir 206 Arten Tag- und Nachtfalter, Kleinschmetterlinge und die 7 verschiedenen Federgeistchen nicht mitgezählt.
Raupen fanden wir 23 bestimmte und 15 nicht bestimmte, aber fotografierte, Arten.
Tagfalter haben wir 42 Arten aufzeichnen können.

Die Bilder zeigen unsere Behausung und Umgebung, wo wir die gesamte Woche keinem Menschen begegnet sind.

Fortsetzung folgt.

Liebe Grüße,
Christian und Manfred

Angefügte Bilder:


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#2

RE: Am Fuße der Pyrenäen

in Reise-, und Exkursionsberichte, Erzählungen 13.06.2015 17:11
von Manfred | 787 Beiträge | 32437 Punkte

Eines unserer Pläne war, Raupen suchen und klopfen. Das erste Problem war der Klopfschirm, dieser begann bereits am ersten Tag den Geist aufzugeben, aber Christian bog ihn immer wieder hin. Nach kurzer Zeit mussten wir feststellen, dass das Klopfen nicht viel bringt, denn wir waren zu spät, die Natur war weiter als in vergangenen Jahren.
Dennoch gaben wir nicht auf. Bei jeder Wanderung wurde nach Raupen gesucht und das Ergebnis sah am Schluss doch nicht so traurig aus.
Raupen von folgenden Arten, meist nur einzelne, konnten wir sammeln:

Aglaope infausta
Cryphia algae
Cryphia muralis
Dryobotodes eremita
Eilema complana
Glaucopsyche melanops
Heterogynis penella
Iphiclides feisthameli
Lasiocampa quercus
Lasiocampa trifolii
Minucia lunaris
Nola cuculatella
Orgyia splendida
Papilio machaon
Polyploca ridens
Psilogaster loti
Saturnia pyri
Watsonalla uncinula
Zerynthia rumina
Zygaena carniolica
Zygaena filipendulae
Zygaena occitanica
Zygaena rhadamanthus

Hinzu kommen noch 16 unbestimmte Raupen.

Fortsetzung folgt.

Liebe Grüße,
Christian und Manfred

Angefügte Bilder:


zuletzt bearbeitet 13.06.2015 17:14 | nach oben springen

#3

RE: Am Fuße der Pyrenäen

in Reise-, und Exkursionsberichte, Erzählungen 13.06.2015 17:27
von Manfred | 787 Beiträge | 32437 Punkte

Hier noch die Bestimmung der Raupen, von links nach rechts:

Iphiclides feisthameli, Cryphia muralis, Orgyia splendida, Zygaena carniolica,
Heterogynis penella, Minucia lunaris, Saturnia pyri, Nola cuculatella, Watsonalla uncinula,
Dryobotodes eremita, Polyploca ridens, Glaucopsyche melanops, Zygaena occitanica, Aglaope infausta.

NG
Christian und Manfred



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#4

RE: Am Fuße der Pyrenäen

in Reise-, und Exkursionsberichte, Erzählungen 14.06.2015 16:28
von Manfred | 787 Beiträge | 32437 Punkte

Mit den Tagfaltern, die wir in den letzten Jahren vernachlässigt hatten, beschäftigten wir uns intensiver. Es konnten in dieser Woche an diesem Standort und seiner Umgebung 42 Arten nachgewiesen werden.
Die Liste sieht so aus:
Anthocharis euphenoides
Apatura ilia f. barcina
Aporia crataegi
Argynnis adippe
Argynnis aglaja
Brintesia circe
Celastrina argiolus
Coenonympha arcania
Coenonympha dorus
Coenonympha pamphilus
Colias alfacariensis
Colias croceus
Erynnis tages
Euphydryas aurinia beckeri
Gonepteryx cleopatra
Hipparchia fagi
Inachis io
Iphiclides feisthameli
Laeosopis roboris
Lampides boeticus
Lasiommata megera
Leptidea sinapis
Limenitis reducta
Lycaena phlaeas
Maniola jurtina
Melanargia lachesis
Melitaea phoebe
Nymphalis polychloros
Papilio machaon
Pararge aegeria
Pieris brassicae
Pieris rapae
Plebeius idas
Polygonia c-album
Polyommatus bellargus
Polyommatus hispana
Pyronia bathseba
Satyrium acaciae
Satyrium esculi
Satyrium ilicis
Spialia sertorius
Vanessa cardui

Fortsetzung folgt.

LG
Christian und Manfred

Angefügte Bilder:


zuletzt bearbeitet 14.06.2015 16:32 | nach oben springen

#5

RE: Am Fuße der Pyrenäen

in Reise-, und Exkursionsberichte, Erzählungen 15.06.2015 20:55
von Manfred | 787 Beiträge | 32437 Punkte

Letzter Teil unserer Exkursion

Der Nachtfang war trotz Vollmond, der allerdings sehr früh hinter den Bergen verschwand, nicht schlecht. Viele bekannte Arten aus den letzten Jahren, aber auch für uns neue Arten, wie Phytometra luna, Idaea sardoniata, Eupithecia santolinata und Chesias rufata, kamen ans Licht.

Am Freitag werde ich erneut in die Pyrenäen fahren, allerdings in höhere Lagen (1400-1500m). Ich werde mich von dort mit Neuigkeiten melden. Hier bin ich nicht so in der Pampa wie letzte Woche, hier gibt es Telefon und Internet.

Herzliche Grüße,
Christian und Manfred

Angefügte Bilder:


zuletzt bearbeitet 15.06.2015 21:04 | nach oben springen

#6

RE: Am Fuße der Pyrenäen

in Reise-, und Exkursionsberichte, Erzählungen 15.06.2015 21:46
von Marvin99 | 77 Beiträge | 477 Punkte

In der linken Spalte das vierte Bild ist das ein Schwärmer?! Wenn ja welcher?(Der sieht hammermäßig aus!)

Grüße Marvin


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#7

RE: Am Fuße der Pyrenäen

in Reise-, und Exkursionsberichte, Erzählungen 15.06.2015 23:25
von steffen1978 | 1.151 Beiträge | 28589 Punkte

Hi Manfred,
ist zwar so gar nicht das entomologische Freudentier, aber diese Spinne am tiliae ist ein Gigant, oder hast den Schwärmer "zu heiß gewaschen"?^^
Viel Freude und Erfolg in den Pyrenäen und Internet und Telefon würde ich an Eurer Stelle ganz weit weg schieben...
Gruß an Christa und schönen Urlaub,
Steffen


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#8

RE: Am Fuße der Pyrenäen

in Reise-, und Exkursionsberichte, Erzählungen 16.06.2015 10:40
von Manfred | 787 Beiträge | 32437 Punkte

Hallo Marvin,

das ist kein Schwärmer. Es ist eine Noctuide, Eutelia adulatrix.
NG Manfred



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#9

RE: Am Fuße der Pyrenäen

in Reise-, und Exkursionsberichte, Erzählungen 16.06.2015 11:16
von Marvin99 | 77 Beiträge | 477 Punkte

Ok :D
trotzdem voll cool! Wie groß ist der?

Grüße Marvin


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#10

RE: Am Fuße der Pyrenäen

in Reise-, und Exkursionsberichte, Erzählungen 16.06.2015 19:16
von Manfred | 787 Beiträge | 32437 Punkte

Hallo Marvin,

dieser schöne Eulenfalter ist nicht sehr groß, seine Spannweite ist ca. 3cm.

NG Manfred



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