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Von nemora bis Rakovec

in Schmetterlinge: Diverses 29.10.2016 12:22
von tippletopple | 694 Beiträge | 17573 Punkte

Beim Hochladen diverser Goldeulen fand ich unter den Exemplaren von Plusidia cheiranthi Fundortzettel, die In Latein abgefasst waren:

Carniola
nemora ad Savum
prope Lavacum




Carniola =Krain (eine jahrhundertealte österreichische Region, heute ein Teil Sloweniens) und... ad Savum prope Lavacum = zur Save nahe Laibach waren mir klar, obwohl mein Schul-Latein in den Jahren stark gelitten hat.

"nemora" konnte ich zunächst nicht übersetzen, also wurde schnell gegoogelt und es erschienen von Axel Steiner im Lepiforum geschriebene rätselhafte Zeilen, die besagten, dass er keinen Ort dieses Namens dort finden konnte. Ich wusste, dass "nemora" kein Ort sein kann, denn die werden im Lateinischen stets groß geschrieben!
Ich probierte also die lateinische Endung abzuwandeln, normal steht das "a" am ende für weibliche Dinge, aber auch für Sächliches in der Mehrzahl und erhielt bei "nemorum" einen Treffer: Wald, Hain... (natürlich ist das Latein viel ausgefuchster und es heißt nemus, nemoris und nicht nemorum wie ich annahm, aber diese Feinheiten erspar ich euch)

Facit also: die Übersetzung lautet:
Krain
Wälder an der Save
nahe Laibach

Ich schrieb dies im Lepiforum und wurde gleich von unserem überall aufmerksamen Steff darauf hingewiesen, dass der Eintrag von Axel Steiner, der als Rätsel übertitelt war, auch eine Fortsetzung samt Auflösung hat, wo er das sagenhafte "nemora" -so wie ich- als simplen Auwald enttarnt. Er schreibt auch, dass er diese lateinische Fundortangabe im Eulenband von Forster&Wohlfahrt bei P. cheiranthi vorgefunden hat (allerdings mit großem Anfangsbuchstaben) und er dadurch zu dieser Rätselanfrage animiert wurde.

http://www.lepiforum.de/2_forum_2013.pl?md=read;id=24209



Was aber noch immer aufklärungsbedürftig ist: warum steht bei mir ein anderer (Sammler)Name nämlich N.R. Rakovec, gedruckt! wohlgemerkt, nur das Datum ist handgeschrieben!, bei Axel Steiner ist aber bei dem offensichtlich identen Fundortetikett Ivan Hafner als Sammler angegeben, der sein Exemplar Wohlfart zum Malen zugrundelegte?

Chris

Nachdem die Art Plusidia cheiranthi nicht nur wunderschön, sondern auch ausgesprochen selten ist, interessiert natürlich jeder Fundort enorm!



zuletzt bearbeitet 29.10.2016 14:55 | nach oben springen


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