#1

Wildablage von Araschnia levana

in Sammeln und Beobachten von Schmetterlingen 15.06.2017 14:28
von Anthocharis | 493 Beiträge | 3842 Punkte

Hallo zusammen!

Es ist der 13.5.2017.
Wir befinden uns mitten in einem idyllischen Biotop. Das Wetter ist angenehm, seit Tagen sehr sonnig.
Es fliegen viele Falter (C-Falter, Kleine Füchse, Weißlinge, Zitronenfalter und vor allem Landkärtchen).
Landkärtchen flogen dieses Jahr so viele, dass bereits zahlreiche Eiablageversuche dokumentiert werden konnten, tatsächlich fand aber noch keine statt.

Gegen 11 Uhr: Wir befinden uns nunmehr in einer Abzweigung des Biotops, hier befinden sich rechts und links des Weges Weißdorne, Ahorne, Eichen und Heckenkirschen, die Bodenvegetation ist von verschiedenen Kleesorten (Rotklee, Weißklee, Hopfenklee), Vogelwicke, sowie Löwenzahn und Gräsern umgeben. Immer wieder sind kleinere Lichtungen auf der linken Seite auszumachen.

11:15 Uhr: Mittlerweile haben wir die zweite Lichtung passiert. Etwas hellbraunes fliegt vor uns auf. Wir ahnen bereits um wen es sich handeln muss. Und richtig, ein Landkärtchen bahnte sich seinen Weg. Verborgen vor den Blicken zweibeiniger Wesen verschwand es in der Lichtung hinter einem Rotdornstrauch. Wir folgen ihm und erleben eine Überraschung. Hinter dem Rotdorn erstreckt sich eine weitere Lichtung, vom Wegesrand nicht einsehbar.

11:16 Uhr: Das Landkärtchen landet auf einer halbschattig stehenden Brennnessel.



Es überprüft, ob sich dieser Platz zur Eiablage eignet.
Wenige Augenblicke danach beginnt ein faszinierendes und einmaliges Naturschauspiel.



Erst ein paar...



...dann immer mehr!





Der Falter von vorne!



Es ist 12:13 Uhr. Nach 57 Minuten der Eiablage fliegt unser Falter davon. Er hinterlässt eine Menge potentieller Nachkommen.



Ich hoffe euch hat der kleine Ausflug gefallen und ihr habt euch live dabei gefühlt :)

P.S. Die Entwicklung wird weiterhin beobachtet. Weitere Bilder folgen.


Viele Grüße, Joe


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#2

RE: Wildablage von Araschnia levana

in Sammeln und Beobachten von Schmetterlingen 19.06.2017 12:04
von Anthocharis | 493 Beiträge | 3842 Punkte

Hallo zusammen,

seit einiger Zeit reizt mich ein Zuchtversuch der form levana im Herbst hinzukriegen. D.h. ich habe vor, aktuell auffindbare Raupen zu züchten und letztendlich nachzuzüchten. Die nachgezüchteten Raupen sollen dann unter bestimmten Lichtverhältnissen gezüchtet werden:

"Werden die Raupen unter Langtagbedingungen mit 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit pro Tag gezüchtet, so entwickelt sich die Sommerform, die nach etwa 14 Tagen schlüpft. Ist dagegen die Tageslänge auf Kurztagbedingungen mit 14 Stunden Licht und 8 Stunden Dunkelheit verkürzt, so entwickelt sich die Frühjahrsform, die eine Puppenruhe einlegt und bei Temperaturen von unter +8 °C überwintern muss. Es reichen 12 Tage unter Langtagbedingungen während der Raupenentwicklung aus, um bei über 95 Prozent der Raupen die Sommerform zu erhalten."
Quelle: wikipedia

Nun müssten diese Kurztagraupen überwintern. Dies soll laut wikipedia gehen, indem man sie drei Monate bei ca. 8°C z.B. im Kühlschrank überwintert.
"...allerdings benötigten diese immer eine mindestens dreimonatige kühle Puppenruhe (Diapause)..."

All dies ließe sich ja über Terrarienlampen mit Zeitschaltuhr und Überwinterung im Kühlschrank gut machen.

Hat jemand von euch diesbezüglich schon Erfahrungen oder gar Lust das ganze mal mit zu probieren?

Der Saisondimorphismus bei levana ist wirklich eine sehr faszinierende Sache!


Viele Grüße, Joe


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