#1

Seltsamer Falter geschlüpft

in Schmetterlinge: Diverses 12.06.2012 20:10
von harald | 67 Beiträge | 571 Punkte

Hallo Zuchtfreunde,

bei der Kontrolle meiner Voliere heute morgen war neben einigen Cerura erminea und Sphinx pinastri ein seltsamer "Falter" geschlüpft.
Beim genauen Hinsehen war klar, wer da hin und her flatterte. Wie diese Schlupfwespe den Weg in eine meiner Puppen gefunden hat
ist mir nicht ganz klar, ich vermute aber über eine Kiefernschwärmerpuppe. Kennt Jemand diese Art?

VG Harald


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#2

RE: Seltsamer Falter geschlüpft

in Schmetterlinge: Diverses 12.06.2012 20:49
von TOX 2001 | 473 Beiträge | 2715 Punkte

.
Hallöle,

Diese Schlupfwespenart (welche es ist, habe ich bis jetzt selbst noch nicht herausfinden können, aber vielleicht gibt es hier jemanden, der den Namen kennt) habe ich auch immer wieder in meinen Zuchten. Sie befallen nicht die Puppen, sondern finden ihren Weg über die Raupen dort hin. Aufgefallen ist mir, daß die Raupen (bzw. in der Folge die Puppen) immer nur von einer einzigen von diesen relativ großen Schlufwespen befallen sind. Und es betrifft immer nur solche Falterarten, bei denen die Puppen überwintern. Ich habe mal von einer Art, bei der ich weiß daß sie bevorzugt befallen wird, die Kokons im Frühjahr geöffnet und habe gesehen, daß sich in den Kokons der befallen Tiere nur die Puppe dieser Schlupfwepen befand und keine Reste der Raupen oder Puppen des Falters, d. h. die Larven der Schlupfwespen müssen die Raupe bzw. die Puppe im Kokon völlig aufgefressen haben, bevor sie sich verpuppten.

Viele Grüße



zuletzt bearbeitet 12.06.2012 20:53 | nach oben springen

#3

RE: Seltsamer Falter geschlüpft

in Schmetterlinge: Diverses 12.06.2012 22:01
von klow | 1.239 Beiträge | 4460 Punkte

Hallo harald,

Probier mal ob du dieses tier kanst präparieren.
Schlupfwespen zint immer intressant.
Welche puppen hast du dar wo die slupfwespe
war. Kannst du ein loch entdecken in eine puppe
das nicht aussieht wie bei ein geschlupften falter.

Grusse jens


Grusse jens

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Ich bin noch jung und kan nicht viele tiere kaufen.
Aber ich habe die schanse um fon mein hobby mein job zu machen.
Ich hoffe später drauf biologe zu werden


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#4

RE: Seltsamer Falter geschlüpft

in Schmetterlinge: Diverses 13.06.2012 11:22
von harald | 67 Beiträge | 571 Punkte

Danke für die Antworten. Inzwischen kann ich mit großer Bestimmtheit sagen, dass die Wespe einer Kiefernschwärmerpuppe entschlüpft ist. Eine Puppenhülle hat nur ein Loch an der Seite, aus der kein Falter gekrochen sein kann. Einige der Puppen stammen aus der Natur und wurden mit Sicherheit als Raupe mit einem Wespenei versehen. Die Überwinterungskiste und die Voliere sind sicher vor Wespenzugriff.
Da ich keine Insekten töte, habe ich auch der Wespe die Freiheit geschenkt.

Beste Grüße
Harald


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#5

RE: Seltsamer Falter geschlüpft

in Schmetterlinge: Diverses 22.06.2012 16:27
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Harald!

Sorry, für meine verspätete Antwort! Bei der von dir abgebildeten Ichneumonidae (Schlupfwespe) handelt es sich um eine Protichneumon pisorius (Riesenschlupfwespe). Diese Art ist als Innenparasit von Schwärmerraupen bekannt, und kann bei warmer Witterung nicht selten auf Doldenblüten und anderen Blumen beobachtet werden. Schlupfwespen finden den Weg zu ihrer Beute zum einen über die Fressgeräusche der Raupen, und zum anderen durch Duftspuren.

@ Heinz: Auf welche Weise Protichneumon pisorius ihren Wirt aufspürt weis ich leider auch nicht.

LG
Michael


Selbst der Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Sturm entfachen!


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#6

RE: Seltsamer Falter geschlüpft

in Schmetterlinge: Diverses 21.10.2013 11:42
von Schwärmerliebhaber | 62 Beiträge | 379 Punkte

Ich vermute, dass diese Parasiten ihre Wirte durch gezielte Suche aufspüren und erst auf nähere Distanz dann eine Bestätigung durch Hormone und andere Duftstoffe erhalten. Die Suche wird wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Instinkt der Parasiten fest verankert sein und über die Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg durch die natürliche Auslese immer weiter verfeinert. Es ist halt ein Stück der Natur und zeigt sehr anschaulich, welcher Überlebenskampf an dieser Front geführt wird. Denkbar ist ferner, dass diese Parasiten auch einen wichtigen Teil zur Gesunderhaltung einer Population beitragen indem vermehrt solche Wirte befallen werden, deren genetische Prägung sich ungünstig verlagert hat (vermehrt Inzucht in bestimmten Gebieten durch immer kleiner werdende Lebensräume). Dann würde wahrscheinlich bei solchen Tieren ein verstärkter oder auf andere Weise interessant wirkender Duftstoffausstoß diese natürliche Polizei gezielt anlocken. Vielleicht ist dies sogar ein geplanter Überlebensschachzug einer Art, um nur gesunde und einwandfreie Populationen hervorzubringen. Wer weiß das schon mit absoluter Sicherheit ...



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