#1 Wichtige Hinweise für Fundortetiketten und notwendige Angaben zu Belegexemplaren von MichaelF 15.12.2017 21:22

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Liebe Kollegen, Freunde und Interessierte,


nochfolgender Text, der mir vor Kurzem von unserem geschätzen Kollegen und Freund Hubert Rausch, einem rennomierten österreichischen Entomologen und Buchautor, übermittelt wurde, beschreibt in einer kurzen aber sehr klaren und nachvollziehbaren Aufstellung, die korrekte Beschilderung der Fundortetiketten an Belegexemplaren.

Ich möchte diesen Text hier veröffentlichen, da ich der Meinung bin, dass die Argumente für sich sprechen, und vor allem Neueinsteigern und Amateuren eine sehr brauchbare Hilfestellung beim Anlegen einer wissenschaftlich wertvollen Sammlung bieten.



Zu Beginn eine Buchempfehlung: Grundsätzlich ein "bewährtes Kochbuch" für alle, die sich mit Taxonomie und Systematik ernsthaft beschäftigen. Und das sind natürlich auch zoolog. Freilandforscher mit Sammlungen (egal ob Profis oder Amateure). Es ist längst leider vergriffen aber antiquarisch doch immer wieder oder sogar regelmäßig erhältlich.

https://www.amazon.de/zoologischen-Syste...m/dp/3490039181

Uhrzeit, Temperatur, aber noch viel mehr ... gehören vor allem in das Aufsammlungsprotokoll (... wenn man genau sein möchte).

Grundsätzlich reicht eine einzige - eventuell 5-zeilige Fundortetikette (Schrift zB.: Calibri, 3-punkt oder besser 4-punkt) und darunter, wenn das Tier bestimmt wurde, eine exakte Determinationsetikette (2). Als Fundortangabe (1) gilt ohnehin nur jeweils das im Freiland entnommene oder gesammelte Tier ("Muttertier").

(1) Zur Fundortetikette, da sollte stehen: Staat (event. internat. Abkürzung nach dem Ländercod für alle Staaten der Erde mit 3 Buchstaben (ISO 3166, Alpa 3), Bundesland, Bezirk, Fundort (Ort, event. mit Berg, oder Tal, oder Fluss, oder Rotte, etc.), geographische Koordinaten mit Grad, Minuten und Sekunden, Seehöhe, Datum (die beiden letzteren auch uU mit von und bis (so genau und sinnvoll wie möglich), eventuell Signatur (diese korrespondiert mit den Sammelaufzeichnungen, wir verwenden das Jahr (zB ab 2018, "2018/01".

(1) Fundort-Zusatzetiketten für gezüchtete Tiere ... (EX OVO, mit Weibchen Nr.); oder EX LARVAE; für Lichtfang (oder sogar LF mit Temperatur und Zeit). Mit diversen Angaben, zB Larve verpuppt am ..., Parasit geschlüpft am ..., Imago geschlüpft am ..., usw. !

(2) Determinationsetiketten (unter den FO-Etiketten auf der Nadel): Aktueller wissenschaftlicher Name (möglichst kursiv) und mit Angabe des Autors (in Kapitälchen, wenn es jemand ganz genau machen will), der diese Art beschrieben hat. Name, Jahr, und je nach nomenklatorischer Vorgabe entweder in Klammer oder nicht (... also die offizielle Schreibweise zur Art). Weiters: Anzahl und Geschlecht (bei Proben zB in Ethanol). Bei genadelten Tieren, das Geschlechtszeichen. Und zuletzt der Determinator, sowie Datum der vorgenommenen Determination.

2.) letzte Zusatzetikette ... unserer Meinung nicht unbedingt erforderlich ... event. (Coll. Name, Institution, etc.).



Text: ©2017, Hubert Rausch


Liebe Grüße und Empfehlung

Michael

#2 RE: Wichtige Hinweise für Fundortetiketten und notwendige Angaben zu Belegexemplaren von Bigfoot 30.05.2021 17:08

Das wäre mir zu umständlich ; ich schreibe nur ein kleines Etikett, mit Bleistift Ort u. Datum.

#3 RE: Wichtige Hinweise für Fundortetiketten und notwendige Angaben zu Belegexemplaren von MichaelF 31.05.2021 23:02

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Das ist auch ok, aber die Spezies sollte schon drauf stehen

LG Michael

#4 RE: Wichtige Hinweise für Fundortetiketten und notwendige Angaben zu Belegexemplaren von Bigfoot 01.06.2021 09:45

Ja; das stimmt.

#5 RE: Wichtige Hinweise für Fundortetiketten und notwendige Angaben zu Belegexemplaren von Tonton 08.06.2021 06:40

Schön ist die Theorie der Sammlungsstapler !

Zitat von MichaelF im Beitrag #1

(1) Zur Fundortetikette, da sollte stehen: Staat (event. internat. Abkürzung nach dem Ländercod für alle Staaten der Erde mit 3 Buchstaben (ISO 3166, Alpa 3), Bundesland, Bezirk, Fundort (Ort, event. mit Berg, oder Tal, oder Fluss, oder Rotte, etc.), geographische Koordinaten mit Grad, Minuten und Sekunden, Seehöhe, Datum (die beiden letzteren auch uU mit von und bis (so genau und sinnvoll wie möglich), eventuell Signatur (diese korrespondiert mit den Sammelaufzeichnungen, wir verwenden das Jahr (zB ab 2018, "2018/01".



Ich quetsche alles auf 1 Etikett, in 4-5 Zeilen, und so'n Schnorrelkrams wie Bundesland, Bezirk, ISO ist mir viel zu lang !
Kriege ich doch gar nicht auf's Etikett !

Das wollen doch nur die "Beamtenhüter": alles schön in ihre Normen pressen, damit es in ihre vorgefertigten Excel-Tabellen passt.
Wer sich darauf einlässt, ist selbst Schuld.

Bei mir sieht ein Etikett wie folgt aus:

Zitat
Genus - Art
Land, Fundort, Höhe, Sex
Geograf.Koordinaten (manchmal auch gar nichts)
leg./Finder: ich, Datum

(manchmal eine zusätzl. Zeile: Zuchtpflanze)



Und dabei ist mir die "Zeichenfolge" , Police: egal
Hauptsache ist doch, dass man's versteht's. Alles andere ist "Behördenduselei", und damit kann er mir gerne was rumdusel: es kann ruhig ignoriert werden.

Ach ja: Und auch Museen akzeptieren meine Etiketten. Sollen sie es nicht machen: müssen sie einfach zurückschicken, dann gebe ich sie einem anderen, weniger pingeligen Museum.

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Was man gerne hat: ist wenn man es klein druckt !
Police 6, wurde mir gesagt. Das bekommt mein Drucker gar nicht hin.
Also drucke ich sie in Police 7 - und den Artennamen in 8 - einfach damit ich es auch lesen kann, ohne immer gleich mit der Lupe rumziehen zu müssen.

Bei grossen Arten (Sphingidae, Erebidae) ist die Hauptsache, dass das Etikett nicht über den Falter hinausragt. Kann man also auch in Police Grösse 8, 9 oder 10 drucken.

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Als "Service" liefer ich meist noch ein Doppeltes Artenetikett dazu, Grösse Police 12.
Einfach damit sie sich das in die Schublade kleben können, und das zweite Exemplar ist für Aussen auf die Schublade.
Kann sein, dass sie es verwenden, kann auch sein, dass sie dieses wegschmeissen.

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Stock Numbers:
Haben diese auch gerne bei Typen !

Ich lasse mir dazu vom Museum die Stock Numbers zukommen und drucke sie einfach mit auf's Etikett.
z.B. NHM12345678 - Holotype

Getrennt schicke ich denen die Liste wieder zu. ZB. welche Nr. welcher Art zugeteilt wurde.
Das dient nur der Arbeitserleichterung, damit diese sich nicht die Daten wieder rauslesen müssen.


=====
Anderes Material: ist sowieso unerwünscht !
Was sollen sie auch mit dem 500ten oder 5.000ten Exemplar von einer Art xyz. abc machen ?
Sich damit die 50ste oder 500ste Schachtel anlegen, damit sie niemand mehr anguckt/wiederfindet ?

Manchmal füge ich einer Sendung ein paar Exemplare einer bereits beschriebenen Art bei, um bei mir Platz zu schaffen. Aber was sie damit anstellen, blieb mir unerschlossen.
Ich habe auch nicht nachgebohrt.

#6 RE: Wichtige Hinweise für Fundortetiketten und notwendige Angaben zu Belegexemplaren von Bigfoot 09.06.2021 20:25

Wegen Museumsexemplaren: kann man Falter, die man dem Museum gegeben hat, eigentlich wieder zurück forden (wenn man es sich anders überlegt hat?)

#7 RE: Wichtige Hinweise für Fundortetiketten und notwendige Angaben zu Belegexemplaren von Tonton 13.06.2021 06:45

Na, geschenkt ist geschenkt ....
===
Bigfoot, das kommt darauf an, ob Du denen diese leihweise gegeben hast, oder geschenkt/gespendet hast.

Mich würde es wundern, wenn Museen überhaupt Falter "leihweise" annehmen würden. Macht halt doch Arbeit, diese müssen dafür ja auch eine "Schublade" bereitstellen, diese vor Befall schützen, in das Inventar eingeben, etc.

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