#1

Zuchttagebuch - Spilosoma lubricipeda

in Zucht von Schmetterlingen 13.07.2013 12:14
von Gelöschtes Mitglied
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Zuchtbericht | Zuchttagebuch
Spilosoma lubricipeda (Linnaeus, 1758)
Indoor-Zucht bei Zimmertemperatur





Zuchtbeginn (Fang eines Freilandweibchens):

23.6.2013

Fundort: Krems/NÖ/A, am frühen Morgen unter Lampe an einer Mauer sitzend.
Temperatur: ca. 23 °C,
Witterung: erste Nacht mit Regen und Abkühlung nach einer mehrtägigen Hitzewelle mit über 30°C!

Das Weibchen wurde zusammen mit einem Blatt Löwenzahn (Taraxacum sp.) in eine transparente Zuchtbox (20 x 20 x 10 cm) verbracht.

Eiablage:

in der Nacht vom 23.6. – 24.6.2013

Die Eiablage erfolgte ohne weiteres Zutun und ohne Probleme bereits in der ersten Nacht. Bei der morgendlichen Kontrolle wurden 2 größere Gelege am Deckel der Zuchtbox gefunden. Einige Eier klebten einzeln daneben bzw. lagen am Boden der Zuchtbox. Alle Eier wurden angefeuchtet und vorsichtig mit einem Pinsel abgelöst. Nach dem Trocknen erfolgte die Lagerung in einer kleinen Schlupfbox (Plexiglasbox, 10 x 5 x 4 cm).

in der Nacht vom 24.6. – 25.6.2013

Noch einmal wurden vom Weibchen einige Eier sowohl an den Deckel der Zuchtbox, als auch auf den Boden geklebt. Das Weibchen wurde am frühen Morgen wieder in die Freiheit entlassen.

28.06.2013 | ca. 10:30 Uhr

Die ersten Eier verändern langsam die Farbe. Sie werden dunkler!

28.06.2013 | ca. 17:00 Uhr

Die meisten Eier zeigen bereits dunkle schwarze Punkte, was auf einen baldigen Schlupf der Eiräupchen hoffen lässt. Zur Sicherheit wurde Taraxacum sp. als Raupenfutterpflanze in die Schlupfbox eingebracht.

Schlupf der Eiräupchen L1:

29.06.2013 | ca. 06: 30 Uhr

Die meisten Eiräupchen sind über Nacht geschlüpft. Das bereits welke Futter, dass am Vorabend in die Schlupfbox verbracht worden ist, wurde durch frisches (2 Tage eingewässertes) Futter ersetzt. Die Eiräupchen waren fast ausschließlich im unmittelbaren Bereich des Geleges versammelt. Kein einziges Räupchen ist zum bereits welken Futter gekrochen, welches in unmittelbarer Nähe lag. Das frische Futter wurde daher direkt über die geschlüpften Tiere gelegt, woraufhin einige sofort auf die Blätter überwechselten, zum gegenwärtigen Zeitpunkt (innerhalb der letzten halben Stunde) konnte allerdings noch nicht beobachtet werden, dass die Räupchen angefangen hätten zu fressen.


29.06.2013 | ca. 12: 00 Uhr

Leichte Fraßspuren an der Unterseite eines Blattes konnten festgestellt werden. Die Eiräupchen nehmen das Futter also an, und haben begonnen zu fressen.

29.06.2013 | ca. 17: 00 Uhr

Trotz Futterwechsels konnten seither keine weiteren Fraßspuren am Futter, oder Fressverhalten beobachtet werden. Die meisten Räupchen verstecken sich in kleinen Gruppen auf der Unterseite der Unterseite der Blätter und verhalten sich ruhig. Einzelne Exemplare laufen umher.

29.06.2013 | ca. 17: 00 Uhr

Beim letzten Futterwechsel konnten nun bereits deutliche Fraßspuren an den welken Blättern festgestellt werden. Die Tiere fressen in Gruppen an der Blattunterseite, in diesem Stadium offenbar nur die obere Zellschicht des Blattes, sodass nicht sofort ersichtlich war, dass die Eiräupchen bereits mit der Nahrungsaufnahme begonnen hatten. Auch die ersten winzigen Kotballen weisen eindeutig auf die Annahme des Futters hin.

Inzwischen sind fast alle Eier geschlüpft. Da die Eiablage an zwei aufeinander folgenden Tagen erfolgte, wird der Schlupf der restlichen Eiräupchen im Laufe des morgigen Tages erwartet.

30.06.2013 | morgens

Die Räupchen haben sichtlich an Größe zugelegt. Dies konnte vor allem im Vergleich zu jenen Tieren festgestellt werden, die im Laufe der Nacht geschlüpft sind. Die am Abend eingebrachten Taraxacum sp. – Blätter waren zudem deutlich abgefressen. Auch die Menge an Kotballen lässt auf eine rege nächtliche Fressaktivität schließen.

02.07.2013 | morgens

Nachdem die Tiere gestern zunehmend weniger Nahrung aufgenommen haben, stellten sie nun weitgehend das Fressen ein. Bein Futterwechsel am morgen konnten nur noch vereinzelte Fraßspuren an den Blättern festgestellt werden. Die Raupen sind zu zwei Drittel alle dunkler gefärbt, und sind sehr bewegungsunfreudig. Am morgen wurde frisches Futter bereitgestellt

Häutung zu L2:

02.07.2013

Ebenso am Morgen wurde eine abgestreifte Raupenhaut gefunden. Bei der Mittagskontrolle konnten dann weite abgestreifte Raupenhäute festgestellt werden. Etwa ein Drittel der Raupen haben sich bisher nach L2 gehäutet. Die zaghaften Fraßspuren an den Blättern deuten jedoch noch nicht auf die neuerliche Fressaktivität der L2 Raupen hin. Diese lassen auf die Nachzügler schließen, die zum Teil erst einen Tag später geschlüpft sind.

02.07.2013 |18:00 Uhr

Fast alle Raupen haben sich inzwischen nach L2 gehäutet. Bisher keine Ausfälle (Ausnahme: 1 Raupe, die aus Versehen beim Futterwechsel zerdrückt wurde). Auch die Nahrungsaufnahme hat wieder begonnen. Die Tiere sind jetzt insgesamt dunkler, und wesentlich intensiver behaart. Das fällt vor allem im Vergleich zu den L1 Nachzüglern auf, deren Färbung bedeutend heller ist.

04.07.2013

Die Raupen haben deutlich an Größe zugelegt. Einige Tiere setzen sich am Deckel ab, das Fressverhalten hat zudem wieder merklich nachgelassen, was auf eine baldige Häutung der ersten Raupen nach L3 schließen lässt.

Häutung zu L3:

05.07.2013 | 06:30 Uhr

Die Häutung der meisten Raupen zu L3 erfolgte während der Nachtstunden. Nachdem am Vorabend kaum Fraß an den Futterpflanzen festgestellt werden konnte, waren die am Abend eingebrachten Blätter am Morgen deutlich abgefressen. Eine tote Raupe musste entfernt werden, da sie die Häutung nicht geschafft hatte. Einige wenige Nachzügler sind noch in L2

06.07.2013 | morgens

Inzwischen sind alle Raupen in L3 und fressen ausgesprochen gut. Die Tiere sind inzwischen schon gut 1 cm lang und wachsen in atemberaubendem Tempo. Au Grund der erreichten Körpergröße wurden die Raupen in eine größere Zuchtbox (20 x 20 x 10 cm), verbracht. Zusätzlich zum Löwenzahn wurde den Tieren auch ein Spitzwegerichblatt (Plantago lanceolata) vorgesetzt.

06.07.2013 | 15:30 Uhr

Seit den Mittagstunden sammeln sich die Raupen wieder vermehrt am Deckel der Zuchtbox! Auch die Fressintensität lässt merkbar nach. Nach dem raschen Wachstum der Raupen zu schließen bereiten sich bereit wieder Tiere auf die nächste Häutung nach L4 vor. Wenn man bedenkt, dass die letzte Häutung erst in der Nacht vom 4. auf den 5. Juli erfolgte, kann durchaus von einem sehr raschen Entwicklungsverlauf gesprochen werden. Die wenigen raupen die noch Futter aufnehmen, fressen seit den Mittagstunden zwar zaghaft aber auch am eingebrachten Spitzwegerich. Eine gleichzeitige Fütterung mit beiden Futterpflanzen scheint also möglich.

07.07.2013 | morgens

Während der Nachtstunden wurde keine, bzw. nur sehr wenig Nahrung aufgenommen. Einige Raupen saßen wieder am Deckel der Zuchtbox, die meisten jedoch an der Unterseite der welken Blätter. Die Verfärbung mancher Raupen, und die eindeutige Körperform lassen auf eine demnächst einsetzende Häutung zu L4 schließen. Das Futter wurde ausgetauscht, und die Raupen wieder darauf gesetzt.

Häutung zu L4:

07.07.2013 | 19:00 Uhr

Ein Teil der Tiere hat mit der Häutung begonnen. Seit den Mittagsstunden können immer wieder Tiere dabei beobachtet werden. Insgesamt scheint die Entwicklung der einzelnen Raupen nun deutlich verzögerter zu verlaufen. Wenn die vorangegangenen Häutungen stets eine Nacht dauerten, ist diesmal noch nicht einmal die Hälfte der Raupen gehäutet. Der Zuchtbox wurde gereinigt und frisches Futter für die Raupen eingebracht. Ein Teil der L4 Raupen begann auch sogleich zu fressen.

08.07.2013 | morgens

Überraschenderweise waren bei der morgendlichen Zuchtbox-Kontrolle noch immer nicht alle Tiere in L4. Vereinzelte Raupen saßen zur Häutung bereit an Deckel und Wänden der Zuchtbox. Die zuerst gehäuteten Raupen fressen sehr gut, und haben bereits wieder deutlich an Größe zugelegt. Als Nahrungspflanzen werden nun Taraxacum-, und Plantagoblätter gereicht. Zwar nehmen die Tiere lieber den Löwenzahn, aus Gründen der Verfügbarkeit erhalten sie aber den beschriebenen Mix!

08.07.2013 | 12:30 Uhr

Inzwischen ist es gut 24 Stunden her, seit sich die ersten Raupen zu L4 gehäutet haben. Einige Nachzügler sind aber immer noch in L3. Die größten Raupen sind mittlerweile doppelt so groß wie die kleinsten, obwohl alle Eier vom Weibchen innerhalb von 24 Stunden gelegt wurden. Erwähnenswert ist noch die beeindruckende Geschwindigkeit der Raupen, wenn sie versuchen davon zu laufen.

Häutung zu L5:

10.07.2013 | 6:30 Uhr

Die ersten Raupen haben sich über Nacht in L5 gehäutet. Das Futter wurde gewechselt, und besteht nun aus etwa gleichen Teilen Spitzwegerich und Löwenzahn. Da in der Nacht zudem nur sehr schwache Fressaktivitäten feststellbar waren, und die die Typische Haltung und Färbung vor einer Häutung aufweisen, ist mit weiteren Häutungen der meisten der Raupen tagsüber zu rechnen.

12.17.2013 | 20:00 Uhr

Beim abendlichen Futterwechsel wurden die Tiere getrennt, und auf zwei Boxen aufgeteilt. Dies erfolgte zum einen auf Grund der nunmehrigen Größe Tiere sowie der mittlerweile deutlichen Unterschiede im Wachstum der Raupen. Die Differenz zwischen dem größten und dem kleinsten Tier beträgt gut 100%, wobei die kleineren raupen seit gestern Abend wieder die Position zur Häutung eingenommen haben. Es entsteht fast der Eindruck, dass die kleineren Exemplare eine ganze Häutung nachhinken. Die größeren Raupen fressen ungewöhnlich viel und wachsen extrem schnell.

13.07.2013 | 10:00 Uhr

Die Häutung der kleineren Tiere hat bereits begonnen. Die größeren Raupen nehmen nun auch langsam die Position zur Häutung in L6 ein und versammeln sich am Deckel der Zuchtbox. Interessant ist, dass die Kopfgröße der kleineren, bereits gehäuteten Tiere, nun etwa genau so groß ist wie jene der großen Raupen vor der Häutung, obwohl die Tiere in etwa gleich alt sind. Beim Futterwechsel heute morgen, war noch kein Tier gehäutet.

Häutung zu L6:

13.07.2013 | 10:00 Uhr

Die kleineren Tiere haben bereits begonnen sich erneut zu häuten. Auf Grund der geringen Größe entsteht jedoch der Eindruck, dass diese Häutung erst nach L5 erfolgen kann, was aber durch die genaue Protokollierung der bisherigen Zucht ausgeschlossen erscheint. Dennoch wird das Verhalten der beiden, nun getrennten Gruppen genau beobachtet und dokumentiert werden.


.....Fortsetzung folgt


Freunde sind Engel die dir auf die Beine helfen, wenn deine Flügel verlernt haben zu fliegen!


zuletzt bearbeitet 13.07.2013 18:18 | nach oben springen

#2

RE: Zuchttagebuch - Spilosoma lubricipeda

in Zucht von Schmetterlingen 26.07.2013 12:25
von Gelöschtes Mitglied
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13.07.2013 | 19:00 Uhr

Obwohl die Häutung insgesamt noch voll im Gange ist, hat sich bereits ein beträchtlicher Teil der Raupen in der ersten Kontrollgruppe (die kleineren Tiere) gehäutet. Die Raupen der zweiten Gruppe (die Großen) ziehen sich nun vermehrt in die Ruheposition zurück und bereiten sich ebenfalls auf die bevorstehende Häutung vor.

14.07.2013 | 06:15 Uhr

Die Raupen der ersten Gruppe (die kleinen Tiere) sind nun fast alle gehäutet und haben das beim abendlichen Futterwechsel gereichte Futter zur Gänze aufgefressen. Nicht so die Tiere der zweiten Kontrollgruppe (die großen Tiere). Dort haben sich erst sehr wenige Exemplare gehäutet. Ein gutes Viertel frisst noch in L5, der Rest hat sich zur Häutung an den Deckel der Box zurückgezogen. Auch das am Vorabend gereichte Futter war noch in weiten Teilen vorhanden, und zumeist nur angeknabbert. Aufgefallen ist, dass die Tiere mit Sicherheit Löwenzahn (Taraxacum sp.) bevorzugen, da die Blätter dieser Futterpflanze zur Gänze verzehrt waren, und teilweise sogar die Stiele gefressen wurden, anstatt auf die noch reichlich vorhandenen Spitzwegerichblätter (Plantago sp.) zu wechseln.

14.07.2013 | 19:00 Uhr

Auf Grund der sehr deutlichen Unterschiede im Erscheinungsbild hat sich entgegen bisheriger Annahmen bestätigt, dass die Tiere der ersten (Kontrollgruppe) sich tatsächlich erst in L5 gehäutet haben. In der zweiten Kontrollgruppe ist ein Drittel der raupen nun tatsächlich in L6. Ein kleiner Teil der dortigen Raupen nimmt zurzeit auch noch Nahrung auf, der Großteil hat sich jedoch am Deckel in Häutungsruhe begeben.
Zum Erscheinungsbild: Die L6 Tiere wirken insgesamt wesentlich massiger und weisen eine im Vergleich zum L5 Stadium beinahe verdoppelte Haardichte auf. Die Ruheraupen wurden beim abendlichen Futterwechsel am Deckel belassen, ansonsten wurden zu etwa gleichen Teilen frische Löwenzahn und Spitzwegerichblätter eingebracht.

15.07.2013 | 06:15 Uhr

Wie bereits in der Nacht zuvor haben die kleineren Tiere ihr Futter während der Nachtstunden zur Gänze aufgefressen. Dabei wurden sowohl die Taraxacum-, als auch die Plantagoblätter gefressen. Zudem haben sich in dort einige wenige Tiere nun auch in L6 gehäutet. Nicht so die Tiere der zweiten Gruppe. Noch immer sind nicht alle (aber fast alle) Raupen dort in L6 – auch wurden die Spitzwegerichblätter weitestgehend nur angeknabbert, während der Löwenzahn fast vollständig gefressen wurde. Sowohl das sich nun deutlich streckende Entwicklungsschema als auch die unterschiedlichen Vorlieben bei der Nahrungsaufnahme sind sehr interessant. Die Tatsache, dass sämtliche Tiere dieses Zuchtversuches aus einem einzigen Gelege stammen, erscheint in diesem Zusammenhang besonders faszinierend. Leider war, bzw. wird, auf Grund der nun individuell verzögerten Entwicklung der Raupen die genaue Häutungsfolge nicht leicht zu protokolieren sein.

17.07.2013 | 06:15 Uhr

Bereits den zweiten Tag in Folge wurde sämtliches gereichte Futter von den größeren Tieren während der Nachtstunden zur Gänze verzehrt. Im Gegensatz zu früheren Beobachtungen, wurden dabei auch die gereichten Spitzwegerichblätter mitsamt Stielen gefressen. Die Gruppe der kleineren Tiere bereitet sich nun bereits seit mehreren Tagen auf eine große Häutung vor. Inzwischen kann mit Sicherheit festgestellt werden, dass diese Gruppe eine Häutung hinterher hinkt, nur insgesamt 5 Tiere in dieser Gruppe befinden sich bereits in L6. Die Raupen der erstgenannten Kontrollgruppe haben die Futteraufnahme verdoppelt. Anzeichen auf eine bevorstehende Häutung nach L7 können zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht beobachtet werden. Interessant ist zudem, dass sich die Größendifferenz zwischen dem kleinsten und größten Tier (beide Kontrollgruppen) bereits auf ein Verhältnis von 1 zu 3 ausgedehnt hat. Zwar trifft dies nur auf sehr wenige Exemplare zu, bei diesen (den kleinsten Tieren) entsteht aber beinahe der Eindruck, dass diese in ihrer Entwicklung stehen geblieben sind ob wohl die Tiere gesund und agil auftreten. Beide Gruppen erhalten alle 12 Stunden frisches Futter, wobei der Gruppe der größeren Tiere, während der letzten zwei Tage auch zwischenzeitig immer wieder einige Blätter in die Zuchtbox gereicht wurden, um die benötigte Futtermenge anzugleichen.

18.07.2013 | 19:00 Uhr

Während er Nachtstunden von 17. auf 18.07.2013 hat sich nun der Großteil der kleineren Tiere ebenfalls nach L6 gehäutet. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befinden sich nur noch einige wenige Tiere in Häutungsruhe. Bereits am gestrigen Abend, wurde die Gruppe der größeren Tiere erneut aufgeteilt, wobei einer der beiden Gruppen von nun an ausschließlich Löwenzahn, und der anderen ausschließlich Spitzwegerich gereicht wird. Die Gruppe der kleineren Tiere erhält nach wie vor Mischkost aus beiden Pflanzenarten. Auf diese Weise soll erhoben werden, inwieweit sich das gereichte Futter auf die weitere Entwicklungsgeschwindigkeit der Raupen auswirkt, bzw. ob dann später auch Unterschiede, etwa bei der Größe der Imagos festzustellen sein werden.
Insgesamt kann die bereits gemachte Beobachtung bestätigt werden, dass eine eindeutige Vorliebe für Taraxacum Blätter besteht. Die Gruppe der Plantago-Fresser benötigte einige Zeit um das Futter anzunehmen (es waren wohl viele Raupen dabei, die sich bisher ausschließlich von Taraxacum Blättern ernährten), dennoch werden die Blätter nun angenommen und ohne Probleme verzehrt. Dadurch kann es wohl auch als erwiesen angenommen werden, dass die polyphag fressenden Raupen ohne Probleme auch in höheren Entwicklungsstadien auf neues Futter umgestellt werden können.
Jeweils um 11:00 Uhr und um 15:00 Uhr wurde den Tieren erneut frisches Futter verabreicht, da das Morgenfutter bereits fast, oder zur Gänze verzehrt wurde. Insgesamt ist der Futterverbrauch in den letzten Tagen enorm gestiegen. Vor allem die größeren Raupen fressen in unglaublicher Geschwindigkeit und Menge – hauptsächlich während der Nachtstunden, oder wenn die Zuchtbox ins Dunkle gestellt wird.
Um 20:00 Uhr wurde den Tieren dann noch einmal etwas Futter für die Nacht verabreicht.

19.07.2013 | 19:00 Uhr

Der Versuch, den Raupen ausschließlich mit jeweils nur einer Pflanzensorte zu füttern wurde abgebrochen. Zum einen konnte beobachtet werden, dass die Raupen die Plantago Blätter wesentlich besser annehmen, wenn ihnen zudem auch Taraxacum Blätter gereicht werden.
Zusätzlich zu den beiden bereits erwähnten Futterpflanzen wurden den Tieren am Nachmittag einige Blätter der Großen Brennnessel (Urtica dioica) gereicht. Die Blätter wurden sofort angenommen und mit Vorliebe verzehrt. Die zur gleichen zeit ebenfalls frische gereichten Löwenzahn und Spitzwegerichblätter bestätigten die Vorlieben der Raupen eindeutig. Am liebsten fressen sie Löwenzahn, gefolgt von Brennnessel und dann dem Spitzwegerich. Allen drei Kontrollgruppen wurde daher am Abend eine Mischung aus den genannten Pflanzenarten gereicht.

20.07.2013 | 19:00 Uhr

Am Morgen hatten alle drei Kontrollgruppen sämtliche Futterpflanzen zur Gänze verzehrt. Wie bereits am Abend zuvor wurde den Tieren eine Futtermischung aus den genannten drei Pflanzenarten gereicht. Bei der Mittagskontrolle musste jedoch festgestellt werden, dass die größeren Tiere vermehrt unruhig in der Box umherlaufen, und bis auf einige wenige abgefressene Blätter ihr Futter nicht berührt hatten. Zur Sicherheit wurde in jede Box eine kleine Menge Frische Blätter eingebracht. Die Gruppe der Kleineren Tiere begann auch sofort zu fressen, und vertilgte die Futtermenge in wenigen Stunden. Interessant ist auch die Beobachtung, dass die Raupen offenbar auch Ackerwinde (Convolvulus arvensis) verzehren, denn von jenen Blättern und Ranken dieser Pflanze, die um die Löwenzahnstängel geschlungen waren, war danach ebenso wenig übrig wie von der Brennnessel selbst. Eine Angabe zu dieser Pflanze als Futter für Spilosoma lubricipeda konnte in keiner Literatur gefunden werden. Beim abendlichen Futterwechsel erhielten die Raupen daher nun einen Mix aus C. arvensis, U. diocia, P. laceolata und Taraxacum sp.
Die Gruppen der Großen Tiere zeigten das bereits oben beschriebene Verhalten, und haben das neu gereichte Futter nicht oder nur an ganz wenigen Stellen angeknabbert. Hier kann von der beginnenden Wanderphase ausgegangen werden, auch, da beim Abendlichen Futterwechsel erste Gespinste festgestellt wurden. Diese mussten allerdings aufgelöst werden, da sich eine Unmenge Kot und Flüssigkeit an der Einlage befand. Nach dem Tausch der Einlage (das bisher verwendete WC Papier wurde gegen drei Lagen festeres Küchenpapier getauscht), wurde das verwelkte Futter in der Mitte der Boxen angehäuft, sodass sich die Tiere darin einspinnen können. Ringsum wurden noch ein paar Blätter frisches Futter aufgereiht, und die Raupen wieder eingesetzt.

22.07.2013 | 10:40 Uhr

Auf Anraten eines Züchterkollegen wurde jenen Raupen die bereits am Vortag Tendenzen zum Einspinnen zeigten, und sich offenbar in der Wanderphase befinden, zerknülltes Klopapier in die Zuchtboxen gelegt. Dies soll den Tieren neben getrockneten Blättern, zusätzlich Raum zum einspinnen anbieten. Die Papierkugeln wurden so angeordnet, dass in der Mitte der Zuchtboxen noch genug Raum für frisches Futter verbleibt, da immer noch einzelne Raupen, auch in diesen Behältern Nahrung aufnehmen.
Die Gruppe der kleineren Raupen zeigt noch keine Wandertendenzen. Das Mischfutter wurde auch während der letzten Nacht beinahe rückstandslos verzehrt. Immer noch faszinierend ist die Begeisterung, mit der die Raupen die gereichte Winde fressen. Eine echte Alternative.

Verpuppung:

23.07.2013 | 15:00 Uhr

Bei einer Kontrolle der Zuchtboxen, im Zuge derer allfällig bereits vorhandenen Puppen in eine Schlupfbox verbracht werden sollten, wurde festgestellt, dass sich jene Blattreste, unter den die Kokons vermutet wurden, anfingen zu fermentieren. Ebenso entströmte den Zuchtboxen ein unangenehmer Verwesungsgeruch, weswegen Nachschau gehalten und die Blattreste entfernt wurden. Dabei kamen nicht nur einige Puppen (leider teilweise deformiert) zum Vorschein, sondern auch eine hohe Anzahl abgestorbener Präpuppen sowie Raupen. Diese lagen zum Teil direkt neben den Kokons der noch nicht verpuppen Präpuppen – inmitten von Kot und faulenden Pflanzenresten. Die boxen wurden bis vor zwei Tagen zweimal täglich gereinigt, und erst seit kurzem nur noch oberflächlich versorgt, um den Tieren Ruhe vor der Verpuppung zu ermöglichen. Die starke Verschmutzung der Boxen und der Grad der Pflanzenfermentation überraschte dann doch. Daher wurden sämtliche Puppen und Präpuppen mitsamt den gereinigten Kokons in eine eigene Box verbracht, und dort in mehreren Schichten aus WC Papier gelagert. Die toten Tiere sowie die Blattreste wurden entfernt. Die Boxen der noch nicht verpuppungsbereiten kleineren Raupen wurden umstrukturiert. Als Grundlage wurde nun eine etwa 1,5 cm hohe Schicht fast trockener Blumenerde in die Zuchtboxeneingebracht. Darauf eine etwa 5 – 6 cm hohe Schicht zerknülltes WC Papier, mit einer kleinen Schicht Futter ganz oben.

24.07.2013 | 06:00 Uhr

Das alte Futter das zu einem Gutteil immer noch von einigen Tieren gefressen wird, wurde entfernt und gegen Frisches ausgetauscht. Ebenso die oberste Schicht Papier, auf der sich Flüssigkeiten und Kot angesammelt hatte. Den verbleibenden Raupen wird in dieser Phase nun nur noch Löwenzahn verfüttert, da dieser immer noch am Besten angenommen wird, und so die Vitalität und das Immunsystem der Tiere gestärkt werden soll. Auch konnten die ersten Gespinste an der Erdoberfläche entdeckt werden, und es befinden sich einige Raupen in der Wanderphase.

24.07.2013 | 11:00 Uhr

Auf Grund der geringen Futtermenge am Morgen und den Erfahrungen des Vortages wurde eine kleine Menge frischer Blätter nachgereicht. Kot und alte Futterreste wurden entfernt. Die Präpuppen und Kokons, die aus den verschmutzten Boxen der am weitesten entwickelten Tiere entnommen wurden, haben sich in der Zwischenzeit gut verpuppt. Das konnte bei einer Nachschau in den oberen Papierschichten eindeutig festgestellt werden. Um diese heikle Phase nicht weiter zu stören, wurde vorerst darauf verzichtet auch die tieferliegenden Schichten zu kontrollieren. Jedenfalls erscheinen die obersten 5 Puppen gesund und nicht deformiert.

24.07.2013 | 17:00 Uhr

Beim abendlichen Säubern der Boxen konnte nun eine deutlich höhere Anzahl an Raupen in Wanderphase festgestellt werden. Auch wurde das am späten Vormittag gereichte Futter so gut wie nicht mehr angefressen. Um so schonend wie möglich vorzugehen, wurden die wenigen Kotballen mit einer Pinzette entfernt, und nur einige Blätter frisches Futter nachgereicht. Da die Tiere überwiegend nachts fressen, ist ein zusätzlich ein spätabendlicher Kontrolltermin eingeplant, bei dem je nach Bedarf frisches Futter nachgereicht werden kann.


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