Liebe Freunde, ich möchte hier ein paar Möglichkeiten vorstellen, Raupen relativ naturnah zu züchten.
Ich beginne mit einer Methode, Arten (wie zum Beispiel Wurzeleulen) die an Gras beziehungsweise auch an deren Wurzeln leben, relativ einfach zu halten und auch durch den Winter zu bringen: Man braucht dazu einen Blumentopf (Ton oder Kunststoff) und eine Obstglocke (eine Art Käseglocke aus Metallgitter, die leider nicht immer aber immer wieder in Billigshops sehr günstig zu kaufen sind). Der Durchmesser des Topfes muss so gewählt werden, dass die Kuppel aus Metall etwas größer ist und somit darübergestülpt werden kann. Im Blumentopf wird unten ein engmaschiges Fliegengitter auf die Löcher gelegt, etwas Kies oder Blähton und Sand daraufgegeben und zuletzt die Futterpflanze in normaler Gartenerde eingetopft. Wenn sie angewachsen ist nach wenigen Tagen (am besten noch ohne Haube), wird sie zurechtgestutzt und die Raupen können ausgesetzt werden und sind durch die Glocke vor Feinden geschützt. Aufgestellt wird der Behälter wenn möglich im Freien, wo es weder zu sonnig noch zu nass ist, also zum Beispiel an der Nordostseite unter einen kleinen Dachvorsprung.
Wenn genügend Eier vorhanden sind, kann man selbst diese direkt in den Topf einbringen. Es empfiehlt sich, eine kleine "Kontrollpopulation" auf herkömmliche Art im Plastikdoserl zu halten, damit man anfangs über den Entwicklungsstand informiert bleibt, denn die kleinen Raupen bleiben zunächst so gut wie unauffindbar. Außerdem sollte man rechtzeitig einen zweiten Topf vorbereiten, wenn die Freßlust von erwachsenen Raupen dann zu groß wird und diese übersiedelt werden müssen. Diese Art der Zucht eignet sich natürlich auch gut für viele andere Arten, die niedere Pflanzen fressen, frische Luft und Sonnenlicht brauchen wie zum Beispiel Apolloarten.
Hier möchte ich zeigen, wie man Raupen züchten kann, die auf Gehölzen leben, nämlich das "Ausbinden". Die Methode wird schon sehr lange verwendet, Koch beschreibt sie in seinem Buch.
Ich möchte hier einige Details erwähnen, die für den Erfolg dieser Methode wichtig sind.
Zunächst die Grundlagen: Man braucht einen Sack (etwa 40cm x 80cm, kann auch größer oder kleiner sein), der über Äste gestülpt wird und mittels einer Schnur fest zugebunden wird. Die Raupen fressen drinnen die Blätter, man hat kaum Arbeit, wenn der Ast abgefressen ist, wird ein neuer eingebunden.
Das Wichtigste dabei ist das Material, woraus dieser Sack besteht: am besten hat sich ein Material bewährt, welches im Fachhandel als "Voile" gehandelt wird, eine sehr feinmaschige Kunstfaser. Diese hat den Vorteil, nach Regen schnell wieder zu trocknen, was wichtig ist, da sich ja auch der Kot drinnen sammelt. Außerdem ist dieses Material wesentlich blickdichter als beispielsweise Fliegengittergaze, besonders in Farben wie Orange, Violett oder andere Rottöne. Weiß sollte vermieden werden. Meisen und andere Vögel blicken ganz einfach nicht durch! Auch Ameisen kommen nicht hinein. Die einzigen Feinde, die sich nicht abschrecken lassen, sind Raubwanzen, die manchesmal die Raupen aussaugen, wenn sich eine zu nahe am Stoff befindet. Ab und zu können Spechte versuchen, das Material zu knacken, was ihnen aber auch nicht gelingt, da es sehr zäh ist.
Der Vorteil dieser Zuchtmethode besteht darin, dass Raupen sehr natürlich an der lebenden Pflanze im Freien aufwachsen und die tägliche Futterbeschaffung wegfällt, man kann die Raupen locker eine Woche alleine lassen!
Lieber Chris, darf ich mich bitte an dieses Thema anhängen und mal vorstellen, wie man Eier am besten lagert und zu größtmöglichem Schlupferfolg bringt:
1) Diese kleinen Plastikdosen (ca. 7x7 cm) gibt es sehr günstig zu kaufen.
2) Man braucht 2 Stk. dieser Dosen, wobei man bei einer (1) den Boden herausschneidet.
3) In die untere Dose füllt man etwa einen halben Zentimeter Wasser
4) Die andere Dose (jene mit dem herausgeschnittenen Boden) steckt man auf die Dose mit dem Wasser, wobei man feines Gazegewebe dazwischen einlegt.
5) Auf das Gazegewebe legt man die Eier.
6) Deckel d'rauf und auf den Schlupf warten.
Nette Grüße und alles Gute Heinz
Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand!