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Hybridzucht: (S. ocellata X S. planus) X (S. ocellata X S. planus)

in Zuchtberichte von Schmetterlingen 06.12.2015 14:03
von Heiko70 | 1.947 Beiträge | 16169 Punkte

(Smerinthus ocellata X Smerinthus planus) X (Smerinthus ocellata X Smerinthus planus)


Als Folgezucht, der vorangegangenen Hybridzucht mit Smerinthus ocellata X Smerinthus planus, begann ich mit dem Versuch die Hybriden weiter zu züchten. Da ich keine reinen Smerinthus Arten zur Verfügung hatte, gab ich 2 Hybridmännchen mit einem Hybridweibchen in einen Flugkasten. Diesen stellte ich im Zimmer an ein gekipptes Fenster.
In der Nacht vom 01.09.2014 zum 02.09.2014 kam es dann auch zu einer Kopula der Hybridtiere. Die Kopula dauerte den ganzen Tag und trennte sich früh am Abend.



Die Eiablage begann, wie erwartet, bereits in der Nacht vom 02.09.2014. Anders als von ocellata, bzw. planus gewohnt, zog sich die Ablage über mehrere Nächte. In der ersten Nacht wurden gerade mal 12 Eier gelegt. Erst in den folgenden Nächten wurde das Weibchen aktiver und nach 5 Tagen hatte ich 226 Eier. Die Eier sind groß und länglich, wie bei planus. Was aber durch die Größe des Weibchens auch zu erwarten war.



Der Raupenschlupf begann am 11.09.2014. Ca. 1/3 der Eier schlüpften nicht, trotz merkbarer Entwicklung. Auch manche der frisch geschlüpften Raupen waren nicht lebensfähig. Teilweise kamen sie aus den Eiern und konnten nicht mal richtig kriechen. Der Großteil ging gut ans Futter und die Raupen fraßen dann auch sofort und gut.
Da das Jahr schon fortgeschritten ist, waren die Temperaturen nicht mehr recht hoch (ca.20°C), was die Raupenentwicklung deutlich verlangsamte. Möglicherweise lag das auch an der herbstlichen Futterqualität oder eben an der Doppelhybridisierung. Als Futter gab ich 3 Weidensorten zur Auswahl. Salweide, eine schmalblättrige Weidensorte und Korbweide. Gefressen wurden alle 3 Arten, ich stellte jedoch im Laufe der Zucht auf Korbweide um, da die bis in den Herbst hinein sehr gutes Laub hatte.
Die Raupen hielt ich, wie schon die Elternhybriden, in Salatboxen. Immer ca. 20 Tiere pro Box.



Die Häutungen zu L2 begannen ab dem 16.09.2014. Der Großteil der Tiere lebt noch und ist fit und agil. Weiterhin benutzte ich Salatboxen als Zuchtbhälter. Futter ist, wie in L1, Salweide, Korbweide und eine schmalblättrige Weidenart. Das Futter wurde nicht gewässert. Auch hier in dieser Haut lässt sich feststellen, daß die Tiere relativ lange für die Entwicklung brauchen. Verluste gab es nur vereinzelt. Man konnte aber erkennen, daß die Raupen relativ klein blieben, was ich auf die zunehmend schlechtere Futterqualität zurückführte.



Ab 20.09.2014 begannen sich die Raupen zu häuten und sind nun in L3. Die Meisten sind stark "vergrieselt", was so in dieser Stärke nicht bei ocellata und auch nicht bei planus zu erkennen war. Man kann also schon den doppelten Hybrideinschlag erkennen. Trotzdem ich die Tiere wärmer gestellt hatte, ging die Entwicklung noch immer langsam voran. Ab dieser Haut wurden die Raupen wieder in 5 Liter Kübeln gehalten. Man konnte hier schon feststellen, daß es wieder 2 Farbvarianten gibt. Wie schon bei den Eltern gab es blasse und kräftig grüne Formen. Im Großen und Ganzen sind die Tiere weder reinen ocellata, noch reinen planus Raupen zuzuordnen, wenn auch Einzelne in Richtung dieser Arten tendierten. Die Zucht verlief in dieser Haut völlig problemlos und verlustfrei. Die starke Grieselung wurde mit dem Wachstum der Tiere etwas ausgedehnt und erscheint nun nicht mehr so stark.



Ab dem 25.09.2014 häuteten sich die Tiere zu L4. Die Entwicklung der einzelnen Tiere zog sich etwas auseinander, auch das Wachstum ist nicht gleich, so gibt es große wie kleine Raupen. Da sich auch die Kleinen zu L4 häuteten, war dies also ein reiner Kleinwuchs. Ich zog die Tiere nun in den Kübeln, die ich aber in ein Terrarium stellte und mit einer 40 Watt Birne erwärmte. Die Temperaturen waren nun tagsüber bei ca. 25°C, was sich sehr positiv auf die Zuchtdauer auswirkte. Ich fütterte nun ausschließlich Korbweide, da die Salweide schon stark an Qualität verlor. Auch hier gabs keine Verluste und die Tiere wuchsen zu strammen Raupen heran.



Die Häutungen zu L5 begannen ab dem 01.10.2014. In dieser Haut sind die Farbunterschiede teils schon extrem. Es gibt mehrere verschiedene Varianten, Einzelne hatten kleine rote Flecken. Der Großteil der Tiere war allerdings ganz blaß in der Farbe. Das Horn war in den wenigsten Fällen bläulich wie bei ocellata. Die Tiere fraßen nun viel und wuchsen dementsprechen schnell heran. Manche wurden recht groß, bis 80 mm. Auch diese Haut ging ohne Verluste über die Bühne. Es konnten erhebliche Größenunterschiede festgestellt werden. Die Zucht fand weiterhin in Kübeln, welche im Terrarium standen statt. Temperaturen tagsüber ca. 25°C, nachts fielen sie auf ca. 22°C.







Ab dem 09.10.2014 konnte ich die ersten, verfärbten Raupen erkennen. Der Rücken wurde dabei leicht rotbraun. Die Tiere wanderten nur kurz und gruben sich dann ein. In der Erde wurde ein wenig stabiler Kokon gesponnen.
Die ersten Puppen konnte ich dann am 14.10.2014 durch den Behälterboden erkennen. Die Größe und Form der Puppen variierte stark. So gab es lange schlanke vom planus Typ, wie auch kurze gedrungene vom ocellata Typ. Dazwischen mehrere Mischformen. Ich lagerte die Puppen teilweise warm, da ich eine Überwinterung vermeiden wollte, die Meisten jedoch ließ ich in Diapause gehen.



Der Falterschlupf begann ab 06.11.2014. Bei den Faltern, die im Winter schlüpften, gab es große farbliche Unterschiede. Es waren auch einige dabei, die schlecht entwickelte Hinterflügel hatten, vor allem auch recht lapprige Hinterflügel. Manche Puppen starben ab, bzw. schlüpften als nicht lebensfähige Falter aus. Ein Männchen ging zurück in Richtung ocellata und läßt sich von einem reinen ocellata Männchen kaum unterscheiden. Von den Puppen die in Diapause gingen, schlüpften lediglich 2 Tiere im Frühjahr 2015. Die restlichen Puppen lebten zwar, aber starben im Laufe des Jahres ab.
Im Bild, oben ein Männchen, unten ein Weibchen.



Allgemeines:

Die Zucht des Doppelhybriden verlief wesentlich verlustreicher, als die Elternhybridzucht. Die Verluste begannen schon als Ei, in dem ca. 1/3 nicht schlüpfte, obwohl entwickelt. In L1 waren dann auch noch relativ hohe Verluste zu verzeichnen, in L2 bedeutend weniger. Ab L3 verlief die Zucht dann relativ verlustfrei. Erst beim Falterschlupf bzw. bei der Nichtentwicklung einiger Puppen, wurden die Verluste wieder höher. Von den Faltern gab es wiederum einige, die nur schlechte Flügelentwicklung zeigten.
Man kann also annehmen, daß die Arten zwar nahe miteinander verwandt sind, jedoch trotzdem nicht so weit, daß eine Hybridzucht über mehrere Generationen erfolgreich wäre.
Eine Wiederholung der Hybridzucht könnte da wahrscheinlich Vergleiche liefern.


Leben ist etwas Seltenes, die meisten Menschen existieren nur. (Oscar Wilde)


zuletzt bearbeitet 06.12.2015 14:53 | nach oben springen


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