#1

Mit Gift gegen Schmetterlinge

in Umwelt, Natur & Artenschutz 20.03.2012 09:12
von Papa Papillon (gelöscht)
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Zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners wurden in Deutschland massive Giftspritzaktionen durchgeführt. Die Sache lief als Maßnahme zum Gesundheitsschutz für die Nutzer von Autobahnen und für das bedrohte Betriebspersonal in den letzten Jahren an den Bundesautobahnen A3, A6, A7, A45, A70, A73 und A 81.
Allein die Autobahndirektion Nordbayern hat praktisch an fast allen Autobahnen in Mittel-, Ober- und Unterfranken in den Jahren 2006 – 2011 das Biozid Diflubenzuron 80% gespritzt. Über 490 km Autobahnränder wurden dabei jährlich auf beiden Seiten begiftet. Fast 500 kg wurden zwischen 2006 und 2010 eingesetzt, die Menge von 2011 ist noch unbekannt.
Mit der Giftspritzerei werden praktisch alle Insekten, Schmetterlinge, Käfer oder Heuschrecken entlang den nordbayerischen Autobahnen ausgelöscht und Menschen mit dem Gift belastet“, so der Landesbeauftragte Richard Mergner vom Bund Naturschutz.
„Wir kritisieren massiv, dass in großen Mengen ein Gift mit einem nicht zugelassenen Sprühgerät ausgebracht und dabei weit in der Gegend verteilt wurde, dass das Gift auch an Gewässern gespritzt wurde, obwohl es dort nicht zugelassen ist und dass die Autobahnen trotz klarer Vorgaben nicht für 48 Stunden zum Schutz der Autofahrer gesperrt wurden. Und das alles, ohne dass vorher in einem nachprüfbaren Verfahren festgestellt wurde, ob und wo die Eichenprozessionsspinner in einer problematischen Dichte vorkommen“, so Mergner. „Die Folge war, dass nicht nur Eichen, sondern auch andere Baumarten mit Gift besprüht worden sind, an denen der Eichenprozessionsspinner überhaupt nicht vorkommt.“
Der Bund Naturschutz hat die Verantwortlichen beim Gewerbeaufsichtsamt wegen erheblicher Verstöße gegen das Chemikaliengesetz und die Gefahrstoffverordnung angezeigt.
Diflubenzuron ist nicht leicht biologisch abbaubar und vermutlich krebserregend. Das Umweltbundesamt schätzt das Gift als für Menschen schädlich ein. Es ist sehr giftig für Wasserorganismen und gefährdet das Trinkwasser. Es besitzt keine eigene Zulassung nach heutigem Recht, sondern wird im Rahmen von Übergangsregelungen als sogenannter Altwirkstoff (niedliches Wort!) eingesetzt.

Sicher ist diese Autobahngiftspritzerei kein Einzelfall. Wissen diese Leute überhaupt, was sie da anrichten?


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#2

RE: Mit Gift gegen Schmetterlinge

in Umwelt, Natur & Artenschutz 22.03.2012 12:40
von klow | 1.239 Beiträge | 4460 Punkte

So etwas darf doch nicht einfach 5 jahr gemacht werden.
Und dan auch noch solche grosse mengen.

Grusse jens


Grusse jens

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Ich bin noch jung und kan nicht viele tiere kaufen.
Aber ich habe die schanse um fon mein hobby mein job zu machen.
Ich hoffe später drauf biologe zu werden


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#3

RE: Mit Gift gegen Schmetterlinge

in Umwelt, Natur & Artenschutz 23.03.2012 14:52
von Gelöschtes Mitglied
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Jaja, die Doppelzüngigkeit der Gestzgebeung!

Einerseits Entomologen denunzieren, andererseits -> Massenmord an Insekten aller Arten (geschützt oder nicht ist hier völlig egal! <-


Selbst der Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Sturm entfachen!


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