#1

ausgestorbene Schmetterlinge

in Schmetterlinge: Diverses 12.03.2017 15:55
von Schwärmerliebhaber | 62 Beiträge | 379 Punkte

Hallo,

mich würde einmal interessieren, ob es eine Abhandlung über definitiv ausgestorbene Schmetterlinge in Deutschland gibt? Sucht man bei Google, so erscheinen eigentlich durchweg nur Hinweise auf gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten - Naturschutzprojekte etc. pp - jedoch nichts wirklich Fundiertes. Schön wären natürlich nicht nur die Namen sondern auch ihre ursprünglichen Habitate nebst Bildern von Raupen, Futterpflanzen, Präparaten oder auch Lithographien.

Wer kennt ein solches gutes Nachschlagewerk oder eine Quelle zum Nachlesen und Recherchieren?

Wurden von jemand hier schon Sichtungen als ausgestorben geglaubter Arten persönlich gemacht?

LG



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#2

RE: ausgestorbene Schmetterlinge

in Schmetterlinge: Diverses 12.03.2017 16:43
von Anthocharis | 472 Beiträge | 3503 Punkte

Hallo,
Cupido argiades wurde rund 80 Jahre (in NRW) und nicht viel weniger in D als RL0, also ausgestorben geführt. Diesen Falter haben aber bereits etliche Mitglieder wieder nachweisen können.

Gibst du bei Google Rote Liste ein, erscheint irgendwann eine Webadresse mit .at. Diese führt für Deutschland auch historische Rote Listen. Dem könntest du entnehmen welche Falter mal endemisch vorkamen und nachweislich ausgestorben sind.


Viele Grüße, Joe


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#3

RE: ausgestorbene Schmetterlinge

in Schmetterlinge: Diverses 12.03.2017 22:15
von steffen1978 | 1.089 Beiträge | 21375 Punkte

Hallo Joe,
da ging was durcheinander, vermute ich...
Cupido argiades wurde nicht 80 Jahre, sondern seit den 80ern, in vielen Teilen Deutschlands nicht mehr gefunden. Der mögliche Grund ist im Buch "Tagfalter in Bayern" auch ganz gut beschrieben. In BW scheint es eine Population aber auch über das singuläre Winterereignis geschafft zu haben. In Bayern kamen die Tiere in den späteren 2000ern zurück, so um 2008. Seit dem breitet sich die Art wieder aus.
Der Begriff "ausgestorben in D" ist demnach falsch. In Teilen Deutschlands war der Falter verschollen für ca 20-30 Jahre.

Weitere Beispiele: Das Stromtal-Wiesenvögelchen galt lange in D als ausgestorben, bis um ~1997 M. Schwibinger in Bayern eine Restpopulation entdeckte. Diese scheint es noch immer zu geben, aber sie ist, wie alle Inselvorkommen, hochgradig gefährdet.

Noch ein Beispiel: Colias myrmidone (der Regensburger Gelbling) wurde seit etwa 10-15 Jahren in D nicht mehr gefunden. Vermutlich ist er also ausgestorben - zumindest ist er "verschollen". Bei Arten, die völlig isoliert sind, ist eine Neuzuwanderung eher weniger wahrscheinlich, daher kann man davon ausgehen, dass die Arten auch nicht mehr von selbst plötzlich auftauchen werden.

Gruß
Steffen



zuletzt bearbeitet 12.03.2017 22:17 | nach oben springen

#4

RE: ausgestorbene Schmetterlinge

in Schmetterlinge: Diverses 12.03.2017 22:18
von Anthocharis | 472 Beiträge | 3503 Punkte

Hallo Steffen, das tut mir Leid, dann habe ich etwas verwechselt.
Dennoch: Der letzte Nachweis für NRW vor dem Wiederfund Anfang der 2010er war 1930. Für meine Region hier in der Nähe von Wuppertal ist der letzte Nachweis vor den 2010ern auf 1878 datiert.


Viele Grüße, Joe


zuletzt bearbeitet 12.03.2017 22:19 | nach oben springen

#5

RE: ausgestorbene Schmetterlinge

in Schmetterlinge: Diverses 12.03.2017 22:21
von steffen1978 | 1.089 Beiträge | 21375 Punkte

Hallo Joe,
das dürfte auch daran liegen, dass nur wenige Leute Daten melden :-)
Alle "alten" Daten stammen aus Sammlungen, die öffentlich zugänglich gemacht wurden. Wenn da keiner sammelt oder meldet (heute ist das ja im Rahmen der Digitalfotografie und dem Internet ein Klacks), dann "gabs eben nix" ...

Viele Grüße
Steffen


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#6

RE: ausgestorbene Schmetterlinge

in Schmetterlinge: Diverses 13.03.2017 15:48
von Schwärmerliebhaber | 62 Beiträge | 379 Punkte

Somit wären die Begriffe "verschollen" sowie "ausgestorben" eigentlich beide falsch. Richtiger wäre: "nachweislos seit ..." oder "regionslos". Im Prinzip sind aber alle Falter gemeint, die über keine nachweisliche Sichtung seit x Jahren verfügen und von denen nur sehr wenige Bestandspräparate aus alter Zeit überdauert haben. Sofern es noch kleine Inselpopulationen gibt, wäre das Merkmal nicht erfüllt, da ja eine Neuausbreitung/Bestandserholung bzw. Umsiedlung durchaus nicht vollkommen unmöglich wäre. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür gegen Null läuft.

@Joe
Die Liste konnte ich nicht auffinden über Google. Vielleicht kannst du mir per PN den Pfad mitteilen.

Gibt es überhaupt richtige Nachschlagewerke dafür? Eventuell auch Hinweise, wo derartige Präparate einmal gesichtet werden können?

LG



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#7

RE: ausgestorbene Schmetterlinge

in Schmetterlinge: Diverses 13.03.2017 20:22
von Anthocharis | 472 Beiträge | 3503 Punkte
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