#1

Probleme bei der Automeris-Zucht

in Zucht von Schmetterlingen 11.06.2012 22:53
von maikaefervilla | 25 Beiträge | 80 Punkte

Hallo Automeris-Spezialisten,

aktuell beobachte ich bei meinen Raupen von Automeris tridens und Automeris excreta Ausfälle in der letzten Haut: Während einige Raupen sich sehr gut weiterentwickeln, scheinen andere in der Entwicklung stehen zu bleiben. Irgendwann muss ich diese dann tot aus dem Zuchtbehälter entnehmen.

Ich bin mir nun nicht sicher, ob es sich um

•eine Infektion handelt: hierbei müsste doch aber eigentlich die Pest auch auf die größeren Tiere übergreifen?
•ein Zeichen von Inzucht handelt: warum entwickeln sich die Raupen sonst so unterschiedlich?
•ein Zeichen einer "Gedeihstörung" handelt: Warum verenden die Tiere erst in der letzten Haut?

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und gibt es vielleicht Lösungsansätze?

Ich versuche ansonsten die Zuchtbedingungen so optimal wie möglich zu gestalten: fast tgl. frisches Schnittfutter, Vorratshaltung max. 2-3 Tage im Keller kühl und dunkel stehend gewässert eingefrischt, tgl. Wechsel der Küchenpapiereinlage, ... Müsste ich am Ende gar tgl. das Futter frisch vom Baum holen? Ausbinden geht bei diesen tropischen Arten und unserem tollen Klima wohl kaum..

Als Futter verwende ich Eiche. Hat jemand Erfahrungen, ob Robinie für die anspruchsvolleren Automeris-Arten besser geeignet wäre?

Danke schon jetzt für Eure Hinweise, Andreas


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#2

RE: Probleme bei der Automeris-Zucht

in Zucht von Schmetterlingen 12.06.2012 07:30
von klow | 1.239 Beiträge | 4460 Punkte

Wie vielte häutung ist vorletste häutung?
Ich weis das automeris L7 können werden.
Ich habe auch schon mal bei meine automeris
gesehen das die weibchen ein mal mehr wie die manchen
ihre haut umtauchen. Kuck mal ob das die irgendwo faden
findest. Velleicht mochten die tiere (manchen) sich verpuppen
und umdas du taglich sauber machst konnen die nicht verpuppen
oder werden immer wieder gestört.

Grusse jens


Grusse jens

------------------------------------------------------------------------------
Ich bin noch jung und kan nicht viele tiere kaufen.
Aber ich habe die schanse um fon mein hobby mein job zu machen.
Ich hoffe später drauf biologe zu werden


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#3

RE: Probleme bei der Automeris-Zucht

in Zucht von Schmetterlingen 12.06.2012 19:35
von Blue-Morpho (gelöscht)
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Hallo Andreas,

ich kenne diese Probleme, nur von Arten, die aus extrem heißen Gebieten
stammen. Da treten dann genau die Symptome auf, die du beschrieben hast..
Wenn sie nicht bei Temperaturen >30-35°C gezogen werden, tritt früher oder
später eine Virusinfektion auf, die man nicht in den Griff bekommt.
Schafft man aber die beschriebenen Bedingungen, sind die Raupen, die dann
sehr schnell wachsen längst verpuppt und der Virus hat keine Chance mehr.
Wenn man das Ganze aber bei Zimmertemperatur versucht, ist die Chance
gleich Null. Abhilfe kann in diesem Falle eine Halogenlampe und ausreichend
Luftfeuchtigkeit bieten.


LG Frank

„Die Natur braucht sich nicht anzustrengen, bedeutend zu sein. Sie ist es.“
Robert Walser (1878-1956)


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#4

RE: Probleme bei der Automeris-Zucht

in Zucht von Schmetterlingen 12.06.2012 20:50
von Blue-Morpho (gelöscht)
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Die Ursache kann auch am gewässerten Futter liegen. Da bei gewässertem
Futter man die Keime, die bei den veschiedensten Zersetzungsprozessen entstehen,
nie ausschließen kann, ist es unabdingbar, die Gefäße, wo das Futter reingestellt wird
immer gründlich zu säubern. Ich mache das - gerade bei Flaschen (ich nehme nur
braune und dunkelgrüne) mit einer handvoll kleiner Kieselsteine, die ich mit ein wenig
Wasser immer einige Zeit schüttle. Somit wird wenigstens der größte Teil der Keime,
die bei längerer Benutzung entsteht mechanisch entfernt. Auch ist es besser, das Futter
in mit Regenwasser gefüllte Flaschen zu stellen. Im Leitungswasser sind viele Stoffe
enthalten, die von einigen Arten schlecht bis überhaupt nicht vertragen wird - z.B. Flour,
Chlor etc. Weiterhin sind in unserem Trinkwasser, das aufbereitet und wieder dem Kreislauf
zugeführt wird noch Bestandteile von Ethinylestradiol enthalten. Das ist für eine erfolgreiche Zucht
nun auch nicht unbedingt förderlich.


LG Frank

„Die Natur braucht sich nicht anzustrengen, bedeutend zu sein. Sie ist es.“
Robert Walser (1878-1956)


zuletzt bearbeitet 12.06.2012 20:51 | nach oben springen

#5

RE: Probleme bei der Automeris-Zucht

in Zucht von Schmetterlingen 15.06.2012 23:09
von maikaefervilla | 25 Beiträge | 80 Punkte

Hallo Frank,

ja, die Theorie mit den Keimen kenne ich. Allerdings stellt sich dabei für mich die Frage, wie die Keime von der Flasche aufs Futter kommen sollen. Sie werden wohl kaum im Pflanzensaft aufsteigen können.

Man müsste vermutlich einen sauberen Versuch mit einer Test- und einer Kontrollgruppe durchführen: Bei der einen das Futter gewässert anbieten, bei der anderen täglich direkt frisch vom Baum.

LG, Andreas


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#6

RE: Probleme bei der Automeris-Zucht

in Zucht von Schmetterlingen 15.06.2012 23:45
von Blue-Morpho (gelöscht)
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Hallo Andreas,

warum sollten die Pflanzen die im Wasser gelösten Keime nicht aufnehmen
können. Da die Pflanzen ja bekanntlich Wasser aufnehmen mit allen darin gelösten
Bestandteilen - ob nun Mineralstoffe oder Bakterien - sie tun es.


LG Frank

„Die Natur braucht sich nicht anzustrengen, bedeutend zu sein. Sie ist es.“
Robert Walser (1878-1956)


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#7

RE: Probleme bei der Automeris-Zucht

in Zucht von Schmetterlingen 17.06.2012 15:20
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Andreas,

ich komme nicht umhin, auch meinen "Senf" hier abzugeben. Als mögliche Ursache deines Problems kommen viele Möglichkeiten in Betracht. Mir fallen hier neben den bereits erwähnten Keinem (Viren & Bakterien [Nosema, ect.] ) auch noch Pilze und Sporentierchen (Zoosporen) ein.
In den trockenen und warmen Gebieten der tropischen Arten, verhindern UV Strahlung und die klimatischen Begebenheiten meistens, dass sich diverse "Verursacher" effektiv ausbreiten und die Tiere schwächen können. Arten aus solchen Regionen zeigen in unseren Breiten erfahrungsgemäß relativ häufige Tendenzen, Krankheiten vor allem im Raupenstadium zu entwickeln und damit einhergehende Ausfallsraten zu provozieren. Als Vermeidungsstrategie kann ich dir die Einzelhaltung empfehlen. Je weniger Kontakt die Tiere zueinander haben, je geringer das Ansteckungsrisiko! Die Übertragung erfolgt meist durch den Kot der Tiere - hier reicht der bloße Kontakt gesunder Raupen mit den Ausscheidungen infizierter Tiere.
Besonders anfällig für eine Infektion mit Pilzen sind Raupen, die an Futter gehalten werden, dass auf zu feuchten und nährstoffreichen Böden, vor allem in Jahren mit hohen Niederschlagszahlen gewachsen ist. Dieses Futter ist dann oft, für den Züchter unsichtbar, mit Pilzhyphen durchzogen, was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zur Erkrankung der Raupen an Darmkatarrh, mit Infektionen und anschließenem Tod der Tiere führen wird!
In Anbetracht der heurigen Wetterverhältnisse, empfehle ich dir daher den Futterstandort neu zu wählen, und eventuell nach einem Baum Ausschau zu halten, der auf trockenerem und nährstoffärmeren Böden steht.

Bitte achte bei der Fütterung mit Eiche auch darauf, ob Blätter des Baumes mit Mehltau überzogen sind! (Ist nicht leicht zu entdecken und erfordert manchmal sogar die Zuhilfenahme eines Mikroskops) Ist dies der Fall, kannst du den ganzen Baum als Futterquelle abschreiben. Du könntest zwar versuchen, die Blätter vor dem Verfüttern mit in Wasser gelösten Fungiziden (Benomyl) zu besprühen (bitte warten, bis die Blätter wieder völlig trocken sind - erst dann verfüttern), allerdings gebe ich zu beachten, dass sich die Falter später nur sehr bedingt zur Weiterzucht eignen, da der Einsatz solcher Methoden stets mit Nebenwirkungen wie mangelnder oder fehlender Fertilität verbunden ist.
Sind die Raupen wie in deinem aber Fall bereits erkrankt, wird es schwierig! Du kannst versuchen, gelöste Antibiotika auf die Blätter zu sprüchen. Manchmal hilft das!
Auf jeden Fall wünsche ich dir noch gutes Gelingen, und halte uns bitte über den weiteren Verlauf dieser Zucht auf dem Laufenden. Danke

Liebe Grüße
Michael


Selbst der Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Sturm entfachen!


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#8

RE: Probleme bei der Automeris-Zucht

in Zucht von Schmetterlingen 23.07.2012 21:02
von maikaefervilla | 25 Beiträge | 80 Punkte

Hallo Michael,

Danke Dir für diesen interessanten Beitrag zu meiner Frage. Ich denke sehr intensiv darüber nach und finde den Ansatz durchaus plausibel. Es würde erklären, warum ich im Winter mit Prunus laurocerasus und trocken-kalter Witterung weniger Probleme hatte, als aktuell mit frischem und vermeintlich bestem Futter.

Allerdings kenn ich das Phänomen sowohl bei nordamerikanischen Automeris io (gemäßigte Breiten), als auch bei tropischen Vertretern der Gattung aus Guatemala oder Mexico (zozine, excreta), die in eher feuchten Regionen mit mäßigen bis hohen Temperaturen vorkommen. Die sollten doch eigentlich an Pilze gewöhnt sein, oder? Aktuell hatte ich ein Desaster bei einer Automeris spec. aus Brasilien, Bahia, die ich noch nicht bestimmen konnte (siehe Raupenfoto). Dort regnet es jeden zweiten Tag, die Temperatur liegt bei ca. 30 °C. Ideale Bedingungen also auch für Schimmelpilze!



Was auch interessant ist: Warum tritt das Phänomen erst immer in mittlerem Alter auf? Bis ca. L3 entwickeln sich meine Raupen immer 1A, danach geht es los.

Eure Ansichten zu diesen weiteren Fragen würden mich wirklich sehr interessieren. Zwischenzeitlich trage ich eine weitere zozine zu Grabe bzw. zur Bio-Tonne...

LG, Andreas


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#9

RE: Probleme bei der Automeris-Zucht

in Zucht von Schmetterlingen 23.07.2012 21:35
von klow | 1.239 Beiträge | 4460 Punkte

Ich sollte sagen ab L3 umdas der schimmel dan erst
zu sehen ist oder effect kriegt.
Das mit das klimat dar ist es kein problem dar die schimmel
sporen durch dem wind weiter werden getragen in ein geschlossenen
raum kommen die sporen auf dem bodem umdas die luft nicht bewegt.
Darum ist es auch schwierig gute beluftung und hoge feuchtigkeit zu
kriegen. Oder man hat keine beluftung und grosser schimmel chanse.


Grusse jens
--------------------------
Meine zuchte im moment
Zuchtbericht - Spilosoma lutea (Gelbe Tigermotte)
Zuchtbericht - Morpho peleides (Blauer Morphofalter) 2

Tips sind immer wilkommen


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