#1

Winterzuchten von A. caja und reduzierte Fertilität

in Zucht von Schmetterlingen 03.12.2012 21:01
von steffen1978 (gelöscht)
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Hallo zusammen!
Da gestern die Frage aufkam, ob die durch Winterzucht geschwächte Fertilität von A. caja (und evtl. kleinere Falter) durch einen Zuchtstamm-Tausch nach der ersten Winterzucht wenigstens ein Stück weit reduziert werden kann, haben Alex, Heiko, Jens, Maxi, ich (und hoffentlich noch viele andere, z.B. Josef) den Versuch geplant, nach dieser Winterzucht die Zuchtstämme zu tauschen. Wir wollen sehen, ob das wenigstens ein klein wenig Erfolg mitbringt. Wenn noch andere hier das "Wildschwein der Schmetterlinge" züchten sollten: Bitte mitmachen! An die hier vorhandenen Experten (z.B. wern, otus, …) appellieren wir mit der Bitte um Tipps und Erfahrungsaustausch.
Beste Grüße
Steffen und Alex


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#2

RE: Winterzuchten von A. caja und reduzierte Fertilität

in Zucht von Schmetterlingen 15.12.2012 15:06
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo zusammen,

die Idee ist spitze, so sollten sich Nachzuchten soch um einige Generationen erweitern lassen! Allerdings bin ich ein wenig überrascht, dass sich hier sonst noch niemand zu Wort gemeldet hat!

Die Zucht dieser Art, und der Bärenspinner insgesamt, finde ich doch sehr spannend!

LG
Michael


Wahre Freundschaft bedeutet, zu zweit nur eine Seele zu haben !!!


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#3

RE: Winterzuchten von A. caja und reduzierte Fertilität

in Zucht von Schmetterlingen 16.12.2012 17:41
von otus | 34 Beiträge | 201 Punkte

Hallo zusammen,
daß ihr mich hier als Experten anseht ehrt mich, aber ich züchte Arctiiden wie jeder andere auch, mal erfolgreich, mal erfolglos.

Stammen euere A.caja auch von Josef ? Meine sind von ihm. Maxi hat davon in Frankfurt Raupen bekommen. Es ist die 1. Nachzucht. Meine verpuppen sich gerade. Wie weit sind euere Raupen? Darin sehe ich ein Problem beim Tausch der Zuchtstämme. Bringen 10 Züchter ihre Raupen gleichzeitig groß?
Andererseits, was soll es bringen, wenn ihr den Zuchtstamm von Josef gegenseitig tauscht? Ihr habt alle eine Winterzucht hinter euch. Da müßtet ihr schon einen anderen Stamm einkreuzen.

Wie kommt ihr darauf, daß euer Zuchtstamm durch die Winterzucht geschwächt ist? Habt ihr schon Probleme mit der Fertilität oder kleine Falter? Oder geht ihr einfach von einer Schwächung durch die Winterzucht aus?
Ich habe alle möglichen Bären schon über Generationen nachgezogen, ohne Blutauffrischung. Die ersten 3-4 Generationen machen meistens gar keine Probleme. Danach kann es, je nach Art, zu größeren Schwierigkeiten kommen, bzw. unmöglich werden die Tiere nochmal zur Kopula zu bringen.
Bei 6 Generationen A. caja hatte ich keine Probleme. Ich habe die Zucht dann abgebrochen, die Falter waren immer gleich gezeichnet.

Viele Grüße
Dietmar



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#4

RE: Winterzuchten von A. caja und reduzierte Fertilität

in Zucht von Schmetterlingen 16.12.2012 18:02
von steffen1978 (gelöscht)
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Hallo Dietmar,
es handelt sich um 3 Zuchtstämme, die auf 7-8 Personen verteilt sind... Natürlich wäre nur ein Austausch "ungleicher" Zuchtstämme sinnvoll, so war es auch geplant. Dass Treibzuchten zur Schwächung und/oder zu kleineren Tieren führen können wurde schon sehr häufig berichtet - aber ebenso wurden Erfahrungen wie die Deinen berichtet. Wir möchten mit diesem Versuch auch der Frage nachgehen, wie häufig eine Beinträchtigung festgestellt werden kann (wenn überhaupt).
Ein weiterer Grund für diesen Beitrag war, dass viele hier A. caja sehr interessant finden (wegen dem z.T. starken Rückgang in den letzten 10 Jahren, wegen der Variationsbreite, und und und), und gerne auch in Zukunft "normale Zuchten" und Winterzuchten durch Einbeziehung unterschiedlicher Zuchtstämme gern weiter fortführen wollen. Natürlich sollen dann "gesunde Eier" auch hier im Forum an Interessierte abgegeben werden.
Das alles könnte man durch geeignetes W-Locken (also mit z.B. mit 3 W locken und drei neue Zuchtstämme aufbauen) zwar umgehen, aber der Austausch zwischen den EP-Mitgliedern (Erfahrungen und Tiere) soll auch die Zusammenarbeit erhalten...
Viele Grüße
Steffen



zuletzt bearbeitet 16.12.2012 18:10 | nach oben springen

#5

RE: Winterzuchten von A. caja und reduzierte Fertilität

in Zucht von Schmetterlingen 16.12.2012 18:24
von hall | 1.062 Beiträge | 7281 Punkte

An alle Bärenzüchter!

Ich bin der Meinung daß speziell bei Arten bei denen die Weibchen flügellos bzw. nicht fliegen können das Problem der reduzierten Fertilität kaum feststellbar ist.
Ich habe Ocnogyna corsica über 6 Generationen gezüchtet und nur aus Zeitgründen die Zucht erlöschen lassen. Auch bei F6 waren die Männchen und Weibchen
paarungsfreudig wie bei F1. Allerdings hat diese Art nur 1 Generation im Jahr (die Puppen überwintern), das heißt es war bei jeder Zucht immer frischer Löwenzahn verfügbar. Bei einer Treibzucht von Arctia caja über mehrere Generationen ist besonders im Winter auch die Futterqualität entscheidend.

Werner


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#6

RE: Winterzuchten von A. caja und reduzierte Fertilität

in Zucht von Schmetterlingen 16.12.2012 18:33
von steffen1978 (gelöscht)
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Hallo Werner!
Vielen Dank für Deine Antwort. Du meinst, es wäre eine reine Futter-Sache, ob die Tiere kleiner (bzw. infertil) werden? Das wäre eine Erklärung weshalb die Aussagen diesbezüglich so strak abweichen.
Dann werden wir diesen Aspekt eben genau mitprotokollieren müssen.
Viele Grüße
Steffen


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#7

RE: Winterzuchten von A. caja und reduzierte Fertilität

in Zucht von Schmetterlingen 16.12.2012 20:59
von Maxi | 717 Beiträge | 1960 Punkte

Hallo Leute,
Dietmar hat es zwar schon erwähnt, aber ich habe die Raupen von der Frankfurter Börse, ich glaube von Josef.
Meine Raupen wollten als erstes in Winterpause gehen, doch dann habe ich sie auf einer Heizmatte gestellt und sie fressen Kufu.
Ich habe jetzt 23 Stk und ca.5 sind in L5.

Ich währe auf jeden Fall dabei wenn man die Zuchtstämme austauscht.

Grus Maxi


Eine gesunde Raupe frisst nie weniger.
Sie frisst immer mehr.


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#8

RE: Winterzuchten von A. caja und reduzierte Fertilität

in Zucht von Schmetterlingen 16.12.2012 21:06
von Heiko70 | 1.951 Beiträge | 16269 Punkte

Hallo zusammen,

ich habe mehrere Tiere, alle aus der Zucht von Josef. Die Spanne ist riesig. Ich habe von L2 bis Puppen alles da. Die Tiere wurden alle unter gleichen Bedingungen gehalten und entwickelten sich höchst unterschiedlich. Die Kleinen hab ich jetzt eingewintert. Die mittleren werden sich wohl noch verpuppen und die Puppen werden in ein paar Wochen schlüpfen.

Grüße, Heiko


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#9

RE: Winterzuchten von A. caja und reduzierte Fertilität

in Zucht von Schmetterlingen 17.12.2012 05:24
von TOX 2001 | 473 Beiträge | 2715 Punkte

.
Hallo Braunbärzüchter,

die Zucht des braunen Bären war damals (1978/79) meine erste Zucht einer größeren Schmetterlingsart. Und diese Zucht (zumindest die erste Nachzucht) ging auch über den Winter. Aber von Anfang an:

Im August 1978 habe ich am Wegrand einen alten Falter gefunden, der noch sechs Eier gelegt hat. Ein Sammler, den ich ein Jahr zuvor mal kennengelernt hatte, erzählte mir, daß die Zucht einfach sei und ich ohne weiteres Nachzuchten durchführen könne, nur daß die Falter ab der zweiten Nachzucht etwas kleiner werden. Die erste Zucht verlief auch ohne Probleme und so schlüpften Mitte November die Falter. Ein Männchen und ein Weibchen setzte ich in einen Umzugskarton. Bereits am nächsten Tag hatte das Weibchen 'zig Eier an der Kartonwand abgelegt. Nach nicht einmal einer Woche schlüpften die Raupen und fraßen ganz normal bis nach der (ich glaube mich zu erinnern) zweiten Häutung. Dann ging etwa die Häfte in Diapause während die anderen weiterfraßen. Ich habe die Raupen aber nicht etwa im Freien überwintert, sondern habe sie (alle) in den Heizungskeller gebracht. Merkwürdigerweise hatte ich dabei überhaupt keine Ausfälle. Im Frühjahr, etwa im März begannen die Raupen, die in Diapause gegangen waren, wieder mit der Nahrungsaufnahme. Und sie wuchsen schneller, sodaß sie die Raupen, die über den Winter kontinuierlich weiter gefressen hatten, im Wachstum wieder einholten. Im Mai waren dann alle Raupen verpuppungsreif und im Juni erhielt ich die nächste Generation Falter. Jetzt folgte die zweite Nachzucht. Paarung und Eiablage gingen wieder ganz einfach. Insofern dürften die Falter aus der ersten Nachzucht ganz normal fertil sein. Schlüpften die Raupen dieser zweiten Nachzucht noch alle aus ihren Eiern, war die Zucht von nun an von Ausfällen und Problemen begleitet. Es sind immer wieder Raupen abgestorben, andere Häuteten sich nicht richtig und die Entwicklung der einzelnen Individuen ging sehr unterschiedlich schnell (oder besser gesagt: langsam). Aus dieser Zucht erhielt ich dann im Hochsommer einen Falter, der - wie mir prophezeit wurde - viel kleiner war, nämlich etwa um ein Drittel. Die wenigen Raupen, die ich zu diesem Zeitpunkt noch hatte, waren da zu einem Teil noch recht jung - vielleicht gerade mal in L3. Als im August die Schulferien begannen und eine Urlaubsreise anstand, beendete ich schließlich die Zucht und ließ die restlichen Raupen frei.

Fazit: Zucht bis in den November ergibt ohne Probleme eine in der Natur normalerweise nicht vorkommende zweite Generation. Bei der Nachzucht über den Winter geht ein Teil der Raupen in Diapause. Eine weitere Nachzucht ist problematisch (zumindest war es bei mir so).

Ich habe seit dem keine Braunen Bären mehr gezüchtet. Futter war immer Löwenzahn.

Viele Grüße - TX
.


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#10

RE: Winterzuchten von A. caja und reduzierte Fertilität

in Zucht von Schmetterlingen 17.12.2012 18:57
von steffen1978 (gelöscht)
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Hallo zusammen!
Ich finde, dass dieser Erfahrungsaustausch nun richtig ins Rollen kommt und ich bin froh, dass die Antworten so vielseitig ausfallen. Es zeigt mir, dass es offenbar mehr als "die eine und einzig zulässige Wahrheit" geben muss und genau das finde ich spannend. Ein update meiner Zucht möchte ich Euch gern (eigentlich ungern) geben:
Ich habe dieses Jahr 40 caja-Eier aus Coburg erhalten, von denen 7 sehr schnell durchgegangen sind (5 Weibchen, 2 tote Puppen - ziemlich sicher vertrocknet), und 33 Raupen in Winterruhe gegangen sind). Meine zweite Zucht (Eier aus Polen) hat sich ebenfalls sehr gut entwickelt. In dieser zweiten Zucht habe ich bis L2-L3 Löwenzahn gegeben, dann Endiviensalat (Bio...). 10 Raupen habe ich an einem Wochenende Alex geschenkt, die noch immer prächtig wachsen und Lauch vertilgen. Am Montag drauf kaufte ich im selben Geschäft den vermeindlich identischen (Bio-)Endiviensalat, habe diesen wie immer blattweise mit lauwarmen Wasser abgewaschen und gut getrocknet.... Am Dienstag beobachtete ich "verkrampfte Raupen", die im Laufe der folgenden Tage nahezu vollständig starben (kein weicher kot, kein perl-schnur-kot, nix). Das Kufu von Heinz wurde nicht angenommen (kein Wunder - die Raupen waren offenbar bereits schwer krank, Löwenzahn wurde auch nicht genommen). Nur die Tiere, die am besagten Montag (dem Tag des "neuen" Endiviensalats) in Häutungspause waren leben noch. Alle anderen sind offenbar dem tollen Bio-Salat zum Opfer gefallen... Ich denke, dass die Futterqualität auch beim "Wildschwein der Schmetterlinge" keinesfalls unkritisch ist...
Viele Grüße und in der Hoffnung auf weitere Beiträge zu diesem Thema
Steffen



zuletzt bearbeitet 17.12.2012 18:58 | nach oben springen

#11

RE: Winterzuchten von A. caja und reduzierte Fertilität

in Zucht von Schmetterlingen 17.12.2012 19:44
von otus | 34 Beiträge | 201 Punkte

Hallo zusammen,
ich züchte alle Bären ab Anfang Herbst mit Kunstfutter, die sogenannten "Besseren Arten" eigentlich immer damit. Mangelnde Fertilität kommt meiner Meinung nach nicht vom Kufu sondern von der meißt zugleich erfolgenden Treibzucht im Winter. Außerdem präparieren viele Züchter die zu erst geschlüpften Falter und versuchen dann eine Nachzucht mit den schwächeren ( teilweise verkrüppelten) Tieren. Ich gehe davon aus, daß die ersten Falter auch die kräftigsten sind und nehme diese zur Nachzucht her. Dabei ist es mir aber auch schon passiert, daß aus den restlichen Puppen nichts mehr schlüpfte und ich jetzt keinen Falter dieser Art habe.
Ocnogyna Arten oder sehr lokale Arten sind gegen Inzuchten deutlich resistenter als "wilde Flieger", obwohl die Anzahl der gut entwickelten Männchen mit jeder Nachzucht abnimmt.
Die Sache mit dem BIO Endivien .... Ich kaufe ihn bei A...., da ist er genau so viel oder wenig gespritzt wie bei ....Endivie ist aber weniger oft gespritzt als Salat.
Ich habe caja auch schon auf Liguster gezogen und mein Freund Günter hat sie auf Zwiebeln, richtige Zwiebeln, gezogen.
O.k genug für heute,
viele Grüße
Dietmat



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