#1

brauner Bär/arctia caja

in Zucht von Schmetterlingen 05.06.2014 16:11
von JHH184 | 416 Beiträge | 3395 Punkte

Hi,

1. Ich habe schon viel gesucht konnteaber noch keinen Zucht Bericht über Artica caja entdecken. Es wird auch öfters gesagt es wäre eine leichte Zucht, doch kann mir jemand das wichtige erläutern?


2. Ich habe schon hier gelesen das man Mutationen herstellen kann, würde mich mal interessieren wie.

Wenn ihr noch andere Sachen zu dieserArt zu sagen habt dann meldet euch doch!   

Freue mich über jede Antwort.Liebe Grüße Simon     



zuletzt bearbeitet 06.06.2014 12:09 | nach oben springen

#2

RE: brauner Bär/arctia caja

in Zucht von Schmetterlingen 05.06.2014 21:04
von steffen1978 | 1.151 Beiträge | 28589 Punkte

Servus Simon,
A. caja wird gerne und oft gezüchtet, da man bei diesem Tier die natürliche Diapause (die Raupen überwintern bei uns) durch "warm halten" umgehen kann und man somit auch im Winter diese Tiere züchten kann, wenn man dies wünscht. Die Art ist nicht zuletzt wegen der Vielzahl an Futterpflanzen (Löwenzahn, Wegerich, Brennnessel, diverse niedrige Pflanzen, Weiden, Salat, Lauch, Kunstfutter - gelegentlich sogar Apfelscheiben,...) gut zu halten, ist relativ robust und die Raupenbehälter sind einfach zu reinigen, da sich die Raupen schon bei kleinen Störungen einrollen und dann sehr einfach (zum Beispiel mit einem Löffel) umsetzen lassen. Wenn ich es richtig im Kopf habe, durchlaufen sie 6 Larvenstadien und verpuppen sich dann in einem Gespinst. Hierzu eignet sich die Beigabe von "Baumaterial", etwa Moos, geknülltes Papier, trockene Blätter oder auch Papprollen (Klopapierrollen). Nach ca. 5-7 Wochen schlüpfen die Falter und gehen idR von allein bereits in den ersten Nächten in Kopula. Dazu ist kein besonderer Käfig nötig, besser ist ein Schuhkarton, in welchem der Deckel durch Fliegengitter etc ersetzt wurde. Die W legen mehrere hundert Eier, die nach 5-12 Tagen schlüpfen. Da die Falter erst spät in der Nacht fliegen (nach 0 Uhr) ist ein Freilandanflug also mit Geduld verbunden. Was jedoch immer schwierig ist, ist die Überwinterung der Raupen, wenn man sie möglichst synchron zur Natur halten möchte. Hierzu findest Du aber in diesem Forum Beiträge. Wie gesagt, man kann sie auch "durchzüchten", dann fällt diese (einzige) Schwierigkeit weg.

Zu Deiner 2ten Frage: Mutationen "herstellen" kann man eigentlich nicht. Die Art ist extrem variabel und es mag sein, dass Temperatur, Feuchte, künstliche Diapausen usw. noch zusätzlich nachhelfen. Viel häufiger jedoch dürfte der Zufall für eine besondere Färbung verantwortlich sein. Durch selektive Verpaarung besonders gefärbter Tiere kann es sein, dass man die Wahrscheinlichkeit von "besonders" gefärbten Nachkommen erhöht, eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.

Vielleicht als Tip: Bevor Du Versuche mit abnormer Temperatur oder derartigem machst, probiere einfach mal, die Tiere möglichst naturnah zu ziehen, also mit Überwinterung der Raupen, die dann oft in L2-L4 sind.

Gruß und gutes Gelingen,
Steff^^



zuletzt bearbeitet 05.06.2014 21:05 | nach oben springen

#3

RE: brauner Bär/arctia caja

in Zucht von Schmetterlingen 05.06.2014 21:08
von JHH184 | 416 Beiträge | 3395 Punkte

Virlen vielen Dank Steffen. Ich habe sie schon mal mit diapause gezüchtet war damals aber nur am ende ein Männchen. Ich hab gelesen das man da was mit Äther etwas machen kann. ..


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#4

RE: brauner Bär/arctia caja

in Zucht von Schmetterlingen 05.06.2014 22:18
von Heiko70 | 1.951 Beiträge | 16280 Punkte

Hi Simon,

also ich hab caja schon x-mal gezüchtet, habe davon sicher schon 1000 Falter und mehr gehabt, bzw. gesehen. Jeder sieht anders aus, einmal mehr einmal weniger abberativ. Ich hatte auch schon richtig kraß abweichende Falter, da gibts auch nen Thread hier drüber.

Jedesmal wurden die Tiere von mir durchgezogen, soll heißen warm über den Winter gebracht. Teilsweise hören sie trotzdem auf zu fressen und du mußt dann doch überwintern. Egal wie, alle Abberationen oder "normale" Falter die bei mir geschlüpft sind, waren ohne jegliche Versuche entstanden.

Falls du das gelesen hast, vor allem die Sache mit dem Äther, dann zeig mir doch mal nen Link zu dieser Seite. Ich glaub nämlich, daß eine solche Behandlung zu gar nix führt. Die Raupe ist kurz benommen und dann geht das Leben weiter.

Es ist wie Steffen sagt, der reine Zufall, wie die Tiere aussehen. Man kann dann auch weiterzüchten und besondere Formen "rausmendeln", das hat aber Steff auch schon erwähnt.

Grüße, Heiko


Leben ist etwas Seltenes, die meisten Menschen existieren nur. (Oscar Wilde)


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#5

RE: brauner Bär/arctia caja

in Zucht von Schmetterlingen 06.06.2014 20:36
von JHH184 | 416 Beiträge | 3395 Punkte

Hier der link:

http://www.actias.de/24299-500-arctia-caja.html



Welche Mutationen habt ihr schon alles beobachten können? Unter welchen Bedingungen habt ihr sie gezüchtet?


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#6

RE: brauner Bär/arctia caja

in Zucht von Schmetterlingen 06.06.2014 21:14
von Heiko70 | 1.951 Beiträge | 16280 Punkte

Hallo Simon,

danke für den Link, soweit ich das jetzt durchgelesen hab, ist da immer nur die Rede von "könnte sein". Nirgens steht da, daß es sicher ist, Abberationen zu erzielen.

Arctia caja


Das sind Abberationen aus meiner Sammlung. In der Mitte ist die Nominatform. Der oben rechts, mit den gelben Hinterflügeln wurde nicht von mir gezüchtet, diesen Falter bekam ich spannweich.
Die Restlichen, oben links mit weißem Vorderflügelrand, unten links mit reduzierter weißer Zeichnung und unten rechts ganz dunkel, sind aus ein und der selben Zucht. Dieser Stamm war sicherlich genetisch mutiert und stammte von einem völlig normal gefärbten Freilandweibchen ab. Ich brachte daraus keine Nachzucht zusammen. Bekannte von mir, die den selben Stamm hatten, hatten auch die dunkle Form als Falter hervorgebracht und weitergezüchtet. Die Nachkommen brachten es auf einige braune Falter, die nächste Nachzucht aber war zu schwach und starb ab. Das bedeutet, daß dieser Stamm genetisch verändert war, sonst hätte sie sich nicht weitervererbt, allerdings sind die Gene offensichtlich sehr schwach gewesen, was man daran erkennt, daß bereits bei F2 ein Totalausfall der Zucht war.

Ich hielt meine Raupen genau wie oben schon beschrieben, warm über Winter, was ich aber schon mit hunderten Raupen vorher tat, ohne einer sondlich abberanten Form.

Meine Abberationen, 2 mit weißem Vorderflügelrand und 4 Braune und 1 mit reduzierter Weißzeichnung, sind die Einzigen von geschätzten >1000 Faltern aus meinen Zuchten in den letzten 25 Jahren, also man kann sagen, sie sind sehr selten.

Grüße, Heiko


Leben ist etwas Seltenes, die meisten Menschen existieren nur. (Oscar Wilde)


zuletzt bearbeitet 07.06.2014 16:34 | nach oben springen



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