#1

Mehltau-Entfernung

in Schmetterlinge: Diverses 12.10.2014 19:59
von Reinhold | 322 Beiträge | 1737 Punkte

Hallo Raupenfreunde,
habe zur Zeit Raupen die Eiche fressen !
Aber nirgends gibt es mehr Mehltau freie Blätter !
Also wasche ich jedes einzelne Blatt mit Wasser ab.

Nun meine Frage : Wie entferne ich Mehltau am schnellsten und am sichersten von den Blätter !
Wie macht Ihr es ? Gibt es eine Lösung (Flüssigkeit) die den Raupen aber nicht schadet ?
Bitte schreibt mir Eure Tricks,das einzelne Blatt abwaschen geht mir auf den Keks !

Danke für Eure Hilfe.
Gruß: Reinhold



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#2

RE: Mehltau-Entfernung

in Schmetterlinge: Diverses 12.10.2014 21:07
von Heiko70 | 1.908 Beiträge | 15861 Punkte

Hallo Reinhold,

ich habe bei uns seit Jahren die Erfahrung gemacht, daß es eine Eichenart gibt, an der der Mehltau nicht wächst. Eine Eiche steht direkt neben einer betroffenen Eiche und ist tatsächlich trotzdem Mehltau frei.
Ich weiß nicht, welche Art dies ist, aber schau mal, ob es in deiner Umgebung vielleicht auch so eine gibt.
Ob man Blätter nun tatsächlich frei von Mehltau bekommt, oder ob das Myzel des Pilzes bis in das Blatt selbst verbreitet ist, weiß ich nicht.

Grüße, Heiko


Leben ist etwas Seltenes, die meisten Menschen existieren nur. (Oscar Wilde)


zuletzt bearbeitet 12.10.2014 21:12 | nach oben springen

#3

RE: Mehltau-Entfernung

in Schmetterlinge: Diverses 12.10.2014 21:11
von steffen1978 | 1.091 Beiträge | 21446 Punkte

Dere Heiko,
diese Erfahrung hab ich heute auch wieder gemacht...
Zufällig sind die Eichen, die keinen Mehltau zeigen, genau die mit den fetten Knospen, die im Winter keine Blätter haben (auch kein braunes vertrocknetes Laub) und an welchen ich ausschließlich die Eier des Eichenzipfelfalters finden konnte (kann aber wirklich Zufall sein).
Gruß
Steffen


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#4

RE: Mehltau-Entfernung

in Schmetterlinge: Diverses 13.10.2014 07:58
von hall | 1.024 Beiträge | 7013 Punkte

Hallo Reinhold,

bei uns wird häufig die Roteiche (Quercus rubra), angepflanzt. Hier konnte ich noch nie Mehltau beobachten.

Werner

http://de.wikipedia.org/wiki/Roteiche



zuletzt bearbeitet 13.10.2014 07:59 | nach oben springen

#5

RE: Mehltau-Entfernung

in Schmetterlinge: Diverses 13.10.2014 17:02
von Reinhold | 322 Beiträge | 1737 Punkte

Hallo Danke an Alle,
muß ich mal in der weiteren Umgebung auf die Suche gehen !
Ansonsten sind bei mir alle Bäume mit Mehltau befallen,auch die am Wasser.
Die Roteiche hat keinen Mehltau,das weiß ich aber die Blätter sind schon rot,also wenig geeignet als Futterpflanze.

Und wie entfernt Ihr den Mehltau ???

Gruß: Reinhold



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#6

RE: Mehltau-Entfernung

in Schmetterlinge: Diverses 14.10.2014 10:24
von Ovid | 212 Beiträge | 1490 Punkte

Hallo Reinhold,

ich habe leider nicht gerade einen grünen Daumen und kann daher keine Tipps aus eigener Erfahrung weiter geben.
Aber bei der Recherche im Internet bin ich mehrfach auf die Empfehlung gestoßen, es mit MILCH zu versuchen:

Milch enthalte Mikroorganismen, die den echten Mehltau-Pilz wirksam bekämpfen können.

Zweimal wöchentlich ein Gemisch von Milch und Wasser im Verhältnis 1:9 herstellen und das Ganze auf die befallende Pflanze und deren Blätter sprühen.

Alternativ geht wohl auch eine Brühe aus Ackerschachtelhalm:

Ackerschachtelhalm gegen Mehltau

Also zumindest das mit der Milch ist ja problemlos und kostengünstig umsetzbar und wie ich finde, einen Versuch wert...^^

Viele Grüße,
Tatjana


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#7

RE: Mehltau-Entfernung

in Schmetterlinge: Diverses 14.10.2014 22:16
von FairPlayLady | 63 Beiträge | 405 Punkte

hallo zusammen,

ich habe mal eine ganz blöde frage...:
ist denn der echte mehltau für die raupen giftig? was machen denn die freilandraupen, wenn sie auf einem baum mit mehltaublättern sitzen?
die fressen das doch sicher auch, oder? hat schon jemand mal die blätter trotzdem verfüttert und sind die raupen dann gestorben?

ich hatte vor ein paar wochen b. wallichii raupen, die ich mit esche gefüttert habe. in den letzten wochen vor der verpuppung habe ich keine esche mehr finden können, die nicht vom falschen mehltau befallen war. ich habe es gewagt und die raupen trotzdem damit gefüttert.
ich hatte keine verluste und alle raupen haben sich mittlerweile verpuppt.
...hoffe nicht, dass es evt. nachwirkungen hat z.b absterben der puppen oder krüppelfalter.

gruß

ute


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#8

RE: Mehltau-Entfernung

in Schmetterlinge: Diverses 14.10.2014 23:39
von Heinz | 2.596 Beiträge | 12844 Punkte

Hallo Ute,
diese Wortmeldung von mir ist lediglich reine Theorie, könnte aber genauso gut stimmen:

Wir können uns ja nicht gerade beschweren, dass die Schmetterlingspopulationen immer dichter werden. Gründe für den rasanten Schwund gibt es mannigfach. Und einer davon könnte wohl auch der zunehmende Befall mit Mehltau sein. Denn der ist ganz bestimmt ein "Laster" unserer Zeit.
Ich beschäftige mich nun schon viele Jahre mit der Schmetterlingszucht, erinnere mich aber ganz bestimmt nicht, dass ich in meiner Anfangszeit mit Mehltaublättern zu kämpfen hatte.

In meiner näheren Umgebung steht eine stattliche Eiche. Vor einiger Zeit beherbergte diese Eiche alljährlich eine große Menge an Mondvogelraupen. Doch seit etwa fünf bis sechs Jahren suchen ich vergeblich danach. Dafür aber ist sie übersät mit Mehltau. Und das schon wenige Wochen nach dem Blattaustrieb.

Diese Beobachtung könnte meine Theorie bestätigen bzw. etwas untermauern.

Nette Grüße
Heinz


Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand!


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#9

RE: Mehltau-Entfernung

in Schmetterlinge: Diverses 15.10.2014 01:24
von FairPlayLady | 63 Beiträge | 405 Punkte

hallo heinz,

an deiner theorie ist bestimmt was dran!
das "laster" unserer zeit ist ja auch, unter anderem, der klimawandel.

mehltau wird ja als "schönwetterpilz" bezeichnet. in den letzten jahren hatten wir häufig bereits sehr früh im frühjahr warme temperaturen, eigentlich schon sommerlich!
nachts aber war es oft noch kühl. diese starken temperaturschwankungen begünstigen den wachstum vom echten mehltau.
das würde auch erklären, warum bereits kurz nach dem austrieb der eichen, sich der mehltau vermehrt.

ob nun das mondvogelverschwindem dem mehltau zuzuschreiben ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen. wie du schon geschrieben hast, kann es tausend gründe geben, warum eine population auf einmal verschwindet.

ich habe eben mich mal eine weile "durchgegooglet" und nicht wirklich etwas darüber finden können, ob nun mehltau für die raupen giftig/schädlich ist oder nicht.
zumindest weiß ich jetzt, das es gewisse marienkäfer- und auch blattwespenarten gibt, die den mehltau gezielt fressen!
es gibt ja auch viele raupen, die (für uns) giftige pflanzen fressen, wie z.b. liguster, esche, rhus, lorbeerkirsche usw, usw....

selbst ob der mehltau wirklich schädlich für uns ist, wenn wir ihn, z.b. mit befallenen obst/gemüse essen, konnte ich nicht herausfinden.
wirklich giftig scheint der schimmelpilz mehltau wohl nicht zu sein.

was ich jetzt aber auch weiß ist, dass der echte mehltau nicht in die pflanze eindringt und auf der oberfläche wächst. er ist somit abwaschbar/abwischbar,
während der falsche mehltau in die pflanze eindringt und innerhalb der zellen weiterwächst.

ich finde dieses thema sehr interessant und ich denke, ich werde nächstes jahr einmal einige versuche starten und an einheimische arten (evt. auch an einzelne exotische raupen) mehltau behaftete pflanzen verfüttern. echten mehltau sowohl als auch den falschen mehltau.
bin mal gespannt, ob es verluste aufgrund des futters gibt...

schöne grüße

ute


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#10

RE: Mehltau-Entfernung

in Schmetterlinge: Diverses 15.10.2014 10:00
von Heinz | 2.596 Beiträge | 12844 Punkte

ob nun das mondvogelverschwindem dem mehltau zuzuschreiben ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen. wie du schon geschrieben hast, kann es tausend gründe geben, warum eine population auf einmal verschwindet.


Liebe Ute,
danke für deine interessanten Zeilen.

Es ist aber keinesfalls so, dass die Mondvogelpopulation in meiner Umgebung bzw. in jener besagter Eiche verschwunden ist. Ich finde alljährlich viele Raupen dieser Art an Hasel und Esche, die nur wenige Meter neben der "Mehltaueiche" stehen.
Ich erkenne daran, dass zumindest die Mondvogelraupen keinen Mehltau mögen.

Nette Grüße
Heinz


Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand!


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#11

RE: Mehltau-Entfernung

in Schmetterlinge: Diverses 15.10.2014 11:56
von Ovid | 212 Beiträge | 1490 Punkte

Hallo Ute,

ich habe mich auch mal ein bisschen in das Thema Mehltau eingelesen und kann Dir zustimmen, dass es offenbar keine konkreten Erfahrungsberichte oder Nachweise im Internet zu finden gibt, was die Schädlichkeit für Raupen angeht.
Die Berichte, die in einem anderen Forum stehen, stammen aus dem Jahr 2006, sind ziemlich ambivalent und lassen keine konkreten Schlussfolgerungen zu den Auswirkungen von Mehltau auf Raupen zu.

Hinsichtlich der Wirkung beim Menschen scheint es wohl so zu sein, dass der Echte Mehltau bzw. seine Sporen nur schwach toxisch sind und daher lediglich bei empfindlichen Personen beim Kontakt bzw. Einatmen zu allergischen Reaktionen wie Hautreizungen oder Atembeschwerden führen kann.
Der Verzehr befallenen Obstes oder Gemüses kann Bauchschmerzen auslösen.
(siehe auch http://www.helpster.de/warum-mehltau-gif...euterung_110769 )

Wo ich Dir nicht zustimme, ist bei der Behauptung, dass der Echte Mehltau nicht in die Pflanze eindringt.

Unter dem Stichwort "Echte Mehltaupilze" findet man bei Wikipedia folgende Informationen:

Zitat
... Erysiphaceenarten wachsen oberflächlich auf ihrem Wirt. Auf der Blattoberfläche bildet sich ein Pilzgeflecht, das als weißer, abwischbarer Belag erscheint. Dieser bildet so genannte Haustorien aus. Dies sind spezielle Saugorgane des echten Mehltaus, die sich in den Zellen der Epidermis verankern. So wird der Pilz mit Nährstoffen versorgt. Dabei durchstoßen die Haustorien zwar die Zellwand, nicht jedoch die Plasmamembran. Durch den Entzug von Nährstoffen welkt das Blatt und fällt schließlich ab. ...



D.h., dass sehr wohl Teile des Pilzes in die Blätter eindringen, die eben dann mit dem Abwaschen oder Abwischen nicht entfernt werden (können).
Somit verfüttert also auch Reinhold im Grunde zumindest Teile des Mehltaupilzes.

Ich denke, dass er wahrscheinlich bei den Raupen ähnlich sein wird, wie beim Menschen. Vermutlich ist auch nicht jede in gleichem Maße empfindlich oder unempfindlich, so dass es welche geben wird, denen der Mehltau gar nichts ausmacht und andere gehen daran ein.

Es dürfte auch unbestritten sein, dass die Blätter, die vom Mehltaupilz befallen sind, nur noch minderwertige Futterqualität darstellen, denn der Mehltaupilz entzieht dem Blatt - wie oben zitiert- die Nährstoffe.
Ich könnte mir vorstellen, dass Raupen die befallenen Blätter möglicherweise instinktiv verweigern.

Falls Du im kommenden Jahr tatsächlich einen Versuch startest, dann halte uns bitte auf dem Laufenden über Deine Erkenntnisse!

Viele Grüße,
Tatjana


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