#1

Geschlechtsunterscheidung anhand der Antennen bei Macroglossum stellatarum

in Schmetterlinge: Diverses 11.07.2016 00:02
von David27 | 100 Beiträge | 1477 Punkte

Hallo Community,
In der Ento-WhatsApp-Gruppe diskutierten wir vor einigen Wochen über mögliche Geschlechtsunterschiede bei M. stellatarum.
Dabei erwähnte Eudicella2000, dass er schon einmal etwas gelesen hatte dazu und es angeblich über die Antennen geht.
Der Unterschied soll darin bestehen, dass Männchen gezähnte haben sollen und Weibchen glatte.
Danach grübelte ich ein bisschen und bin zu dem Schluss gekommen, dass das auch Sinn machen würde, da eine größere Oberfläche helfen könnte die lockenden Weibchen zu finden. Daraufhin nahm ich mein Präparat in der Sammlung mal genauer unter die Lupe und es hatte gezähnte Antennen!
Danach geriet das Thema etwas in Vergessenheit.
Aber da ich heute ein Weibchen bei der Ablage beobachtete, beschloss ich mir 2 Falter zu keschern. Einen mit glatten und einen mit gezähnten Antennen, um zumindest einen Ansatz zu bekommen. Heute nahm ich mir "einen Glatten" mit.
Dieser Falter legte dann auch gleich beim Anbieten vom gemeinen Labkraut viele Eier.
Außerdem hatte Eudicella2000 bei seiner Zucht nur Männchen (Bestimmung anhand der Puppen) und die Antennen dieser waren alle gekämmt, was für diese Theorie spricht.

Nun einige Bilder:

Das Weibchen kurz vor der Ablage

...und bei der Ablage

Eines der Eier

Kopfporträt des doch schon recht abgeflogenen Falters

eindeutig NICHT gezähnt!

Ich werde hier über den weiteren Verlauf der Zucht berichten und neue Erkenntnisse bekanntgeben.

LG David

(EDIT: David hat mir per Email Korrekturen gesendet, die ich wie gewünscht 1:1 übernommen habe. Gruß Steffen)



zuletzt bearbeitet 11.07.2016 20:13 | nach oben springen

#2

RE: Geschlechtsunterscheidung anhand der Antennen bei Macroglossum stellatarum

in Schmetterlinge: Diverses 18.07.2016 15:47
von David27 | 100 Beiträge | 1477 Punkte

Hallo Forum,
hier mal ein Update zur Zucht :
Es waren insgesamt 13 Eier und 2 davon waren Freilandfunde (eines zufällig gefunden und beim 2. ein Weibchen bei der Ablage beobachtet).
Der zufällige Fund ist den anderen Räupchen weit voraus (L4 ...alle anderen noch in L1-2). Im Moment fressen sie an gewässertem Gemeinen Labkraut (Galium mollugo), welches sie auch gleich am Anfang als Futter annahmen. Zudem ist es mit Abstand das häufigste in meiner Gegend (in diesem Jahr wurde es vom Klettenlabkraut vom Thron gestoßen^^).

Hier der Freilandfund:

L3


Aktuelle Bilder der L4 Raupe

Jetzt einige Resultate der Ablage von oben:


L1

L1 in Häutungsruhe und L2

L2

L2 in Häutungsruhe

LG David



zuletzt bearbeitet 18.07.2016 15:49 | nach oben springen

#3

RE: Geschlechtsunterscheidung anhand der Antennen bei Macroglossum stellatarum

in Schmetterlinge: Diverses 27.07.2016 22:43
von David27 | 100 Beiträge | 1477 Punkte

Hallo Forum,
Bilder sagen mehr als 1000 Worte:


Häutungsruhe zu L5

...Und die Häutung



Einige L5 Bilder


2 Raupen haben sich bereits verfärbt. Die die auf der Erde sitzt ist bereits unter die Erde gegangen. Die 2. ist gerade damit beschäftigt.

LG David


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#4

RE: Geschlechtsunterscheidung anhand der Antennen bei Macroglossum stellatarum

in Schmetterlinge: Diverses 03.02.2017 20:17
von David27 | 100 Beiträge | 1477 Punkte

Hallo liebe Community,

nach langer Inaktivität melde ich mich mal wieder...hatte irgendwie Probleme Schule und Hobbys unter einem Hut zu bekommen aber das geht jetzt schon ganz gut^^.

1. Die Falter aus dem vorigen Beitrag sind geschlüpft und entlassen worden. Sie waren bereits am Schlupftag so abgeflogen dass ich sie frei lies um ihnen nicht noch mehr zu schaden. Da sie so hektisch waren und ich sie kaum aus dem Schlupfkasten bekam habe ich sie ohne Foto frei gelassen...

2. Jetzt zum aktuellen Thema:
Da ich die obige Vermutung immer noch sehr interessant finde möchte ich das Projekt dieses Jahr fortsetzen.
Um die Falter möglichst artgerecht zu halten musste ich mir jedoch was überlegen da mein 1,50m x 1m x 0,9m Flexarium nicht unbedingt genug Raum zur Verfügung stellt.
Letztes Jahr kam die Idee einen alten ungeheizten Raum (Teil der Garage) in eine Art "Riesenterrarium" zu verwandeln. Dies scheiterte jedoch daran das die Falter immer zu den Fenstern flogen (Süden und Westen).
Doch nach ein bisschen grübeln kam die Antwort!: an den Wänden des 4m x 4m Raumes die ohne Fenster sind möchte ich UV- bzw. Schwarzlichtröhren anbringen und die Fenster mit Pappe oder ähnlichem abdecken um den Strahlungseinfluss von allen seiten relativ gleich zu halten. In die Mitte noch eine helle LED- Birne damit ich auch was sehe und fertig! In die Pappe kommen Spalten hinein die mit Gaze abgedeckt werden um Tageslicht einfallen zu lassen. Das wäre besonders für die Nektar- und Futterpflanzen die an ihnen stehen wichtig, weshalb die Schlitze auch hauptsächlich im unteren Drittel ausgeschnitten werden.
Die Pappe würde mit Malerkrepp an die Wandgeklebt werden (nicht direkt an das Fenster damit ich lüften kann ohne das die Tiere abhauen).

Wenn dieses Konzept funktioniert werde ich auch andere Arten dort pflegen.
Das Beste daran ist das die Stromrechnung nicht sonderlich steigen wird da wir eine Photovoltaik-Anlage haben und die Lampen nur tagsüber an sind.

Ich werde hier weiter über den Versuch berichten und bekanntgeben wenn sich was tut.

Morgen kommen dann auch Bilder und Skizzen um das Ganze zu veranschaulichen.

LG,
David


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#5

RE: Geschlechtsunterscheidung anhand der Antennen bei Macroglossum stellatarum

in Schmetterlinge: Diverses 04.02.2017 15:19
von David27 | 100 Beiträge | 1477 Punkte

Hallo Forum,

heute bin ich losgezogen um alles nötige zu vermessen.
Hier das Bild meiner alles andere als maßstabsgetreuen Skizze. Sie dient eh nur als Anhalts- und Orientierungspunkt für die verschiedenen Maße.



Das Strichlierte ist immer das Eck das beim großen Plan links unten zu sehen ist.
Das Schraffierte sind immer die beiden Kästen die leider drin bleiben müssen, den vorderen kann ich als Lagerung für Raupendosen etc. verwenden.
Zusätzlich soll dann noch ein Tisch aus meinem alten Wandschrank (Tür raus, Beine dran) hineinkommen für Raupendosen und die Ablagepflanzen. Die Nektarpflanzen lasse ich wohl bis auf wenige (für Abwechslung zum Zucker-Honigwasser) weg das es nie genug sein werden um eine Gruppe (die hoffentlich wächst) zu ernähren, deshalb werde ich künstliche Nahrungsquellen verwenden die stätig mit Lösung gefüllt sind. Da muss ich mir allerdings noch eine Methode überlegen da sie ja lange Kelche bevorzugen.
Die Lampen wären dann an der Ost- und Nordwand, natürlich auch eine weiße in der Mitte. Da die Fenster eine Doppelverglasung haben wird ja eine Menge des UV-Anteils herausgefiltert und da die Falter ja auf UV und blau rote Töne sozusagen "fliegen" könnte es ja theoretisch möglich sein das ich die Fenster doch nicht abkleben muss aber das muss ich dann versuchen.
Als Lampen hätte ich die "Party-Röhren" von Hornbach genommen (in verschiedenen Farben erhältlich) mit der ich auch schon recht erfolgreich leuchten gehe. Zudem sind sie sehr einfach zu montieren und recht robust (zum Leuchten kann ich ja eine runter nehmen, nachts werden sie eh nicht benötigt).
Zum Abschluss noch eine Frage: Da M. stellatarum vereinzelt auch in Mitteleuropa vorkommt möchte ich gerne wissen wie viel Minus-Grade sie im Winter vertragen?

Ich bin jedenfalls schon richtig gespannt ob das so klappt wie ich es vor habe.

LG,
David


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#6

RE: Geschlechtsunterscheidung anhand der Antennen bei Macroglossum stellatarum

in Schmetterlinge: Diverses 04.02.2017 20:46
von Anthocharis | 493 Beiträge | 3842 Punkte

Hallo David,
in einem Beitrag im Lepiforum schrieb Jürgen Hensle dazu: "das Taubenschwänzchen überwintert ohne" (Anm. sic, in nachfolgendem Beitrag korrigiert) "Diapause. Nahrung wird es die nächsten Monate demnach nicht aufnehmen.
Frost verträgt es, jedenfalls in Maßen. An einen geschützten Ort ins Freie setzen kann man es demnach. Aber nicht unbedingt gerade dann, wenn es draußen extrem kalt ist. Ein frostfreier Tag wäre besser geeignet."
Quelle: http://www.lepiforum.de/2_forum.pl?md=read;id=94210

Demnach wird ihnen leichter Frost für wenige Tage wahrscheinlich nichts ausmachen.


Viele Grüße, Joe


zuletzt bearbeitet 04.02.2017 20:54 | nach oben springen

#7

RE: Geschlechtsunterscheidung anhand der Antennen bei Macroglossum stellatarum

in Schmetterlinge: Diverses 06.02.2017 13:15
von Ovid | 212 Beiträge | 1490 Punkte

Hallo David,

ein ambitioniertes Projekt, was Du da vor hast!
Was die Idee mit den künstlichen Lichtquellen angeht, da bin ich etwas skeptisch, aber Probieren geht bekanntlich über Studieren!
Halte uns in jedem Fall auf dem Laufenden!

Was dieses Problem hier angeht:

Zitat
deshalb werde ich künstliche Nahrungsquellen verwenden die stätig mit Lösung gefüllt sind. Da muss ich mir allerdings noch eine Methode überlegen da sie ja lange Kelche bevorzugen.


Da würde ich an Deiner Stelle auf Bewährtes zurück greifen und Reaktionsgefäße (sogenannte Eppendorf-Gefäße) aus dem Laborbedarf verwenden:

gesundheits laden.de - Reaktionsgefäße

Eventuell kannst Du die in kleineren Mengen auch über die Apotheke beziehen. Ansonsten bekommst die in 100er Beuteln (oder mehr) so um die 5 € zzgl. Versand im Internet.

Die werden z.B. im Botanischen Garten in München in die Futterstellen integriert:



Viele Grüße,
Ovid


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