#1

"Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 30.10.2016 12:35
von tippletopple | 694 Beiträge | 17577 Punkte

Zum Thema "künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren von Bestimmungsbildern:

Es geht bei diesem Beitrag nicht so sehr um blütensaugende Tagfalterfotos in freier Natur, sondern um Fotos, in denen Lichtfänge, Zuchten etc. dokumentiert werden sollen, also um das Bemühen, natürliche Darstellungen in teilweise künstlicher Umgebung zustandezubringen.

Dass dabei "unnatürliche" (nicht in der freien Natur vorkommende Materialien) als Hintergrund bei den Fotos aufscheinen, wird von vielen sehr kritisch gesehen.

Ich finde es besser, die Lebewesen in ihrer natürlichen (Sitz)Haltung zu zeigen, sie also dort zu belassen, wo sie sich hingesetzt haben, als sie mit so manchen Tricks auf einen Bio-Background zu setzen. Wer kennt nicht die Bilder von Zombies, die in der Vegetation herumhängen?

Es ist dennoch manchmal notwendig, Falter, Raupen oder Puppen auf geeignete, fototaugliche Unterlagen zu platzieren, die sie nicht freiwillig aufsuchen, wo also "nachgeholfen" werden muss.
Manche verwenden dabei ausschließlich biologisches Hintergrundmaterial wie Blätter oder Moos, andere wiederum bevorzugen eher neutralere Hintergründe wie Steinoberflächen oder bewusst nicht definierte oder wiedererkennbare Strukturen., möglichst in einfärbiger Unauffälligkeit.

Chlorophyll-Opulenz gegen Underground-Minimalismus sozusagen!

Ich bevorzuge eher die zweite Methode.
Ich möchte erklären, welche Gründe ich dafür habe:

1. Ein Objekt im Vordergrund kommt wesentlich besser zur Geltung, wenn der Hintergrund unauffällig bleibt, sowohl farblich als auch formal.
Ist die Intensität des Hintergrunds groß, so geht das auf Kosten des eigentlichen Bildmotivs.
Der Hintergrund stiehlt dem Vordergrund die Show.

2. Wenn man bei unseren oft bräunlich gefärbten Fotoobjekten den Anteil der drei Grundfarben Rot, Blau und Gelb einmal näher betrachtet, so dominiert Rot mit Abstand vor Gelb, zuletzt kommt Blau.
Schauen wir unsere Eulenfalter an: Fast alle Brauntöne sind Rotmischungen mit Schwarz und wenig Gelb. Reines Gelb haben wir bei Bandeulen. Blau kommt selten vor, bei den Noctuiden fällt mir nur fraxini ein. Und Gelbblau - Mischungen, also Grün ist auch nicht häufig.
Jeder Layouter weiß, dass man komplementäre Hintergründe tunlichst vermeiden soll, also zum Beispiel kein grünes Objekt auf rotem Hintergrund, aus dem einfachen Grund, weil sich die beiden entweder gegenseitig aufheben oder sensible Betrachter nervös machen. (Das komplementäre Blau-Gelb im Ikea-Logo lebt von diesem Effekt)
Wenn wir also rot-dominierte Objekte im Vordergrund haben, so sollte der Hintergrund möglichst nicht von der Komplementärfarbe Grün bestimmt sein.
Braune Schuhe verkaufen sich schlecht in grünen Auslagen.

3. Stehen viele Fotos mit grünen Hintergründen in der Bildergalerie willkürlich nebeneinander, so entsteht sehr leicht ein Effekt, der als "schlagen" oder "reiben" bezeichnet wird, d.h. die verschiedenen Grüntöne passen nicht zusammen und "tun dem Auge weh".
Grün ist da besonders anfällig, da es meist sehr satt ausfällt.
Dezente, zurückhaltende Farben wie beige oder grau sind da ziemlich immun gegen diesen negativen Eindruck. Auch können sie gut als Puffer zwischen satten grünen Unverträglichkeiten eingesetzt werden.

4. Wenn man in ein Geschäft geht und etwas "naturfarbenes" verlangt, so wird einem vom Verkaufspersonal eine Palette von Beige-Tönen gezeigt - egal ob Vorhänge oder Küchenoberflächen, niemals jedoch grüne Farbmuster.
Die Ansicht, dass "grün" gleich "natürlich" sei, stimmt nicht.
Die deutsche Übersetzung von "beige" ist "natur(farben)".

5. Zuletzt möchte ich anführen, dass ich in der Praxis beim Leuchten immer wieder beobachten konnte, dass sich Eulen am liebsten auf Mauern, Steine, Rinden und andere raue Untergründe (Eierkartons!) setzen, selten jedoch auf Blätter, auch wenn diese genauso vorhanden sind bzw. angeleuchtet werden.

Vielleicht ist dieser Beitrag eine Hilfestellung bei der Erstellung von natürlichen Fotos in künstlicher Umgebung.

Grüße
Chris



zuletzt bearbeitet 03.11.2016 19:25 | nach oben springen

#2

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 30.10.2016 15:28
von hall | 1.024 Beiträge | 7013 Punkte

Ich finde Baumrinde sehr geeignet als Hintergrund für ein Aufnahme. Wenn der Falter nicht zu lebhaft ist setzte ich ihn auf einem Baumstamm oder ich verwende ein größeres Rindenstück. Sollt ein Falter zu unruhig sein so kommt er einige Minuten in den Kühlschrank.

Hier einige Beispiele:

Angefügte Bilder:
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#3

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 31.10.2016 23:40
von steffen1978 | 1.091 Beiträge | 21446 Punkte

Hallo Chris und Werner,
ich frag mich auch oft was nun ein passender Hintergrund ist... manchmal findet man intuitiv einen, der nicht nur farblich passt (das ist noch einfach), sondern auch hinsichtlich der Lichtverhältnisse günstig ist (also nicht in der prallen Sonne, aber auch nicht drinnen, damit man nicht mit Kunstlicht arbeiten muss oder blitzen muss). Dazu kommt natürlich, dass wir mit Lebewesen "arbeiten", also in erster Linie eine maximal schonende Behandlung erforderlich ist. Bei Raupen/Puppen/Eiern ist es zwar oft nicht einfach, einen möglichst naturnahen Untergrund/Hintergrund zu finden. Noch herausfordernder finde ich es bei Faltern, seis Zuchten oder Lichtfänge. Oftmals sitzen sie an einer ungünstigen Stelle perfekt, man könnte also eine absolut natürliche Sitzhaltung realisieren. Jedoch sehen die Aufbewahrungsbecher als Fotohintergrund idR recht übel aus... also setzt man um, die Falter hauen ab oder setzen sich genau so, dass sie wieder nciht "optimal" sind. Naja, es sind Lebewesen, sie sitzen eben wie sie wollen.
Hinsichtlich der Hintergründe habe ich zwar Vorlieben, aber keine feste Regel. Viele Fotos mache ich aus praktischen Gründen auf einem Stein oder einer Rinde, die ich im Licht so drehen/platzieren kann, dass es zu einem manchmal befriedigendem Foto wird. Heute habe ich, angestachelt von Deinem Beitrag Chris, ein paar Versuche gemacht. Bitte sagt mir Eure Meinungen dazu, denn mich interessiert, was/warum gefällt oder auch nicht.

Bilderschlacht, es geht los^^

Fangen wir mit der Weißdorneule (Allophyes oxyacanthae) an:

Hintergrund 1: Rinde.


Hintergrund 2: Jurastein.


Hintergrund 3: Laubblatt im Herbst (zur Jahreszeit passend).


Ich finde alle 3 Hintergründe ok. Der Stein ist für mich bei dieser Art der Favorit, da ruhig und neutral (und der Falter hat ja schon viel Struktur zu bieten).

Anderes Beispiel: Ein großer Frostspanner ( Erannis defoliaria)...

Option 1: Zur Farbe passend und nicht beschnitten.


Option 2: Zur Farbe passend und deutlich beschnitten.


Option 3: Auf einer Rinde sitzend.


So, und nun noch ein Extrembeispiel... (Agriopis aurantiaria)

Option 1: In der Dose, natürliche Ruhelage...


Option 2: nach 20 Minuten "rumpositionieren und warten... denn er wollte sich auf dieses Blatt einfach nicht setzen!


Zusatzoption: Falsch herum hat er sich gern hingelegt und lag dann auch 10 Minuten so. Der Falter wurde NICHT betäubt und kühl stellen macht bei einer Art, die ich bei 3 Grad gefunden habe, wohl nicht viel Sinn...


So, welche Hintergründe sind nun gut?

Viele Grüße
Steffen


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#4

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 01.11.2016 10:21
von Heiko70 | 1.908 Beiträge | 15861 Punkte

Hallo Steff,

also, ich finde bei der Weißdorneule Hintergrund 2 und 3 super, wenn es um die Eule selbst als Objekt geht.
Man erkennt das Tier hervorragend und lässt sich durch den Hintergrund nicht ablenken. Ob Stein oder Blatt ist mir da eigentlich egal, wobei der Stein nen Ticken besser kommt.
Bild 1 hat den Tarneffekt. Also das verschmelzen des Falters mit der Umgebung, was natürlich auch wieder einen guten Reiz hat. Zur "Falterbegutachtung" ist er vielleicht etwas ungünstig, da die rauhe Struktur der Rinde, den Beobachter doch ablenkt von der Struktur und Zeichnung des Falters.

Beim Frostspanner bin ich von den ersten beiden Bildern absolut begeistert. Eine natürlichere Darstellung geht wohl nicht mehr. Das erste Bild ist klasse, das Zweite finde ich auch noch super, aber beim ersten ist die Umgebung doch noch besser zu sehen, was den Gesamteindruck absolut abrundet.
Die Struktur des Untergrundes ist nicht so kraß, daß sie vom Falter ablenkt und der Tarneffekt ist mehr als perfekt.
Das Rindenbild vom Frostspanner ist in meinen Augen nicht das Non plus Ultra, da der Falter selbst kaum Struktur in der Zeichnung hat, lenkt die grobe Rinde zu stark ab.

Bei aurantiaria ist´s nicht schwer. Bild 2 is natürlich spitze. Natürlicher Hintergrund, nicht zu extrem hervorgehoben, farblich perfekt zur Flugzeit des Falters und auch der natürliche Tarneffekt ist vollkommen gegeben.

Schöner Thread und tolle Diskussion. Ich kann dabei nur lernen.

LG Heiko


Leben ist etwas Seltenes, die meisten Menschen existieren nur. (Oscar Wilde)
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#5

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 01.11.2016 16:38
von Manfred | 770 Beiträge | 25978 Punkte

Hallo Steffen,

du hast hier ein schwieriges aber sehr interessantes Thema angeschnitten und ich finde deinen Bericht super, deine Fragen dazu sind berechtigt. Ich denke, dass es keine REGELN für tolle Fotos mit richtigem Hintergrund gibt.
Meine Meinung ist, dass ein passender Hintergrund möglichst den Lebensraum des Falters widerspiegelt, soll heißen ein Grasfalter sitzt nicht auf einem Stein oder auf Rinde, ein Flechtenbär sitz nicht am Gras oder auf Löwenzahn.
Es ist bestimmt nicht einfach den richtigen Hintergrund zu finden, aber einen natürlichen Hintergrund (Lebensraum, Futterpflanze oder Stellen wo sich der Falter niederlässt) ist meiner Meinung nach immer besser als jeder andere Hintergrund. Das ist aber manchmal nicht möglich und man muss improvisieren. Dann sollte man aber versuchen einen neutralen Hintergrund zu finden und nicht die Tischdecke, Gardine oder die eigene Hand.
Für die Bestimmung des Falters sind einige Kriterien wichtig, das Foto sollte diese wichtigen Details zeigen, Schärfe ist sehr wichtig, ein natürlicher Hintergrund kann hier nur positiv beitragen.

Bei der Raupenfotografie wird es schon schwieriger, denn in der Natur ist es oft nicht möglich ein schönes Foto zu schießen. Bei Studioaufnahmen kann man versuchen einen natürlichen Hintergrund zu schaffen, nicht eine Raupe auf Rinde oder Stein fotografieren die normal auf Kräutern oder an Blüten frisst. Hier wäre es natürlicher wenn die Raupe auf ihrer Futterpflanze sitzt (Ausnahmen werde akzeptiert, aber keine Hände oder Finger).
Das ist nur meine Meinung zu diesem Thema, es sollte niemanden abhalten Fotos zu posten, auch wenn der Hintergrund ein völlig anderer ist als in der Natur.

Viele Grüße,
Manni



zuletzt bearbeitet 01.11.2016 17:20 | nach oben springen

#6

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 03.11.2016 00:32
von steffen1978 | 1.091 Beiträge | 21446 Punkte

Hallo zusammen,
besten Dank für die Rückmeldungen :-)
Fairerweise sollte ich aber hervorheben, dass nicht ich dieses Thema angesprochen habe, sondern Chris (Tipple).
Ich habe aber gleich eine Frage - provozierend wie immer^^

Im Winter liebe ich Feldsalat, kräftig grün. Darauf Tomaten oder roten Paprika - kräftig rot. Dazu ggf. Orangenspalten, schön orange/gelb, und wenns toll ist, ein paar Nüsse und getrocknete Feigen. Diese Kontraste sind übest scharf und hart - beim Essen gefällt es mir aber. Warum gefällt es mir bei Faltern nicht? Weil eine rote Eule auf nen grünen Salatblatt so unecht wirkt? Mag sein.

Lassen wir die Diskussionen einfach mal laufen - wir werden sehen was kommt.

Viele Grüße
Steffen


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#7

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 03.11.2016 19:10
von tippletopple | 694 Beiträge | 17577 Punkte

Lieber Steff,
fang jetzt bitte nicht an, Falter zu verspeisen!

Der Grund , warum du beim Essen auf Farbenfrohes stehst, ist leicht zu erklären: es ist ein Zeichen von Frische (und zugleich auch von Üppigkeit...)
Ähnlich Kontrastreiches ist auch bei Schneewittchen zu finden, ...rot wie Blut, weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz.... (aber das will ich nicht hier weiter thematisieren!)

Ich finde, dein gelben Blatthintergrund bringt eine neue Note in die Diskussion hinein. Herbstliche Tiere auf herbstlichen Blättern zu zeigen, ist ein guter zusätzlicher Bestimmungshinweis.

Zu deinen Falterfotos möchte ich sagen: da du nur gute hochlädtst, ist es schwierig, sich zwischen zwei gleichwertige Bildern zu entscheiden, das ist nämlich dann tatsächlich eine Geschmackssache!

Keine Geschmacksfrage sind die folgenden Beispiele (tw nicht bearbeitet):

einmal Hintergrund mit und einmal ohne Ablenkung


noch einmal störende Elemente im Hintergrund links und rechts ohne (leider keine gleiche Art, aber die Kupferglucken hab ich nur mit Mühe auf den Ast hinüber überreden können, sie waren davor genauso auf Gaze.


definierter und undefinierter Hintergrund


Hier zwei Bilder, die den Hintergrund als Atmosphäre miteinbeziehen: da gehts nicht um das Falter- oder Raupenindividuum, sondern um das gesamte Envirement. Ich habe das von Heiko so verstanden. Also nicht nur das Tier groß im Vordergrund, sondern sein Umfeld.




Grüße
Chris



zuletzt bearbeitet 05.11.2016 17:35 | nach oben springen

#8

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 03.11.2016 21:43
von steffen1978 | 1.091 Beiträge | 21446 Punkte

Hallo Chris,
Nein, ich werde keine Falter essen^^

Dein Schneewitchen-Beispiel finde ich gut - da macht dieser Kontrast viel Sinn.

Zu Deinen Bildern: Der Ligusterschwärmer ist ne klare Sache, die Kopulas und die Puppen ebenso. Schwer tu ich mir bei den letzten Bildern. Die Raupen und Kokons der Kupferglucke würden so im Freiland vermutlich nicht vorkommen, denn die würden sich vermutlich(?) vereinzeln. Daher erkenne ich das Bild als Zuchtbild. Die Falter am Boden sind da ne andere Sache... diese würde ich zwar nicht als Bestimmungshilfe verstehen, aber als "Lebensweise". Vielleicht sollten wir dazu noch Unteralben anlegen, denn "Lebensweise" ist etwas, das mit "Bestimmungshilfe" nicht gleichzusetzen ist - meine Meinung^^

Gruß
Steffen



zuletzt bearbeitet 03.11.2016 21:43 | nach oben springen

#9

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 04.11.2016 17:36
von tippletopple | 694 Beiträge | 17577 Punkte

Hallo Steff!

Die Kupferglucken habe ich auf einem Apfelbaum gezüchtet, eingebunden in einen relativ großen Sack. Obwohl sich darin mehrere Zweige befanden, war die Tendenz zu beobachen, dass sich die Raupen immer in Grüppchen aufhielten und sich auch die erwachsenen Raupen nicht wirklich gleichmäßig verteilten. Wahrscheinlich sorgen die Vögel dafür, dass sie "vereinzelt" auftreten.

Die Idee mit der "Lebensweise" als eigenes Unteralbum hab ich mir auch schon einmal überlegt. Nicht nur Habitatfotos, auch die Futterpflanze der Raupe gut erkennbar abgebildet sollten dort rein. Da würden auch deine Fotos von der Eiablage gut hineinpassen, oder Kopulabilder, Schlüpf-Aufnahmen und eben Bilder von Falteransammlungen an Pfützen etc.

Grüße
Chris



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#10

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 06.11.2016 23:57
von steffen1978 | 1.091 Beiträge | 21446 Punkte

Hallo Chris,
ich stelle mir eine Rubrik "Lebensweise" eher so vor:
1) Nur Bilder aus der Natur - Zucht verfälscht Lebensweisen.
2) Kopula und Eiablage kann beides sein: ein super Bild in der Rubrik "Falter", aber auch ein super Bild in der Rubrik Lebensweise. Das Bild entscheidet, wo es einsortiert werden könnte. Beispiel: Ich finde eine Kopula, in der beide Falter super frisch, toll bestimmbar, gut abgelicht und ohne zu viel Hintergrund dargestellt sind. Dann kann das Bild zur Bestimmungshilfe "Falter" kommen und dort, da beide Geschlechter gezeigt werden, sehr hilfreich sein. Anderes Beispiel: Ich sehe einen völlig abgeflogenen Bläuling, gerade noch bestimmbar, der ein Ei legt. Ich nehme etwas Hintergrund dazu, damit die Pflanze gut erkennbar ist, der Falter aber damit weniger Bedeutung erhält - dann ist das Lebensweise - wenn diese erkennbar ist.
3) Bilder wie die Balz im Flug, oder aber auch am Boden, sind Lebensweise.
4) Ansammlungen an Faltern, bei welcher auch mehr als nur eine Art zu finden ist, ist Lebensweise.

Der Ordner "Lebensweise" soll en sehr wertiger Ordner werden, der Habitate, Pflanzen und Tiere in "besonderen Aktionen" in deren natürlicher Umgebung darstellt. Schlupf-Serien von Zuchtfaltern gehören nicht in diese Rubrik - diese gehören in einen eigenen Beitrag :-)

So meine Meinung, ich lass mich aber gerne überzeugen, wenn ich etwas zu streng oder gar falsch sehen sollte.

Gruß
Steffen


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#11

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 07.11.2016 11:50
von tippletopple | 694 Beiträge | 17577 Punkte

Lieber Steff,
ich stimme im Großen und Ganzen zu, lediglich Punkt 1) (Zucht verfälscht Lebensweise) sehe ich anders:

So wie es bei der Tierhaltung eine intensive und eine extensive Variante gibt (erstere mehr ertragsorientiert, die andere mehr artgerecht), so gibt es auch bei unseren Schmetterlingszuchten diese beiden Methoden. Die eine findet im Zimmer statt und nimmt relativ wenig Rücksicht auf natürliche Bedingungen (Stichwort Treibzucht oder Kunstfutter..) die andere versucht, den Tieren ihren natürliche Lebensraum -soweit es geht- zu ermöglichen (Stichwort Freilandzucht an der lebenden Pflanze). Die eine hat in erster Linie das Ziel, von (seltenen) Arten möglichst viele Nachkommen zu erhalten, die andere will hauptsächlich die Lebensweise beobachten, ergründen und dokumentieren.
Wenn also bei einer Zucht natürliche und artgerechte Umgebung als Voraussetzung vorhanden ist, so ist es durchaus möglich, die Lebensweise von Tieren genauso darzustellen, wie sie auch in der freien Natur stattfindet. Nicht immer zur Gänze, aber doch in einem hohen Maß.

Die Behauptung, Zucht verfälsche die Lebensweise, ist also, generell gemeint, nicht richtig und somit auch die Einschränkung, nur Bilder aus der Natur zuzulassen.
Wenn wir nicht die Lebensweise von Arten systematisch anhand von Zuchten beobachten könnten, wären wir arm dran und nur auf rare Zufallstreffer in freier Natur angewiesen. Einer Raupe ist es meist völlig egal, ob sie einen Kilometer weiter rechts oder links aufwächst, solange sie ihren Lebensraum vorfindet. Und wenn wir ihre Fressfeinde fernhalten, so bewirkt dieser Eingriff nur, dass wir sie entweder fotografieren können oder eben nicht.

Wenn wir aber Details dieser Freilandzuchten fotografisch festhalten (zum Beispiel: wo am Grashalm halten sich Raupen auf, wo fressen sie, wo sonnen, wo verkriechen und verpuppen sie sich) so wird das Thema "künstlicher" Hintergrund wieder wichtig, da wir ja nur einen Ausschnitt aus der freien Natur zur Verfügung haben. Das wäre in unserem Grashalm-Beispiel das eingetopfte Wiesenstück, da wir ja nicht die ganze Wiese auf unsere Balkone oder Hausgärten verpflanzen können. Also müssen wir darauf achten, beim Fotografieren den richtigen Kamerawinkel, die geeignete Tiefenschärfe etc zu wählen. Auch ist es sinnvoll, die ursprüngliche Herkunft in der Gesamtheit zu zeigen (ist nicht schwierig, die Wiese ist ja vorhanden).

Darüber lohnt es sich nachzudenken.

Grüße
Chris



zuletzt bearbeitet 08.11.2016 12:05 | nach oben springen

#12

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 22.11.2016 14:29
von Ovid | 212 Beiträge | 1490 Punkte

Hallo zusammen!

Ich finde diese Diskussion sehr interessant. Insbesondere auch im Hinblick auf die unterschiedlichen Vorlieben!

Ich möchte hierzu auch noch ein paar persönliche Ansichten und Extrembeispiele einbringen, da ich festgestellt habe, dass ich offenbar nahezu ausschließlich vor mehr oder weniger kuriosen Hintergründen fotografiere.

tippletopple schrieb:

Zitat
Ich finde es besser, die Lebewesen in ihrer natürlichen (Sitz)Haltung zu zeigen, sie also dort zu belassen, wo sie sich hingesetzt haben, als sie mit so manchen Tricks auf einen Bio-Background zu setzen. Wer kennt nicht die Bilder von Zombies, die in der Vegetation herumhängen?


Ja, da pflichte ich Dir in den allermeisten Fällen bei. Zumal ich es genauso sehe, wie Steffen, nämlich

Zitat
(...) dass wir mit Lebewesen "arbeiten", also in erster Linie eine maximal schonende Behandlung erforderlich ist.


Logischerweise scheiden sich die Geister im Hinblick auf die Frage, was denn "natürlicher Hintergrund" ist. Das ist wohl Geschmacks- und Ansichtssache.

Dass es die Gaze des Zuchtkäfigs nicht ist, ebenso wie das Zuchtgefäß, da sind wir uns vermutlich einig.
Zur persönlichen Dokumentation meiner Zuchten reichen mir solche Bilder aber durchaus. Auch, wenn sie dann mehr oder weniger abgefahrene Hintergründe zeigen (zu meiner Verteidigung: ich angle, darum eine Wurmdose und ich habe eine kleine Tochter, darum die grellbunte Tischdecke ):





Aber: ich fotografiere derzeit in freier Natur Falter fast nur nachts und fast ausschließlich so, wie ich sie auffinde.

Die Fotos, die dabei entstehen, können exemplarisch wie folgt aussehen:

Beispiel 1:

Erannis defoliaria, in einer Unterführung an einer Blechwand sitzend - natürliche Haltung, natürliche Auffindesituation.

Beispiel 2:

Aglais io, überwinternder Falter in genannter Unterführung. Dort sind etliche Tagpfauenaugen zu finden. Alle sitzen erstaunlicher Weise auf blauen bzw. roten Graffitiflächen. Also ebenfalls eine natürliche Auffindesituation - eine sehr aufschlussreiche noch dazu. Warum also umsetzen und stören?

Beispiel 3:

Ptilophora plumigera. Da die Kamera Probleme mit dem Weißabgleich machte und beim Blitzen komplett überbelichtete, habe ich beschlossen, eines scharfen Falterbildes wegen, meine Hand dahinter zu halten - und siehe da - der Falter mit seinen Details ist sehr gut zu erkennen! Leider ließ sich hier durch die zahlreichen "Fehlversuche" mit Blitz nicht vermeiden, dass der Falter aufwachte und somit gestört wurde.

Ich denke, jeder muss für sich entscheiden, was er für einen Hintergrund bevorzugt.
Das Hauptaugenmerk ist dabei insbesondere auf den Zweck der Aufnahme zu legen:

- Fotografiere ich für mich privat zu reinen Dokumentationzwecken oder
- will ich die Bilder veröffentlichen, womöglich sogar zu Bestimmungszwecken?
- Soll möglichst detailreich ausschließlich der Falter abgebildet werden oder
- spielt der Lebensraum für das Foto ebenfalls eine Rolle

In sofern gibt es hier wohl kein "richtig oder falsch", nur mehr oder weniger wissenschaftliche und / oder künstlerische Herangehensweisen. Und wie immer wird es zu nahezu allen Bildern geteilte Meinungen geben!

Darum: Knipst weiter munter drauf los! Hauptsache nicht überbelichtet, unscharf oder verwackelt ;-)

Viele Grüße,
Ovid



zuletzt bearbeitet 22.11.2016 14:43 | nach oben springen

#13

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 22.11.2016 21:39
von tippletopple | 694 Beiträge | 17577 Punkte

Liebe Freunde,

das Fotografieren von lebenden Tieren ist eine Sache, wo man noch vieles verbessern kann, eine andere ist das Abbilden von gespannten Faltern.

Dort sind die Probleme ganz anders gelagert. Das Objekt (und nur das!) steht eindeutig im Mittelpunkt, der Hintergrund soll möglichst unauffällig und nur als einfärbige, strukturlose (meist) helle Fläche vorhanden sein.

Das hört sich sehr leicht an, ist es aber ganz und gar nicht!
Das Schwierige dabei ist nicht, den Schmetterling gut abzubilden, sondern die umgebende Fläche schattenfrei, einfärbig (und womöglich noch weiß) hinzukriegen.
Da es unumgänglich ist, so viel Licht wie möglich einzusetzen, um die lichtschluckenden Objektive auszugleichen, nicht zu verwackeln etc., hat man das Problem der dadurch auftretenden Schatten. Wo viel Licht, da auch viel Schatten!
Eine weiße Fläche so zu fotografieren, dass sie auch am Bildschirm reinweiß rüberkommt, mag als einfach erscheinen, in Wirklichkeit hat das aber viele Tücken!
Wenn man nämlich das Falterfoto im Bearbeitungsprogramm exakt auf die Vorlage feinabstimmt, erlebt man seine Wunder, was mit dem Weiß im Hintergrund passiert! Da nützt kein Weißabgleich! Leichte Helligkeitsschwankungen führen zu Farbveränderungen etc.. kurz, man steht vor der Wahl: entweder ein weißer Hintergrund und ein zu helles Präparat, oder ein richtiges Falterbild mit einem mehr oder weniger unbefriedigendem Hintergrund.
Manchesmal gelingt es, beides gut aufeinander abzustimmen. Helles Tageslicht, bedeckter Himmel, kein Wind - da wird am schönsten!

Ist es noch relativ leicht, die Oberseiten der Präparate zu fotografieren, da sie ja einfach auf eine helle Steckfläche gepinnt werden können, so ist die Abbildung der Unterseite eine besondere Herausforderung. Ich habe schon viel herumexperimentiert und möchte meine neueste Methode zeigen.



Ein alter kaputter Sammlungskasten war der Ausgangspunkt.



Um die Unterseiten präsentieren zu können, habe ich eine Dämmplatte so zugeschnitten, dass sie die fehlende Glasscheibe ersetzt. In diese Platte habe ich Löcher gebohrt und weiße Plastikstrohhalme in sie reingesteckt. Diese dienen als Aufnahme für die Nadeln samt Köpfen. Der Thorax liegt ca 2cm über der Plattenoberfläche, dadurch hat man Distanz, um die Tiefenschärfe bzw -Unschärfe gezielt einsetzen zu können.



Beleuchtet wird der Hintergrund mit zwei 300Watt Halogenbaustrahlern von 2 gegenüberliegenden Seiten, um die Schatten zu minimieren. Zusätzlich fällt von oben Licht aus einer ringförmigen Röhre. Durch diesen Ring stecke ich das Objektiv der Kamera und vermeide somit, dass die Kamera selbst Schatten wirft.



Hier nochmal der Deckel mit Röhrchen für die Unterseiten der Präparate, die untere Hälfte der Steckschachtel für Oberseiten.
Lässt sich natürlich wieder schließen.



Grüße
Chris



zuletzt bearbeitet 22.11.2016 22:09 | nach oben springen

#14

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 30.11.2016 20:56
von steffen1978 | 1.091 Beiträge | 21446 Punkte

Hallo zusammen,
Tipple, Dein Fotokasten ist ne feine Idee :-)
Was die Lampen angeht, wäre ich mit der Kombi aus Leuchtstoff (die Rundleuchte) und Halogen (die Baustrahler) vorsichtig. Wenn die unterschiedliche Lichtfarben haben, kann es sein, dass die Kam einen Mittelweg geht und ein Teil eher blau, der andere eher gelblich wirkt. Meiner Erfahrung nach ist es viel einfacher, nur Lampen einer Lichtfarbe (oder nur gleiche Lampen) zu nehmen.

Ich hab heute auch ein wenig gespielt, allerdings weniger für meine "Sammlung", eher aus Gaudi. Ich möchte Euch dazu einen sehr primitiven Vorschlag zeigen, der aber dafür auch für Zuchtfotos mit etwas anderem Aufbau gut geeignet wäre.

Meine Ausgangslage: Es ist Winter -> es ist trüb -> wenn ich daheim bin ists dunkel -> ich brauche Kunstlicht, egal was ich fotografieren möchte -> ich brauche VIIIIEEEELLL Licht, da ich mit ISO 100 fotografieren möchte -> am liebsten fotografiere ich aus der Hand, also ganz viel Licht, damit die Belichtungszeit kurz ist...

Mein "Aufbau":





Es geht mir jetzt nicht um die möglichst gute Steckbarkeit etc, da ich eh keine Präps fotografieren werde. Ich möchte aufzeigen, wie man mit einem 8 Euro und einem 12 Euro Diffusor (Baby-Softbox) und zwei externen (entfesselten) Blitzen schön ausgeleuchtete Bilder machen kann. Die beiden externen Blitze kosten zusammen 60 Euro, das ist recht überschaubar... Die runde Softbox ist aus einem Federstahlring und kann auf einen Durchmesser von 7-8 cm zusammengefaltet werden. Die Blitze werden durch den eingebauten Blitz in der Kamera, den ich mit einem Taschtuch abmildere (hab meinen Bouncer in Ingolstadt vergessen, ein 3 Euro Teil, dass das ganze besser macht), automatisch gezündet. Das geht mit JEDER Kamera. Wichtig ist nur, dass man manuell die Belichtungszeit wählen kann, denn die Kamera kann ja nicht wissen, dass da gleich ein Feuerwerk kommt.

Meine Einstellungen: ISO 100, Belichtungszeit 1/200 Sek, Blende 18, 40 mm Makro. Blitze auf sehr kleiner Blitzleistung.

Erste Ergebnisse, die VÖLLIG unbearbeitet sind. Keine Korrekturen im Weißabgleich, nichts an Kontrast, Schärfe, Freistellen, rumschrubben oder sonstiges. Einfach direkt aus der Kamera:

P.S.: Chris, Du hast mir da Päps geschenkt, da wenn ich die Nadel grad in den Untergrund reinstecke ist der Falter schief^^ (an allem was nachfolgend schief ist, ist Chris schuld ggg)


Aus meiner Sicht ist die Ausleuchtung praktisch schattenfrei. Das Papier ist kein reinweiß, leider hab ich kein neutralgrau gehabt, da hätte man die Farbverfälschung am besten sehen können (Graukarte wäre optimal). Die Farben des Falters entsprechen perfekt denen des Präparats.


Das Foto meiner Gesamtsammlung zeigt, dass der Gitterspanner bzw. genau gesagt das Fundortetikett einen leichten Schatten wirft. Das wird auch nur schwer zu vermeiden sein, da es nur 2-3 mm über dem Papier verbogen dranbaumelt (darum nimmt man es ja für gewöhnlich auch ab). Der Rest ist aber schattenfrei und reicht gleichmäßig ausgeleuchtet.


Steckt man einen Falter direkt auf ein Styropor, macht sich die Struktur des Untergrunds schon bemerkbar. Man erkennt die unterschiedliche Lichtreflexion an den Schnittkanten der Styroporkugeln... Also besser eine gleichmäßige Unterlage nutzen, auch wenn ein Stück Styropor am einfachsten ist.


Ausschnitt aus obigem Bild. Offenbar werden die Fotos auch schön scharf, was bei diesem bellargus aber eher ein Nachteil sein dürfte, denn der hat schon viele Reisen unternommen^^

Ich finde die Lösung mit entfesselten Blitzen nicht schlecht, auch wenn es natürlich Batterien oder Akkus braucht. Selbst die kleinen Diffusoren streuen das Licht sehr gut. Der Härtetest wird aber eine stark glänzende Eule, sofern ich da mal eine habe.

Viele Grüße
Steffen



zuletzt bearbeitet 30.11.2016 21:34 | nach oben springen

#15

RE: "Künstlicher" Hintergrund beim Fotografieren

in Schmetterlinge: Diverses 01.12.2016 16:26
von tippletopple | 694 Beiträge | 17577 Punkte

Lieber Steff,

ich nehm dir gerne das nächste Mal eine glänzende Eule mit, schief genadelt natürlich, damit du lernst, wie man nicht präppen soll.

Mit deinen Kamerawerten kann ich nicht mithalten. Ich nehme Blende 14 bei ISO 320 und komme da grad auf 1/125, wenn der Falter dunkel ist sogar nur auf 1/100.
Die Halogenstrahler haben außerdem noch den Nachteil, dass sie sehr heiß werden und man nicht allzulange herumfotografieren kann, da sich die Präparate in der Hitze zu verformen beginnen.

Da ich immer gleich mehrere Falter hintereinander fotografiere, sollte die Anordnung möglichst eine Fläche von mindestens A4 gleichmäßig ausleuchten. Die Steckfläche sollte am Tisch liegen, um von oben ungehindert eins nach dem anderen fotografieren zu können.

Danke für deinen Beitrag, ich werde mal deine Blitz-Methode ins Auge fassen.

Grüße
Chris



zuletzt bearbeitet 01.12.2016 16:27 | nach oben springen



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