#1

Alarm für seltene Schmetterlinge in Europa

in Schmetterlinge: Diverses 01.04.2012 09:50
von Gelöschtes Mitglied
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Alarm für seltene Schmetterlinge in Europa
Neuer Verbreitungsatlas dokumentiert prekäre Lage der Tagfalter

05. Oktober 2011 - Die Gesellschaft für Schmetterlingsschutz, der NABU und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung veröffentlichten heute den aktuellen europäischen Schmettterlingsatlas („Distribution Atlas of Butterflies in Europe“), die größte Darstellung der Schmetterlinge Europas. „Die neuen Daten zeigen den zerbrechlichen Zustand der Tagfaltervorkommen in Europa. Um zerstreute Populationen zu vernetzen und dadurch dauerhaft zu retten, muss der Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume dringlicher denn je vorangebracht werden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Dabei ist insbesondere die europäische Agrarpolitik gefordert, wirksame Maßnahmen für den Erhalt der Biodiversität sicherzustellen. Allein der Aurorafalter könnte unter heutigen Bedingungen bis zum Jahr 2080 über 85 Prozent seines Lebensraumes verlieren.

Der Atlas beinhaltet Verbreitungskarten aller 441 europäischen Tagfalterarten. Über 655.000 Datensätze aus ganz Europa wurden dafür erfasst und ausgewertet. Neben der umfangreichen Bereitstellung von Informationen für die Taxonomie und Biogeographie soll der Atlas eine Grundlage für den Schutz der europäischen Tagfalter darstellen. Dazu dienen vor allem die Karten, auf denen die Hotspots der Faltervielfalt wie auch des Vorkommens besonders seltener und gefährdeter Arten erkennbar sind.

Betrachten wir uns die Konzentration der nur in Europa vorkommenden Arten, so sticht die Bedeutung des Alpenraumes, der Kanaren sowie von Teilen des Mittelmeergebietes ins Auge“, erklärt Josef Settele, einer der Mitautoren. „Dies zeigt, dass vor allem dort Veränderungen des Klimas oder auch der Landnutzung gravierende Folgen für Arten erwarten lassen, für die Europa in besonderem Maße verantwortlich ist.“

Insgesamt 272 ehrenamtliche Mitarbeiter aus ganz Europa haben die Daten für den Atlas bereitgestellt. Die Daten aus Deutschland hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Schmetterlinge des NABU erhoben, dem neben dem vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung betriebenen „Tagfalter-Monitoring Deutschland“ größten deutschen Netzwerk ehrenamtlicher Schmetterlingsforscher.


Informationen zur Publikation: Otakar Kudrna, Alexander Harpke, Kristian Lux, Josef Pennerstorfer, Oliver Schweiger, Josef Settele, Martin Wiemers (2011): Distribution Atlas of Butterflies in Europe. GfS, Halle. 576 Seiten.
Quelle: http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/inse...news/14211.html



Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
"Friedrich Oetinger"


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#2

Wo bleibt noch Platz zum Flattern?

in Schmetterlinge: Diverses 01.04.2012 09:53
von Gelöschtes Mitglied
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Wo bleibt noch Platz zum Flattern?

Klimaatlas der Schmetterlinge verdeutlicht extremen Lebensraumschwund
Europas Tagfalter sind durch den Klimawandel ernsthaft bedroht. Allein für den Aurorafalter gilt, dass er unter heutigen Bedingungen im Jahr 2080 über 85 Prozent seines Lebensraumes verlieren könnte. Dies zeigt der am Mittwoch erstmals der Öffentlichkeit vorgestellte Klimaatlas der europäischen Tagfalter. Er legt dar, wie die Mehrzahl europäischer Tagfalter auf den Klimawandel reagieren könnte.

Die Zahlen in den Bildunterschriften entstammen aus dem „Worst-Case-Szenario“ und beziehen sich von heute auf das Jahr 2080.

Der neue Klimaatlas der Tagfalter Europas („Climatic Risk Atlas of European Butterflies“) zeigt deutlich einen Trend nach Norden im zukünftigen Verbreitungsgebiet vieler europäischer Arten. Nach dem schlimmsten Szenario, das von einem durchschnittlichen Temperaturanstieg in Europa von 4,1 Grad Celsius bis 2080 ausgeht, würden sich beispielsweise 70 der rund 300 untersuchten Arten über 95 Prozent ihres jetzigen Lebensraumes verlieren. Ein Szenario relativ geringer Veränderung (durchschnittliche Temperaturerhöhung um 2,4 Grad Celsius) würde immer noch den Verlust von über 50 Prozent des derzeitig geeigneten Areals für 147 Arten nach sich ziehen.

„Der Atlas zeigt erstmalig, wie die Mehrzahl europäischer Tagfalter auf den Klimawandel reagieren könnte. Klimaschutz muss endlich ernst genommen werden. Landnutzung und Artenschutz müssen stärker den Erhalt großer und vielfältiger Populationen und zusammenhängender Lebensräume fördern“, bekräftigte NABU-Präsident Olaf Tschimpke die Aussagen der Autoren. „Die Art und Weise, in der Tagfalter betroffen sind, gibt uns gute Anhaltspunkte darüber, wie auch viele andere Insekten reagieren dürften – und Insekten machen nicht nur zwei Drittel aller Artenvielfalt aus, sondern sind beispielsweise auch unverzichtbar für erfolgreiche Landwirtschaft”, betonte der federführende Autor des Atlasses, Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig.

In Deutschland kommen derzeit etwa 190 Tagfalterarten vor. Unter dem „Worst-Case-Szenario“ würden etwa die Hälfte davon bis 2080 zwei Drittel ihres Lebensraumes verlieren, so sie den Veränderungen nicht hinterher wandern können. Ein Viertel der Arten würde sogar mehr als 95 Prozent des Lebensraumes einbüßen wie zum Beispiel das Große Wiesenvögelchen oder der Braunfleckige Perlmutterfalter. Unter einem Szenario geringer Veränderung würde bei sonst gleichen Ausgangsbedingungen immer noch ein Viertel der Arten bis 2080 zwei Drittel ihres Klima-Areals verlieren. Schmetterlinge haben durch die Zerstörung von Lebensräumen und durch Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft in den letzten Jahrzehnten bereits starke Verluste hinnehmen müssen. Diese nach wie vor anhaltende Gefährdung wird nun durch die klimatischen Risiken noch verstärkt
Der Tagfalter-Klimaatlas basiert auf der Arbeit von Wissenschaftlern aus ganz Europa. Der Klimaatlas zeigt aber auch den großen wissenschaftlichen Wert ehrenamtlich erhobener Daten. Der größte Teil der für die Modellierung der Auswirkungen von Zukunftsszenarien auf die Tagfalter verwendeten Daten aus Deutschland wurde durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Schmetterlinge des NABU erhoben, dem neben dem vom UFZ betriebenen „Tagfalter-Monitoring Deutschland“ (TMD) größten deutschen Netzwerk ehrenamtlicher Schmetterlingsforscher.

„So alarmierend das Ergebnis ist, gleichzeitig sind wir stolz darauf, dass durch den NABU ein wichtiger Beitrag zum zukünftigen Schutz der Tagfalter geleistet werden konnte“, so Olaf Tschimpke. Jetzt sei es an Politik und Landnutzern in ganz Europa, ihre Verantwortung wahrzunehmen und bei den Klimaverhandlungen in Brüssel und Posen die richtigen Signale für den Klimaschutz zu setzen.
Quelle: http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/inse...news/10396.html



Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
"Friedrich Oetinger"


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#3

RE: Wo bleibt noch Platz zum Flattern?

in Schmetterlinge: Diverses 01.04.2012 10:15
von Blue-Morpho (gelöscht)
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Hallo Diana,

Zitat von Berti
Wo bleibt noch Platz zum Flattern?



„So alarmierend das Ergebnis ist, gleichzeitig sind wir stolz darauf, dass durch den NABU ein wichtiger Beitrag zum zukünftigen Schutz der Tagfalter geleistet werden konnte“, so Olaf Tschimpke. Jetzt sei es an Politik und Landnutzern in ganz Europa, ihre Verantwortung wahrzunehmen und bei den Klimaverhandlungen in Brüssel und Posen die richtigen Signale für den Klimaschutz zu setzen.
Quelle: http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/inse...news/10396.html



Leider ist es aber genau umgekehrt - der NABU trägt durch seine grüne Politik vielmehr dazu bei,
dass immer mehr Lebensraum für Flora und Fauna vernichtet wird.
Dieser Irsinn mit nachwachsenden Rohstoffen und erneuerbaren Energien zerstört nachhaltig immer
mehr Lebensräume. Wo will man denn Windräder, Solaranlagen etc. hinstellen - oder wo werden die
erneuerbaren Rohstoffe angebaut - wenn nicht auf den Lebensräumen der Schmetterlinge.

Also kurz und gut - es gibt dafür keine faltergerechte Lösung. Die Natur hat nun mal keine Lobby - ganz im
Gegenteil man benutzt sie um Profite zu machen.

Was die ehrenamtlichen Helfer des NABU beim Minitoring angeht - der größte Teil davon kann einen
Kleinen Kohlweissling beim fliegen nicht von einem Großen Kohlweissling unterscheiden - das können
nur Spezis. Sie sind größtenteis schon bei der Unterscheidung eine Admirals von einem Kleinen Fuchs überfordert.
Für mein Empfinden ist das großer Humbug.

Wenn du etwas über Verbreitungskarten von Schmetterlingen wissen möchtest, schau mal hier:

http://www.science4you.org/


LG Frank

„Die Natur braucht sich nicht anzustrengen, bedeutend zu sein. Sie ist es.“
Robert Walser (1878-1956)


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