#1

Artenschutz (Falter) Schwachsinn ???

in Umwelt, Natur & Artenschutz 17.07.2012 21:31
von Lennart K. | 317 Beiträge | 423 Punkte

Hallo,
Ich habe heute mal drüber nachgedacht wozu es eigentlich einen
Artenschutz gibt. Wenn nun ein Falter, wie Machaon unter dem Arten-
Schutz steht, trägt der Schutz ja überhaupt nicht zur Stärkung der Population
bei. Man sollte lieber einen Verbot zu Wiesen mähen in Kraft setzen,
Oder wie seht ihr das.??

Grüße aus dem sonnigen Slowenien,
Lenny ;)


Kurt Tucholsky, dt. Schriftsteller, 1890-1935

Der Vorteil der Klugheit liegt darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.


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#2

RE: Artenschutz (Falter) Schwachsinn ???

in Umwelt, Natur & Artenschutz 17.07.2012 22:16
von klow | 1.239 Beiträge | 4460 Punkte

Est ist so das viele bedrohte arten in ein naturschuts gebied leben das nicht so gemaht wird.
Anders rum irgendwo wo viele seltene arten vorkommen kan ein naturgebiet werden.
Und darf der naturverein dieses land so behandeln wie es am besten ist fur die tiere.
Und wenn man deine wiese nicht maht. Gibt es keine papilio dar diese wiesen in ungefahr
2 jahren schon gans andere krauter hat. Normal wurde das durch schafen gemacht.
Jets durch mahen.


Grusse jens
--------------------------
Meine zuchte im moment
Zuchtbericht - Spilosoma lutea (Gelbe Tigermotte)
Zuchtbericht - Morpho peleides (Blauer Morphofalter) 2

Tips sind immer wilkommen


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#3

RE: Artenschutz (Falter) Schwachsinn ???

in Umwelt, Natur & Artenschutz 20.07.2012 15:21
von Gelöschtes Mitglied
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Hi Lenny,

deine Gedanken kann ich voll und gnaz nachvollziehen! Leider wird mit den derzeit in den meisten Staaten gültigen Schutzbestimmungen nur die wissenschaftliche, bzw. hobbyentomologische Befassung mit den Tieren be-, und verhindert. Es wäre tatsächlich wesentlich sinnvoller, den Schutz der Habitate und Restbiotope zu forcieren und zu verstärken, als die Züchter, Sammler und Hobbyentomologen an ihrem Hobby zu hindern! Ausserdem vertrete ich die Meinung, dass man nur schützen kann, was man auch erleben darf. Soll heißen, wie soll man junge Menschen für den Schutz von Biotopen und Arten begeistern und gewinnen, wenn diese gar keinen Bezug mehr zu den Tieren und ihren Lebensräumen haben, und haben dürfen!

In diesem Punkt bin ich sehr stolz auf unsere jungen Mitglieder, und ein wenig auch auf uns alle als Gemeinschaft. Vielleicht springt das eine oder andere Mal auch der Funke auf andere über, und fördert so wieder den Erhalt eines kleines Stückes Natur!

Danke für diesen Beitrag,

Liebe Grüße
Michael


Selbst der Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Sturm entfachen!


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#4

RE: Artenschutz (Falter) Schwachsinn ???

in Umwelt, Natur & Artenschutz 20.10.2013 21:22
von Schwärmerliebhaber | 62 Beiträge | 379 Punkte

Also ich halte von Artenschutz generell nicht viel - auf einen gefangenen Schmetterling eines Entomologen kommen sicher 100.000 Tiere der gleichen Gattung, welche pro Jahr an den Windschutzscheiben und Kühlern der Autos ihr Leben lassen. Nicht zu reden von den Millionen abgetöteter Eier und Raupen durch Pestizide und Insektizide in der kommerziellen Landwirtschaft. Betrachtet man es mal von dieser Warte aus, so sieht man es in einem anderen Licht. Und welcher Vogel oder welche Hornisse schert sich darum, ob der Snack von der Wiese unter Schutz steht? Ich denke, die Entomologie sollte eine Sonderstellung beim Naturschutz erhalten. Ein schönes und fachgerechtes Präparat sagt letztlich mehr aus wie hundert Rote Listen. Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung und ich möchte damit niemandem zu nahe treten, der den Artenschutz anders auffasst.



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#5

RE: Artenschutz (Falter) Schwachsinn ???

in Umwelt, Natur & Artenschutz 25.10.2013 12:16
von Gelöschtes Mitglied
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da sprichst du mir aus der Seele!.......


Freunde sind Engel die dir auf die Beine helfen, wenn deine Flügel verlernt haben zu fliegen!


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#6

RE: Artenschutz (Falter) Schwachsinn ???

in Umwelt, Natur & Artenschutz 25.10.2013 14:57
von hall | 1.061 Beiträge | 7276 Punkte

Artenschutz funktioniert nur über den Biotopschutz. Biotopschutz ist für die meisten Landwirte, viele Bürgermeister (Gewerbegebiete in Auen, Ödland) und auch die meisten anderen Politiker (immer mehr Straßenbau) ein rotes Tuch. Durch das übermäßige Konsumverhalten (Konsum- und Spaßgesellschaft) der meisten Leute und auch die Erschließungswut der Touristiker wird immer mehr Lebensraum zerstört. Viele Gartenbesitzer mit ihrem Mäh- und Dünger-und Spritzwahn tragen auch ihren Teil dazu bei.

Nachdenkliche Grüße von einem Naturliebhaber der diese negative Entwicklung in seiner schönen Heimat (Tirol) seit Jahrzehnten beobachtet.
Werner



zuletzt bearbeitet 25.10.2013 15:00 | nach oben springen

#7

RE: Artenschutz (Falter) Schwachsinn ???

in Umwelt, Natur & Artenschutz 25.10.2013 16:11
von Schwärmerliebhaber | 62 Beiträge | 379 Punkte

Hierbei stehen ganz eindeutig wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. Das ist wie der Kampf gegen Windmühlen. Und wirklicher Biotopschutz wird wohl über kurz oder lang in den Schubladen von Ämtern und Behörden von den Staubläusen gefressen - soll heißen, wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass. Der Entomologe wird damit leben müssen, dass diese Entwicklung weiter so fortschreiten wird und die eine oder andere Art von der Landkarte der Evolution verschwindet. Traurig aber wahr. In diesem Sinn sollte der Interessierte seine Nische finden und natürlich die Gesetze voll und ganz beachten ;-)



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#8

RE: Artenschutz (Falter) Schwachsinn ???

in Umwelt, Natur & Artenschutz 25.10.2013 17:06
von Heiko70 | 1.948 Beiträge | 16214 Punkte

Hallo,

es gibt aber auch Positives zu berichten.
Hier im Straubinger Raum, der Kornkammer Bayerns, war lange Jahre alles auf Feldwirtschaft ausgelegt. Ich wohne schon immer hier und konnte das Ganze die letzten Jahre sehr genau beobachten.
Ich hatte es ja schon mal erwähnt, daß es hier früher nur kleine Felder gab, jeder Bauer hatte einige davon, meistens sehr weit auseinander liegend. Seit dem die "Megamaschinen" in der Landwirtschaft Einzug halten, wurden die Felder immer mehr zu klein, um sie sinnvoll zu bewirtschaften.
Vor ca. 15 Jahren begann dann die Flurbereinigung. Ein böses Wort, was aber gar nicht so böse ist.
Die kleinen Felder, welche teils sehr spitze Ecken hatten, wurden vergrößert. Die Bauern bekamen die Felder von anderen Bauern und umgekehrt, so daß jeder wieder die gleiche Menge Grund hatte, aber eben nebeneinander.
Die Spitzen der Felder und manch kleines Feld, das "übrig" blieb, wurde zu Biotopen umgewandelt. Diese Biotope wurden nach Plan bepflanzt, sprich, so wie es für diese Breiten sinnvoll ist und natürlich.
Es entstanden schöne Wiesen, Raine und Haine, wie es sie früher auch gab. Diese Biotope werden dann sehr vorteilhaft gepflegt, z.B. Wiesen werden zwar gemäht, aber immer nur stückweise und höchstens 2-3 mal im Jahr.
Da ich ja hier schon seit Jahrzehnten mein Hobby fröhne, konnte ich ganz klar erkennen, was für Auswirkungen es gab. Allesamt positiv. Falter, die es lange nicht mehr gab, sind hier wieder in einer Häufigkeit, die kaum zu glauben ist. Auch Vögel, Reptilien und Amphibien, so wie Niederwild, alles erholt sich wieder. Sogar Brachvögel haben wieder Einzug gehalten in unsere Wiesen.
Die Krönung sind wohl die Pirole, die jedes Jahr wieder hier sind. Man kann sie sehr wohlklingend singen hören, bekommt aber nur selten einen zu Gesicht.

Natürlich ginge das nicht, ohne die lobhafte Zusammenarbeit, der Städte Straubing und Bogen mit den umliegenden Gemeinden. Unsere Bürgermeister und Stadt-, bzw. Gemeinderäte sind verjüngt worden, sprich, nicht mehr nur die alten Landwirte, die nur der Zuckerrüben und des Weizens wegen im Stadt-, bzw. Gemeinderat waren, sind jetzt am Drücker, sondern mehr und mehr deren Nachkommen, die die Natur sehen und nicht unbedingt jedes Jahr Rekordernten einfahren wollen.
Dieses Umweltbewußtsein macht Hoffnung, zumindest in unserem Raum.
Auch in Straubing selbst wurde der Donaudamm ausgeweitet, nachdem 2002 die Stadt bald abgesoffen wäre, wurden den Verantwortlichen die Augen geöffnet. "Der Fluß muß wieder in sein altes Bett!!" hieß es plötzlich. Die Dämme wurden auf beiden Seiten stark nach Aussen versetzt und die alten Auenlandschaften wieder erstellt, was zur Folge hatte, daß wieder ein großer Artenreichtum an ursprünglicher Flora und Faune zu finden ist.
Ohne diesen Umbaumaßnahmen währe die Stadt spätestens dieses Jahr vollkommen vollgelaufen. In Fischerdorf und weiten Teilen Passaus war Land unter, die Dammbaumaßnahmen waren dort noch nicht soweit fortgeschritten wie hier bei uns. Das diesjährige Jahrhunderthochwasser hat dort volle Arbeit geleistet, in Straubing wurde noch nicht mal die Dammkrone erreicht.
Die Natur hat sich auf sehr kurze Zeit regeneriert, obwohl weiterhin Landwirtschaft betrieben wird, obwohl weiterhin Schiffe auf unserer Donau fahren und obwohl ich weiterhin Schmetterlinge fange.
Des Weiteren konnten wir den größten Solarpark Europas abwenden, der zwischen den Dörfern Feldkirchen und Alburg geplant war. Die umliegenden Gemeinden und die Stadt Straubing gingen auf die Barrikaden, Bürgerinitiativen wurden gegründet und Unterschriften gesammelt. Es wurde nach Berlin geschrieben und was soll ich sagen, mit Erfolg.
Unsere Fürstin, Gloria von Turn und Taxis, hat den Solarpark nicht bauen lassen und uns unsere schöne Landschaft erhalten, wenn auch nicht ganz freiwillig.

Man sieht also, es ist noch nicht alles verloren, obwohl auch hier die CSU herrscht und das ohne den Grünen, der Biotopschutz wird hier wieder sehr groß geschrieben, sehr zu Gunsten der Tiere und Pflanzen und natürlich auch der Menschen, die in der schönen und reichen Landschaft spaziere gehen können und die Natur bewundern und staunen.

Hoffnungsvolle Grüße, Heiko


Leben ist etwas Seltenes, die meisten Menschen existieren nur. (Oscar Wilde)


zuletzt bearbeitet 25.10.2013 17:20 | nach oben springen



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