#1

Tips für gute Bilder - eine Sammlung kleiner Hinweise

in Insektenfotografie 22.05.2013 22:12
von Steffen1978 (gelöscht)
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Hi zusammen!
Ich denke, so ein kleines Thema mit "Tips für gute Bilder" fehlt hier noch...
Nun bin ich weder Fotograf noch hab ich Jahrzehnte Erfahrung, aber ein paar Dinge sind einfach "nur Physik" und daher trau ich mich mal was in diesem Thema zu sagen.
Wir alle machen Fotos, draussen und drinnen. Draussen ist ein Thema, da trau ich mich noch nicht ran, sollen unsere Experten hier machen :-)
Drinnen ist ne Sache, die wenigstens zum Teil noch überschaubar ist.
Was ist der Schlüssel zum Erfolg eines jeden Ei/Raupe/Puppe/Präparat Bildes, welches drinnen aufgenommen werden soll? Ganz einfach! Es ist in erster Linie nicht die Kamera bzw. die Ausrüstung, es ist immer das Licht. Jede Kamera (egal wieviel Geld sie gekostet hat) kann nur aufnehmen, was sie (der Chip) sehen kann, also wie gut ein Objekt beleuchtet ist. Wer sich wundert, dass ein Bild verwackelt, unscharf, kontrastarm, verrauscht oder sonst irgendwie nicht "schön wurde", hat kein gutes Licht gehabt. Entweder ist die Belichtungszeit zu lange (Verwackeln ohne Stativ), die Blende zu weit offen (Schärfentiefebereich zu klein um das Objekt in seiner Gesamtheit scharf abzubilden) oder die Empfindlichkeit - ISO - ist zu hoch (starkes Rauschen). Mit all dem hat jede Kamera bzw. jeder Fotograf ein Problem, das ist keine Kostenfrage. Mein kleiner Tip also für Heute: Licht ist alles, der Rest ist Zusatz :-) Wenn das Licht nicht reicht, Lampen an - nur aufpassen, dass die Lampen die Objekte nicht grillen^^
Gruß
Steffen



zuletzt bearbeitet 16.06.2013 12:44 | nach oben springen

#2

Glaube deiner Kamera - sie ist elektronisch und darum unheimlich intelligent...

in Insektenfotografie 16.06.2013 01:56
von Steffen1978 (gelöscht)
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Hi zusammen,
ich sah heute einen ganz netten Sonnenuntergang und dachte (hab ich doch sooo ne dolle Kamera... nicht wirklich^^) machst ein Foto. Ich kanns ja jetzt schlecht sagen, aber der Kontrast und die Farben waren einfach fantastisch - also Fotoapparat raus, teuerstes (lichtstärkstes) Objektiv drauf, Stativ (eh klar) und Foto gemacht.... Was seh ich? Ein Bild als hätte mir jemand ne riesen Lampe angemacht! Die Blende habe ich manuell gewählt, die Belichtungszeit mit verschiedenen Methoden von der Kamera berechnen lassen... Was kommt raus? Dieser Dreck:


Also wenns auch nur ein klein wenig so wie auf dem Bild ausgesehen hätte, dann wär ich sicher nicht vom Stuhl aufgestanden - neee, ich hätte es wohl nicht mal registriert! Es sah völlig anders aus und ich war sehr enttäuscht von diesem Bild!

Also was tun? Tolles Objektiv gegen schlechtes getauscht - bringt nichts... Hmmm, Kamera-Automatik komplett abschalten und probieren! Belichtungszeit 10 mal kürzer(!) als es die Kamera sagt, und siehe da (dargestellt ist nur der Ausschnitt zwischen den Bäumen und nicht mehr -wie im obigen Foto- die Kirche usw...):



Zumindest die Farben und der Gesamteindruck passen nun - wenn auch der Sonnenuntergang in der Realität noch wesentlich besser war.

Was will ich damit sagen? Glaube oft an die Automatik, glaube sehr oft an die automatische Belichtungsmessung, probiere aber dennoch wann immer Du kannst, denn jeder Versuch macht Dich eine Erfahrung reicher. Obs dabei um Insekten geht oder um einen Sonnenuntergang ist wohl absolut egal - es geht nur ums Probieren, mehr nicht.

Viele Grüße,
Steffen



zuletzt bearbeitet 16.06.2013 02:13 | nach oben springen

#3

RE: Glaube deiner Kamera - sie ist elektronisch und darum unheimlich intelligent...

in Insektenfotografie 16.06.2013 14:52
von murrex • † 2017 - vormals Moderator des EP | 447 Beiträge | 3065 Punkte

Hallo Alle miteinander,

nachdem ich nun von meiner Angelreise nach Mittelnorwegen zurück bin, und viele
interessante Beiträge im Forum vorgefunden habe, will ich mich mal kurz mit ein paar
Zeilen sozusagen wider als anwesend melden.

Das Thema Fotografie ist ja schier unendlich. Man könnte tagelang über Vor- und Nachteile
technischer Ausrüstung und deren Anwendung diskutieren, und wird am Ende doch mehr oder weniger
zu der Erkenntnis kommen, dass das Probieren und erforschen der Möglichkeiten der eigenen Kamera
durch keine Ratschläge, und mögen sie noch so gut sein, zu ersetzen ist.

Die digitale Technik hält uns ja gerade dazu an und macht es uns überhaupt erst möglich immer wieder
aufs neue und mit neuen Einstellungen zu fotografieren. Ist etwas nicht gelungen wird es halt gelöscht
und ein neuer Versuch unternommen. In meinen jungen Jahren habe ich noch auf Film geknipst, da musste
man bezüglich der Einstellungen schon umsichtiger ans Werk gehen, denn löschen konnte man die Bilder
nicht. Und Filmmaterial war teuer.

Mit den heutigen Kameras lassen sich selbst mit einfachen Geräten erstaunlich gute Fotos machen.
Steffen hat natürlich recht, ein entscheidender Faktor ist das Licht und damit verbunden das möglichst weite
schließen der Blende um Tiefenschärfe zu erzeugen. Doch jede noch so gute künstliche Lichtquelle kann das
Sonnenlicht nicht ersetzen. Also wenn denn möglich, ist das Fotografieren bei Sonnenlicht wohl optimal.

Wenn wir allerdings Nachtfalter vor Ort, oder am Leuchttuch fotografieren wollen ist eben kein Sonnenlicht mehr
verfügbar. Hier hilft letztlich nur ein Blitzlicht welches genügend Helligkeit erzeugt um ansehnliche Fotos zu erlangen.
Ich persönlich benutze für Macroaufnahmen selbst am Tag ein Ringblitzgerät. Damit kann ich bis auf Blende 32 !
schließen und erreiche damit eine extreme Tiefenschärfe.
Die Anschaffung eines externen Blitzgerätes, welches natürlich zur Kamera passen muß, lohnt sich fast immer.

Eine ruhige Hand ist beim fotografieren natürlich auch wichtig, aber auch hier spielt wiederum das Licht eine Rolle.
Denn je heller es ist, umso kürzer kann ich meine Verschlußzeit wählen, und je geringer die Verschlußzeit desto
geringer die Wahrscheinlichkeit des Verwackelns
Selber fotografiere ich fast nur aus der Hand. Nur bei kleinsten Objekten wie Schmetterlingseier oder L1 Räupchen
lege ich die Kamera schon mal auf.

Also ich kann aus meinen Erfahrungen allen Bildermachern nur empfehlen probieren, probieren, probieren....
Mit der Automatik der Kamera lassen sich zwar auch einigermaßen gute Bilder machen, die aber von der Qualität
nie an Bilder mit manuellen Einstellungen heranreichen, vorausgesetzt die Einstellungen waren richtig gewählt.
Doch auch wenn am Anfang die Fotos mit manuellen Einstellungen nicht so gelingen, wird man bei ein bisschen
Übung immer mehr ein Gefühl für die eigene Kamera entwickeln und letztlich hervorragende Bilder machen.
Und man lernt die Zusammenhänge zwischen Licht, Blende, Verschlußzeit usw. zu verstehen und zu nutzen.

Also ich wünsche allen weiterhin viel Spaß beim fotografieren und sammelt somit viele, viele Erfahrungen.

Herzliche Grüße
Ulrich


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